Landkreis München will autonomes Fahren im ÖPNV vorantreiben - meistgelesen am 13. Juli 2026
Im Landkreis München will man eine Vorreiterrolle beim autonomen Fahren im ÖPNV übernehmen, erste Fahrzeuge sollen im On-Demand-Betrieb eingesetzt werden.
Autonom fahrende Busse und Shuttles könnten schon bald auch im Landkreis München zum Alltag gehören. Beginnen soll der Prozess beim On-Demand-Services Flex. Nach erfolgreicher Erprobung soll auch der Einsatz im Regionalbusverkehr untersucht werden, teilte das Landratsamt mit. Hintergrund seien »steigende Mobilitätsbedarfe, der Fachkräftemangel im Fahrdienst, wachsende finanzielle Herausforderungen im öffentlichen Personennahverkehr sowie die Ziele der Mobilitäts- und Klimawende«. Autonomes Fahren könne helfen, den ÖPNV »verlässlicher, flexibler und langfristig wirtschaftlicher aufzustellen« – sowohl in dicht besiedelten Räumen als auch in weniger gut angebundenen Gebieten.
Der Landkreis München engagiert sich bereits in mehreren regionalen Projekten zum autonomen Fahren. Zentrales Vorhaben ist die Modellregion Region München im Rahmen der interkommunalen Allianz »Mobile Zukunft München & Region« (MZM). Ziel ist es, die Region München zu einer international führenden Modellregion für autonomes Fahren im straßengebundenen ÖPNV und Güterverkehr zu entwickeln. Bis 2035 sollen im MVV-Raum 500 autonome Busse und 2.000 Shuttles unterwegs sein. Langfristig sieht die Vision 5.000 autonome Busse und 20.000 Shuttles vor.
In der Einführungsphase sind Testbetriebe im On-Demand-Service Flex vorgesehen. Denn kleinere autonome Fahrzeuge, wie sie im FLEX-Betrieb zum Einsatz kommen, werden voraussichtlich früher verfügbar sein als große Linienbusse. Deshalb soll zunächst der flexible Bedarfsverkehr erprobt werden. Perspektivisch soll autonomes Fahren auch im Regionalbusverkehr möglich werden.
Konkrete Einsatzgebiete, Fahrzeugzahlen und Kosten stehen derzeit noch nicht fest. Die MVV GmbH erarbeitet dazu eine Grundsatzuntersuchung für den gesamten Verbundraum. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende des ersten Quartals 2027 erwartet und sollen anschließend den Kreisgremien vorgestellt werden.
»Autonomes Fahren ist kein Selbstzweck. Es muss den Menschen dienen«, sagte Landrat Christoph Göbel. »Wenn es gelingt, damit den ÖPNV verlässlicher, flexibler und bezahlbarer zu machen, ist das eine große Chance für den Landkreis München. Gerade dort, wo klassische Angebote heute an wirtschaftliche oder personelle Grenzen stoßen, können neue Technologien helfen, Mobilität und Teilhabe zu sichern.«
Zudem wurde beschlossen, gemeinsam mit dem MVV einen Projektantrag zum autonomen Fahren im Landkreis München und in der Region bei der Internationalen Bauausstellung Metropolregion München (IBA-M) einzureichen. Die IBA-M widmet sich bis 2034 zukunftsfähiger Mobilität in der Metropolregion. Der Landkreis erhofft sich durch eine erfolgreiche Aufnahme Rückenwind durch die Bauausstellung. Ein Projekt bei der IBA-M könnte helfen, die Technologie für Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen und Akzeptanz zu schaffen.
24.02.2026
Landkreis München
On-Demand-Service »Flex« wird verlängert
18.09.2024
Hohe Kosten bei Ausweitung des Angebots auf den gesamten Landkreis
Landkreis München gegen Flexbus-Ausbau