Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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Als Ergänzung zu Bus und Bahn könnten autonome Dienste die Versorgung gerade im ländlichen Raum verbessern, betont der bdo. ( Foto: Bauhaus-Universität Weimar/Professur Verkehrssystemplanung )
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Der bdo fordert klare Regeln für automatisierte Fahrdienste
»Der Busmittelstand muss eingebunden werden«
Das autonome Fahren hat das Potenzial den Mobilitätsmarkt völlig zu verändern, der bdo fordert daher im Vorfeld der Verkehrsministerkonferenz klare Regeln und eine Einbindung des Busmittelstands.
Bei der Verkehrsministerkonferenz am 21. und 22. Oktober wird auch das autonomer Fahren Thema sein. Vor diesem Hintergrund fordert der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) verbindliche Regeln für automatisierte Fahrdienste. Die privaten und mittelständischen Busunternehmen wollen automatisiertes Fahren voranbringen – mit betrieblicher Erfahrung, regionaler Verantwortung und dem Wissen, wo Mobilitätsangebote fehlen, betont der bdo. 

Als Ergänzung zu Bus und Bahn könnten autonome Dienste die Versorgung gerade im ländlichen Raum verbessern. Man unterstütze daher die Zielsetzung der Länderarbeitsgruppe »Umgang mit Robotaxen in Deutschland«. Der vorliegende Vorschlag schaffe dafür noch keine ausreichend verbindlichen Bedingungen, so der bdo.
»Wenn finanzstarke Plattformkonzerne auf profitablen Verbindungen Fahrgäste und Einnahmen abschöpfen, während die Versorgung in der Fläche bei den bestehenden Unternehmen bleibt, wird das Gesamtsystem geschwächt.«
Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo
So lehnt der bdo die vorgeschlagene Verlängerung von Erprobungsgenehmigungen auf bis zu zehn Jahre ab und warnt vor einer Verdrängung bestehender Verkehrsangebote durch finanzstarke Technologiekonzerne. Der bdo fordert »Sicherheit, fairen Wettbewerb und die Beteiligung mittelständischer Unternehmen« von Beginn an abzusichern. »Automatisiertes Fahren kann die Mobilität für viele Menschen verbessern. Wenn finanzstarke Plattformkonzerne aber auf profitablen Verbindungen Fahrgäste und Einnahmen abschöpfen, während die Versorgung in der Fläche bei den bestehenden Unternehmen bleibt, wird das Gesamtsystem geschwächt. Neue Angebote müssen deshalb von Beginn an Verantwortung für die öffentliche Mobilitätsversorgung übernehmen«, sagte Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo.
Für einen geordneten Marktzugang fordert der bdo klare Vorgaben für Flottengröße, Bediengebiet und die Einbindung in den ÖPNV sowie wirksame Regeln gegen Verdrängungswettbewerb. Die Rückkehrpflicht im Mietwagenverkehr und eine eindeutige Kennzeichnung der Verkehrsart müssten gesichert werden. Für Sicherheit und schnelle Hilfe brauche es Typgenehmigungen und personell besetzte Leitstellen vor Ort. Europäische Datensouveränität und fairer Datenzugang müssen Abhängigkeiten von einzelnen Plattformanbietern verhindern. 

Besonders kritisch sieht der bdo die vorgeschlagene Verlängerung der Erprobungsgenehmigungen nach § 2 Absatz 7 Personenbeförderungsgesetz (PBefG) von fünf auf bis zu zehn Jahre. »Zehn Jahre sind im Verkehrsmarkt keine vorübergehende Erprobung. Damit können Tatsachen und Abhängigkeiten geschaffen werden, die den politischen Handlungsspielraum später erheblich einschränken. Die Regeln zum Schutz einer verlässlichen Mobilitätsversorgung müssen vor einer umfassenden Marktöffnung feststehen«, forderte Leonard.
»Kalifornischen Datenkraken wird der rote Teppich ausgerollt, während der heimische Mittelstand nicht ernst genommen wird.«
Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo
Der bdo hält die Experimentierklausel bereits in ihrer geltenden Fassung für ungeeignet, den Marktzugang automatisierter Flotten zu gestalten. Das bestehende Personenbeförderungsrecht biete grundsätzlich einen technologieneutralen Rahmen. Die automatisierte Fahrzeugführung allein rechtfertigt keine Sonderrechte. Auswirkungen auf bestehende ÖPNV- und Taxiangebote müssen bereits vor einer Genehmigung geprüft werden.

Der bdo kritisiert auch, dass seine Mitgliedsunternehmen, die Bus-, Taxi- und Mietwagenverkehre in Städten und ländlichen Regionen betreiben, bislang nicht ausreichend in steuerfinanzierten Modellprojekte operativ und strategisch eingebunden worden seien. »Kalifornischen Datenkraken wird der rote Teppich ausgerollt, während der heimische Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft nicht ernst genommen wird«, kritisiert bdo-Hauptgeschäftsführerin Leonard. »Hieran muss sich schnell etwas ändern.« Noch sei es nicht zu spät »richtig abzubiegen«, sagte Leonard, die von einem konstruktiven Dialog mit den Verantwortlichen sprach, der sie hoffnungsvoll stimme.
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Von: Thomas Burgert
Veröffentlicht am: 21.10.2026
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