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Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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Gisela Volz (5.v.l.) zusammen mit WBO-Präsident Franz Schweizer (3.v.l.), WBO-Vizepräsident Thomas Balmer (2.v.r.), bdo-Vizepräsident und WBO-Vorstandsmitglied Ulrich Rau (6.v.r.), WBO-Vorstandsmitglied Philipp Eberhardt (1.v.l.) und WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg sowie weiteren Busunternehmerkollegen. ( Foto: WBO )
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Ende einer Ära im mittelständischen Busgewerbe in Baden-Württemberg - meistgelesen am 3. August 2026
Volz Reisen stellt Betrieb ein
Mit Volz Reisen stellt in Baden-Württemberg nicht irgendein Busunternehmen den Betrieb ein, damit verbunden ist eine Entwicklung, die nachdenklich stimmen muss, wie der WBO betont.
Nach 98 Jahren endete am 31. Juli 2026 die traditionsreiche und erfolgreiche Geschichte eines tief in der Region verwurzelten privaten Omnibusunternehmens in Baden-Württemberg. »Mit Volz Reisen scheidet nicht irgendein Verkehrsunternehmen aus dem Markt aus. Wir verlieren ein erfolgreiches, mittelständisches Familienunternehmen, das über Generationen Verantwortung für Mobilität übernommen und den öffentlichen Verkehr in seiner Region maßgeblich geprägt hat«, sagte Franz Schweizer, Präsident des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO am Freitag, 31. Juli am Sitz von Volz Reisen in Calw-Hirsau. 

»Das sollte uns verkehrspolitisch nachdenklich stimmen«, so Schweizer. Die Einstellung des Betriebs von Volz Reisen ist laut WBO »ein prominentes Beispiel für den grundlegenden Strukturwandel im ÖPNV und die zunehmend herausfordernden Perspektiven für mittelständische Busunternehmen«. Ausschlaggebend für die Entscheidung zur Betriebseinstellung waren die grundlegenden Veränderungen der Rahmenbedingungen. 

Mit der Inbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn entfiel die bisherige wirtschaftliche Grundlage wesentlicher Linienverkehre. Gleichzeitig habe sich der öffentliche Nahverkehr in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt, so der WBO. Verkehrsangebote würden heute weitgehend von den Aufgabenträgern geplant, in Leistungsbeschreibungen vorgegeben und im Vergabeverfahren vergeben. Für mittelständische Familienunternehmen bleiben damit immer weniger Möglichkeiten, Verkehre aus eigener unternehmerischer Verantwortung heraus zu entwickeln und langfristig zu gestalten. Der WBO sieht darin eine Entwicklung, die weit über den Einzelfall hinausweist.
»Wo unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten verloren gehen, verliert der ÖPNV einen Teil seiner Stärke.«
WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg
»Der öffentliche Nahverkehr braucht Wettbewerb. Er braucht aber ebenso Unternehmertum.
Beides gehört zusammen. Mittelständische Busunternehmen waren und sind Innovationstreiber, Investoren und verlässliche Partner der öffentlichen Hand. Wo unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten verloren gehen, verliert der ÖPNV einen Teil seiner Stärke. Die Mobilitätswende wird nur gelingen, wenn Politik und Aufgabenträger den unternehmerischen Mittelstand nicht lediglich als Auftragnehmer verstehen, sondern als eigenständigen Partner – auf Augenhöhe – begreifen«, sagte WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg.

Der WBO wirbt deshalb für eine stärkere Ausrichtung der verkehrspolitischen Rahmenbedingungen auf langfristige unternehmerische Perspektiven. Dazu gehören verlässliche Investitionsbedingungen, eine größere Offenheit für unternehmerische Lösungen bei der Verkehrsplanung sowie Vergabemodelle, die mittelständischen Unternehmen auch künftig Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Mit der Einstellung des Betriebs von Volz Reisen endet zugleich das unternehmerische Wirken von Gisela Volz, einer Persönlichkeit, die das private Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt hat. Gisela Volz hat das Unternehmen nicht nur erfolgreich geführt, sondern sich weit über den eigenen Betrieb hinaus für die Belange der privaten Omnibusunternehmen engagiert. Über Jahrzehnte wirkte sie als Vorstandsmitglied, stellvertretende Vorsitzende und Vorsitzende des WBO in Baden-Württemberg. Darüber hinaus war sie über viele Jahre Vorstandsmitglied des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) und dessen Vizepräsidentin. Seit 1996 ist sie zudem Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC) und wird ihre 
Expertise auch künftig im Rahmen dieser Tätigkeit der Branche zur Verfügung stellen.
»Gisela Volz hat unser Gewerbe nicht nur vertreten, sondern wesentlich mitgeprägt. Dafür schuldet ihr die gesamte Branche großen Dank und höchsten Respekt.«
WBO-Präsident Franz Schweizer 
Für ihre unternehmerischen und ehrenamtlichen Verdienste wurde Gisela Volz unter anderem
mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande sowie der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-
Württemberg ausgezeichnet. »Gisela Volz gehört zu den Persönlichkeiten, die das Busgewerbe nie allein aus der Perspektive des eigenen Unternehmens betrachtet haben. Sie denkt in historischen Entwicklungen, in wirtschaftlichen Zusammenhängen und in langfristiger Verantwortung. Sie hat unser Gewerbe nicht nur vertreten, sondern wesentlich mitgeprägt. Dafür schuldet ihr die gesamte Branche großen Dank und höchsten Respekt«, würdigte Franz Schweizer die Leistung von Gisela Volz.

Für den WBO markiert das Ende des Unternehmens Volz Reisen mehr als das Aus-
scheiden eines traditionsreichen Betriebes aus dem Markt »Wenn Unternehmen wie Volz Reisen keine Zukunftsperspektive mehr sehen, müssen sich Politik und Aufgabenträger die Frage gefallen lassen, wie viel unternehmerische Vielfalt sie künftig noch erhalten wollen«, sagte WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg.

»Der Mittelstand hat den öffentlichen Nahverkehr über Jahrzehnte aufgebaut und geprägt«, sagte Yvonne Hüneburg. »Er muss mit seiner Kompetenz in Sachen Wirtschaftlichkeit und Effizienz auch künftig eine tragende Säule des Systems bleiben, damit den Nutzerinnen und Nutzern auch künftig ein stabiles, verlässliches und bezahlbares ÖPNV-Angebot zur Verfügung steht – insbesondere im ländlichen Raum.«
Von: Thomas Burgert
Veröffentlicht am: 03.08.2026
Kategorien: Bus-Betrieb Verbände
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