Verdi will Warnstreiks im bayerischen ÖPNV ausweiten - meistgelesen am 17. Februar 2026
Die Gewerkschaft Verdi hat in den Tarifverhandlungen für den kommunalen Nahverkehr in Bayern weitere Warnstreiks angekündigt.
Nachdem auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen ohne Ergebnis geblieben ist, erklärte die Gewerkschaft, den Druck auf die Arbeitgeber mit den erneuten Streiks weiter erhöhen zu wollen. »Die Warnstreiks müssen bis zum nächsten Verhandlungstermin am 9. März ausgeweitet werden«, teilte Verdi mit. Dies gelte ausdrücklich auch für die Gebiete außerhalb der Ballungsräume. Seit Anfang Februar hatte die Gewerkschaft bereits in mehreren Städten zu Warnstreiks aufgerufen.
Verdi spricht von »Stillstand« bei den Verhandlungen. Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern betonte hingegen, dass er weiter mit Verdi an einer Lösung arbeiten wolle. Die Arbeitgeber bieten Entgeltsteigerungen von insgesamt 5 Prozent in zwei Schritten bei einem Mindestbetrag von 110 Euro. Die Gewerkschaft fordert hingegen rund 670 Euro mehr Geld sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Arbeitgeber bezeichnen diese Forderung als »nicht erfüllbar«.
Man habe Verdi gefragt, welche Punkte die Gewerkschaft für eine Einigung als zwingend ansieht und wo eine Annäherung beider Seiten möglich ist, so die Arbeitgeber. Verdi habe hierauf entgegnet, dass »für eine Einigung eine Entgelterhöhung von 668,75 Euro und damit für die unteren Entgeltgruppen ein Gehaltsplus von über 25 Prozent zwingend sei«. Ebenfalls erforderlich sei die »Reduzierung der Arbeitszeit auf eine 35 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich«, so die kommunalen Arbeitgeber.
Man habe erneut darauf hingewiesen, dass diese Forderungen nicht erfüllbar sind. »Ein Angebot in diesem Umfang würde das innerhalb und auch außerhalb des öffentlichen Dienstes Mögliche weit überschreiten. In der aktuellen finanziellen Lage der Kommunen führen derartige Steigerungen der Personalkosten zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots«, so der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV). Es wurde auch darauf hingewiesen, dass solche Abschlüsse auch außerhalb des öffentlichen Dienstes nicht realisierbar wären und zu Insolvenzen und Stellenabbau führen würden.
Auch wenn Verdi angekündigt hat, die Warnstreiks in die Fläche zu trage, wird das viele Busverkehre in den Landkreisen wenig betreffen, da diese von privaten Busunternehmen gefahren werden, die von den aktuellen Tarifverhandlungen nicht betroffen sind.
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