Verkehrsverbund Rhein-Ruhr will Verlässlichkeit schaffen - meistgelesen am 15. Juli 2026
Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat einen Schritt zur »weiteren Stabilisierung« des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) im Verbundraum beschlossen.
Dies teilte der Verbund am 14. Juli mit. Die zuständigen Gremien haben der Vergabe zur Bereitstellung einer Busflotte für Schienenersatzverkehre (SEV) an die Busverkehr Rheinland GmbH zugestimmt. Damit stehen voraussichtlich ab Sommer 2027 20 Gelenkbusse einschließlich Fahrpersonal jederzeit für den Einsatz bei längerfristigen Schienenersatzverkehren im VRR-Gebiet bereit. Aktuell stehe die Vergabe noch unter dem Vorbehalt einer zehntägigen Wartefrist, so der Verbund.
»Der Schienenersatzverkehr ist oft die einzige Möglichkeit, Mobilität während größerer Bauarbeiten aufrechtzuerhalten. Zwar kann ein Busangebot einen Zug nicht vollständig ersetzen, dennoch ist ein gut geplanter SEV entscheidend, um Fahrgästen auch während längerer Sperrungen ein verlässliches Mobilitätsangebot zu machen«, sagt Oliver Wittke, VRR-Vorstandssprecher laut Mitteilung.
Der Bedarf an Schienenersatzverkehr nimmt seit Jahren zu. Umfangreiche Bauarbeiten zur Modernisierung des Schienennetzes, aber auch technische Störungen oder andere Einschränkungen führen regelmäßig dazu, dass Fahrgäste zeitweise auf Busse ausweichen müssen. Gleichzeitig werden Baumaßnahmen immer komplexer und dauern oftmals mehrere Wochen oder sogar Monate an, so der Verbund.
»Mit der neuen Busflotte schafft der VRR zusätzliche Kapazitäten genau dort, wo sie besonders benötigt werden. Die Fahrzeuge werden in Abstimmung zwischen VRR und den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) insbesondere bei länger laufenden Schienenersatzverkehren eingesetzt. Der Ersatzverkehr wird weiterhin von den EVU organisiert und verantwortet«, so Wittke. Ein Einsatz bei kurzfristigen Busnotverkehren sei nicht vorgesehen.
Das beauftragte Verkehrsunternehmen Busverkehr Rheinland übernimmt sowohl die Beschaffung der Busse als auch die Durchführung der Verkehrsleistungen. Mit der Vergabe will der VRR die Voraussetzungen schaffen, um den Schienenersatzverkehr im Verbundgebiet künftig noch robuster und verlässlicher zu gestalten.
Gerade bei großräumigen Baustellen oder mehreren gleichzeitig stattfindenden Maßnahmen würden Verkehrsunternehmen bei der Suche nach ausreichend Fahrzeugen und Personal regelmäßig an Grenzen stoßen, so der Verbund. Mit dem zusätzlichen Buskontingent stehe künftig eine verlässliche Busflotte zur Verfügung, auf die zurückgegriffen werden könne. Das erleichtere die Planung der Ersatzverkehre und verbessere die Voraussetzungen, um auch bei umfangreichen Baustellen ein stabiles Angebot für die Fahrgäste bereitzustellen.
Ein weiterer Vorteil sei, dass die Fahrzeuge gezielt für längere Sperrungen vorgehalten werden können und nicht erst kurzfristig am Markt beschafft werden müssen. Dadurch erhalten die Eisenbahnverkehrsunternehmen frühzeitig Planungssicherheit.