Produktionskosten lösen Kritik in der Politik aus - meistgelesen am 9. Februar 2026
Die Deutsche Bahn (DB) stoppt die Webserie »Boah, Bahn!« mit Komikerin Anke Engelke. Die Kampagne kostete sieben Millionen Euro.
Dies berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung (SZ). Die Kampagne, welche sieben Kurzfilme und einen »Bahnsong« enthält, kostete sieben Millionen Euro, was nun heftige Kritik in der Politik ausgelöst habe.
Eine ursprünglich geplante zweite Staffel stoppten die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla und der frisch berufene Kommunikationschef Jens-Oliver Voß nun nach Bild-Informationen. »Es wird 2026 keine Fortsetzung der Serie ‚Boah, Bahn!‘ geben. Eine Fortsetzung der Kampagne passt nicht in die Zeit.«
Die Millionenkosten habe der Staatskonzern zunächst geheim gehalten, so die SZ. Als ein Abgeordneter der Linksfraktion im Dezember die Kosten in der Fragestunde des Bundestags erfragte, hinterlegte das Verkehrsministerium die Information in der Geheimschutzstelle, mit der Begründung, die Offenlegung könne wirtschaftliche Nachteile für die Bahn zur Folge haben.
Die Deutsche Bahn habe keine offiziellen Angaben zu den Kosten gemacht und darauf verwiesen, dass Informationen zu Werbeausgaben Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse seien. Das Budget bewege sich im Rahmen vergleichbarer Werbekampagnen in der Branche, hieß es lediglich, so die SZ.
DB-Vorstand Michael Peterson hatte die Kampagne im Oktober 2025 noch als »humorvolle Liebeserklärung an die Mitarbeitenden« bezeichnet.
CDU-Finanzexperte Olav Gutting sagte zu BILD: »Bei einem Staatskonzern in der aktuellen Verfassung wünsche ich mir statt teurer Imagepflege besser Investitionen in funktionierende Infrastruktur.«
Der innenpolitische Sprecher der SPD Sebastian Fiedler erklärte gegenüber der BILD: »Angesichts der eklatanten Sicherheitsmängel bei der Deutschen Bahn ist es ein Skandal, dass der Vorstand so viele Millionen Euro für lustige Werbeclips ausgibt. Für dieses Geld hätten mindestens 100 zusätzliche Sicherheitskräfte ein Jahr lang bezahlt werden können. Das ganze Thema wird im Innen- und Verkehrsausschuss des Bundestags ein Nachspiel haben.«
Andreas Roßkopf, Chef der Bundespolizisten in der Gewerkschaft der Polizei zur BILD: »Es ist unfassbar, wofür bei der Bahn Geld da war und ist – angefangen bei Boni bis hin zu den enormen Geldern für die sieben Imagefilme, die am Zustand der Bahn nichts geändert haben. Das Geld wäre für Infrastruktur und Sicherheit besser angelegt.«