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Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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Busse der Münchner Verkehrsgesellschaft ( Foto: SWM / MVG )
Münchner Stadtrat muss über höhere Zuschüsse oder Streichungen entscheiden
Debatte über Angebotskürzungen bei MVG
Ohne höhere Zuschüsse droht im Münchner ÖPNV ein Streichkonzert. Der Stadtrat entscheidet am 30. November über mögliche Leistungsreduzierungen im Umfang von knapp 25 Millionen Euro.
Entgegen früheren Zeiten, in denen es zum Dezember-Fahrplanwechsel für gewöhnlich einen Aufschlag beim Leistungsangebot gab, stehen nun große Reduzierungen zur Debatte. Der Stadtrat könnte sich jedoch noch dafür entscheiden, den eigentlich angepeilten Zuschussdeckel von 100 Millionen Euro pro Jahr zu lockern und weitere Mittel bereitzustellen, denn eine Umsetzung der Reduzierungspläne möchten die meisten Fraktionen im Stadtrat nicht. Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher habe angekündigt, dass seine Fraktion die Streichliste so nicht mittragen werde. Die MVG müsse zwar sparen, »aber wir werden auf jeden Fall versuchen, die Gelder bereitzustellen, um zumindest den Status Quo zu halten«, zitiert der Münchner Merkur. Auch SPD und Volt würden die Kürzungen im Leistungsprogramm der MVG in dieser Form nicht unterstützen, heißt es, Ziel sei die Erhaltung eines guten ÖPNV-Angebots auch in 2023.

Ohne mehr Zuschüsse ginge es aber nicht, denn auch die relativ hohe Tarifanpassung zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember von 6,9 Prozent könne die gestiegenen Kosten nicht gegenfinanzieren. Ingo Wortmann, Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), sagte: »Hätten wir unsere Kostensteigerung an die Kunden weitergeben wollen, dann hätten wir die Preise um 21 Prozent erhöhen müssen. Das ist aber unrealistisch«, zitiert der Münchner Merkur. Deswegen sei es notwendig gewesen, einen Plan zu entwickeln, wie man mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln auskommt. Die MVG habe sich auf eher gering ausgelastete Leistungen konzentriert, doch wie der Merkur berichtet, sollen beispielsweise alle Expressbuslinien ersatzlos gestrichen werden – Takt- und Angebotsausdünnungen soll es auch bei der U-Bahn und Tram geben, beispielsweise soll die U7 in den Weihnachts- und Sommerferien überhaupt nicht mehr fahren.
Von: Sebastian Glinski
Veröffentlicht am: 23.11.2022
Kategorien: Recht und Politik
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