Der Deutsche Städtetag warnt vor einem dramatischen Einbruch beim Öffentlichen Personennahverkehr und sieht den Bund in der Pflicht. (Symbolfoto) ( Foto: Wikimedia.Commons )
»Modernisierungspakt ÖPNV endlich mit Leben füllen« - meistgelesen am 6. August 2026
Städtetag warnt vor zehn Prozent weniger ÖPNV
Der Deutsche Städtetag warnt vor einem dramatischen Einbruch beim Öffentlichen Personennahverkehr und sieht den Bund in der Pflicht.
Städte würden ihre Fahrpläne ausdünnen, ganze Strecken abbestellen oder zusätzliche touristische Angebote reduzieren, sagte Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, dem »Kölner Stadt-Anzeiger« und warnte: »Wir rechnen damit, dass bundesweit in 2026/27 über zehn Prozent weniger ÖPNV angeboten wird.« Als Grund nannte der Städtetag die Finanzmisere der Kommunen.
»Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln für den Öffentlichen Nahverkehr ist das derzeitige Niveau nicht mehr zu halten«, sagte Schuchardt. Schon jetzt fehlten 14 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre im System. Der Städtetag betont auch, dass höhere Trassenpreise für den regionalen Schienenverkehr die Situation verschärfen. Bund und Länder müssten Verantwortung übernehmen, appellierte Schuchardt. Als erstes müssten höhere Trassenpreise vom Tisch.
»Dann können Bund und Länder unter Beteiligung der Kommunen und der Branche im September in die Verhandlungen zum Modernisierungspakt für den ÖPNV starten.« Der kommunale Spitzenverband sieht den neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) in der Pflicht. Der Neustart im Verkehrsministerium sei »ein guter Zeitpunkt, den angekündigten Modernisierungspakt für einen leistungsfähigen ÖPNV mit Leben zu erfüllen«.
Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, die ÖPNV-Finanzierung auf eine neue gesetzliche Grundlage zu stellen und einen Mobilitätspakt zu starten. Die Regionalisierungsmittel sollten vorrangig für den Schienen-Nahverkehr genutzt werden. Außerdem sagten die Koalitionspartner zu, die Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz deutlich aufzustocken.
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Veröffentlicht am: 06.08.2026