Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter ist aktuell Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, er sieht »nicht die Zeit für immer noch mehr Leistungen«. ( Foto: RVF )
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»Nicht die Zeit für immer noch mehr Leistungen«
»Deutschlandticket light« kommt vorerst nicht
Eine Entscheidung über einen Vorstoß von Ländern zur Einführung eines »Deutschlandtickets light« wurde von der Tagesordnung der aktuell im Allgäu stattfindenden Verkehrsministerkonferenz genommen.
Laut einem Bericht des »BR«, der sich auf Angaben aus Teilnehmerkreisen der aktuell laufenden Verkehrsministerkonferenz beruft, ist der Der Antrag »Bundesweiter elektronischer Gelegenheitstarif« mit Mehrheitsbeschluss von der Tagesordnung genommen worden. Er sei zu kurzfristig vor der Tagung gestellt worden, hieß es zur Begründung. Die Einführung eines Deutschlandtickets für Gelegenheitsfahrer ist damit erst einmal verschoben worden.

Nordrhein-Westfalen und Hamburg wollten auf der Verkehrsministerkonferenz den Vorschlag für ein neues digitales Fahrscheinangebot einbringen, das für Gelegenheitsnutzer gedacht ist und als Ergänzung zum bestehenden Deutschlandticket dienen soll. Zuerst hatte die »Rheinische Post« über diesen Vorstoß berichtet. Die Idee stößt allerdings nicht überall auf Zustimmung.

So sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), aktuell Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz: »Uns fehlt an allen Ecken und Enden Geld. Es ist nicht die Zeit für immer noch mehr Leistungen.« Es sei gelungen, das Deutschlandticket an sich zu sichern. »Damit haben wir bereits ein sehr gutes Angebot«, sagte Bernreiter, der betonte: »Ich sehe weder die Zustimmung des Bundes noch die notwendige Einstimmigkeit der Länder für ein solches Vorhaben.«

Unterstützung bekommt Bernreiter vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), so sagte Verbandsgeschäftsführer für den öffentlichen Nahverkehr, Alexander Möller laut Medienberichten: »Ein solches Angebot verursacht Kosten und rüttelt an der Logik des Deutschlandtickets, das als Deutschland-Flatrate im monatlich kündbaren Abo zum Erfolg geworden ist. Die Branche hat dafür kein Geld. Die Länder auch nicht, sonst würden sie nicht überall kürzen: Hamburg gibt seinen Verkehrsunternehmen erhebliche Sparziele vor, Nordrhein-Westfalen kürzt die E-Bus-Förderung massiv.«

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bewertete den Vorstoß hingegen grundsätzlich positiv. Man werde »ein D-Ticket light konstruktiv diskutieren«, so Tonne. Man müsse sich jedoch auf jeden Fall bundesweit auf einheitliche Regularien wie Tarife und Mitnahmemöglichkeiten und vor allem über die Finanzierung und Einnahmeaufteilungen verständigen, so der Landesverkehrsminister, der erklärte, wichtig sei auch, »jetzt keine Luftschlösser zu bauen«.

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer kritisiert in »BR24«, da sei »leider die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen etwas zurückgeschreckt. Da hat sich so ein bisschen die Kleinstaaterei wieder durchgesetzt«. Der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte er: »Es ist bedauerlich, dass sich SPD und CDU den Diskussionen zu einem bundesweiten Gelegenheitstarif für den ÖPNV nicht stellen wollten. Das ist eine verpasste Chance für Digitalisierung, Kostensenkung und Komfort für die Fahrgäste.«

Der Antrag sei fristgerecht eingereicht worden und aus Sicht von Hamburg und Nordrhein-Westfalen dringend, betonte Krischer. »Wir setzen uns weiterhin dafür ein, den Ticketvertrieb deutschlandweit zu vereinfachen und den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr für noch mehr Menschen attraktiver zu machen.« Das Thema solle auf die nächste Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz gesetzt werden.

Die aktuell laufende Verkehrsministerkonferenz tagt noch bis Donnerstag in Hohenschwangau. Auf dem Programm stehen vor allem Finanzierungsfragen rund um den öffentlichen Nahverkehr: die Belastung für die Verkehrsunternehmen durch die Schienenmaut und eine mögliche Anhebung der Regionalisierungsmittel. Auch wollen die Minister unter anderem über das Niedrigwasser in deutschen Flüssen und die Zukunft des autonomen Fahrens beraten.
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Von: Thomas Burgert
Veröffentlicht am: 22.10.2026
Kategorien: Recht und Politik
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