Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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Rund 72 Prozent der Fördermittel kommen laut der Studie von PWC der heimischen Industrie und Zulieferern zugute. ( Foto: MAN Truck & Bus )
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Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Klimaziele in Deutschland wären betroffen
Studie zeigt weitreichende Folgen der Fördermittelkürzung für E-Busse auf
Die Bundesregierung plant eine Kürzung der E-Bus-Förderung, eine Studie zeigt auf, welche Folgen das für die Flottenumstellung, aber auch die deutschen Bushersteller hätte.
Der Entwurf des Bundeshaushalts 2027 sieht vor, die Bundesförderung für Elektrobusse von 403 Millionen Euro in diesem Jahr auf 130 Millionen Euro zu kürzen. Damit drohen rund 1.000 Arbeitsplätze und erhebliche Wertschöpfung verloren zu gehen, und auch die Klimaziele des Bundes geraten in Gefahr, warnt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Die Zahlen stammen aus einer Kurzstudie des Beratungsunternehmens PWC, die im Auftrag des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen und der Klima-Allianz Deutschland erstellt wurde. 

Die Studie zeige, dass »die Förderpolitik des Bundes maßgeblich dazu beigetragen hat, zwischen 10.300 und 12.600 Arbeitsplätze zu schaffen und jedes Jahr 1,6 bis 2 Milliarden Euro Wertschöpfung zu erzeugen«, so der VDV. Ein Bündnis verschiedener Organisationen aus Industrie, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften fordern den Bundestag nun auf, die Kürzungspläne in den laufenden Haushaltsverhandlungen zurückzunehmen.

»Zum 1. Juli 2026 waren in Deutschland bereits mehr als 6.000 lokal emissionsfreie Busse im Einsatz, das entspricht rund zwölf Prozent aller in Deutschland fahrenden Linienbusse«, sagte VDV-Vizepräsident Paul Hemkentokrax. »Bis 2030 müssen mindestens 65 Prozent der zu beschaffenden Busse emissionsfrei sein. Das geht nicht ohne die Unterstützung des Bundes und der Länder in Form von Fördermitteln für diese wichtige Transformation.«
»Vielen Verkehrsunternehmen bleibt nichts anderes übrig, als wieder Dieselbusse zu beschaffen.«
VDV-Vizepräsident Paul Hemkentokrax
Wenn der Bund tatsächlich seine Förderung von diesem auf nächstes Jahr um mehr als zwei Drittel absenkt, dann werde »die E-Bus-Beschaffung ausgebremst und vielen Verkehrsunternehmen bleibt nichts anderes übrig, als wieder Dieselbusse zu beschaffen«, sagte Paul Hemkentokrax, der hinzufügte: »In diesen Zeiten ist es wichtig, dass wir in Deutschland in Zukunftstechnologien investieren, um den Wirtschaftsstandort zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern.«

Die Studie untersucht, was die E-Bus-Förderung für Wirtschaft und Beschäftigung in Deutschland bringt. Das Ergebnis ist laut VDV »eine Erfolgsgeschichte für den Wirtschafts- und Industriestandort«. Rund 72 Prozent der Fördermittel kommen der heimischen Industrie und Zulieferern zugute. Deutsche und europäische Hersteller wie Daimler Buses, MAN Truck & Bus und Iveco gehören zu den Marktführern in Deutschland und Europa.

»Die E-Bus-Förderung schafft für Städte, Kommunen und Hersteller die notwendige Planungssicherheit, um die Transformation des öffentlichen Nahverkehrs weiter voranzutreiben. Damit dieser Weg weiterhin erfolgreich fortgesetzt werden kann, ist es essenziell, dass die Bundesregierung an der beschlossenen E-Bus-Förderung festhält, und zwar im bisherigen Umfang, und verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen schafft«, erklärte Till Oberwörder, CEO Daimler Buses.

Die Studie zeigt auch, dass Verkehrsunternehmen ohne ausreichende Förderung kurz- und mittelfristig vermehrt Fahrzeuge von außerhalb Europas kaufen würden, weil Elektrobusse in der Anschaffung teuer sind. Damit droht Wertschöpfung ins Ausland abzuwandern, statt eine deutsche Zukunftsbranche und das Klima zu stärken. Durch die geplante Kürzung fehlen Mittel für 7.200 Elektrobusse. Sie würden dann gar nicht gekauft, bei Herstellern außerhalb Europas bestellt oder durch erheblich günstigere Dieselbusse ersetzt.

»Die E-Bus-Förderung ist eine zentrale Maßnahme des Klimaschutzprogramms im Verkehrsbereich. Ohne ausreichende Förderung des Bundes droht Deutschland seine Klimaziele weiter zu verfehlen«, so Viviane Raddatz, Geschäftsführerin Netzwerk und Gesellschaft der Klima-Allianz Deutschland. »Die Mobilitätsbranchen in Deutschland stehen unter hohem Druck, das gilt für die Automobilbranche – ebenso wie für das Bussegment«, erklärte Jürgen Kerner, zweiter Vorsitzender der IG Metall. 

»Durch die aktuelle Förderung können mehr als 1000 gute Arbeitsplätze in der Elektrobusbranche gesichert werden. Bei einer Ausweitung der Förderung um 25 Prozent könnten jährlich weitere 3000 Arbeitsplätze entstehen«, sagte Kerner. »Diese positive Entwicklung zu bremsen, hätte ungute Folgen. Deutschland ist hier in Qualität, Technologie und Herstellung führend, das soll so bleiben. Dafür braucht es langfristige Planungssicherheit für die Hersteller statt kurzfristiger haushaltspolitischer Kürzungen.«

Der VDV und die Klima-Allianz Deutschland fordern die Bundesregierung auf, an die Erfolge der bisherigen Förderung von E-Bussen anzuknüpfen, an den vereinbarten Elektrifizierungszielen festzuhalten und die vorgesehenen Kürzungen im Haushaltsentwurf zurückzunehmen.

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Von: Thomas Burgert
Veröffentlicht am: 16.10.2026
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