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Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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Seit einigen Jahren fördert das Bayerische Verkehrsministerium Expressbusse als Alternative zum Schienenverkehr, der VCD kritisiert, dass Mittel nun gekürzt würden. (Symbolfoto) ( Foto: Dietmar Denger )
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Landesförderung von Expressbuslinien in Bayern - meistgelesen am 25. August 2026
VCD kritisiert Förderpraxis
Wie andere Bundesländer auch, fördert Bayern Expressbuslinien, die den ÖPNV gerade im ländlichen Raum verbessern sollen, der Spardruck macht sich nun auch hier bemerkbar.
Seit einigen Jahren fördert das Bayerische Verkehrsministerium Expressbusse als Alternative zum Schienenverkehr zwischen Mittelzentren in Bayern, zwischen denen es keine Zugverbindungen gibt. Das Busangebot soll dabei die Qualität einer Schienenanbindung aufweisen (Stundentakt, sieben Tage die Woche bis in den Abend hinein) und kurze Umsteigezeiten zu Bahnverbindungen aufweisen. Von einem solchen Angebot soll insbesondere der ländliche Raum dort profitieren, wo es keine Schienenverbindungen gibt. Das Konzept entspricht dem der Plus-Busse in vielen Bundesländern oder den Regiobuslinien in Baden-Württemberg.

Die erste nach diesem Förderprogramm eingerichtete überregionale Busverbindung in Bayern war 2021 der sogenannte »Coburger«. Der Freistaat hat etwa die Hälfte der nicht gedeckten Kosten übernommen, die andere Hälfte wurde von den Landkreisen aufgebracht. Die Förderung lief nach fünf Jahren aus, woraufhin die Landkreise die Verbindung Ende Juli eingestellt haben.

Nun hat die Bayerische Staatsregierung im aktuellen Doppelhaushalt allerdings die Mittel für solche Unterstützungen um etwa ein Drittel gekürzt. »Dementsprechend werden in den nächsten Jahren einerseits wohl kaum mehr neue Verbindungen unterstützt werden und andererseits bestehende Angebote aus der Förderung herausfallen«, so der Landesverband des Verkehrsclubs VCD in Bayern. So sei der »Coburger« eingestellt worden, da sich die Landkreise nicht in der Lage sahen, die Finanzierung aus eigener Kraft zu stemmen, schreibt der VCD.

»Damit wird die Benachteiligung ländlicher Regionen in Oberfranken und den anderen Bezirken weiter verschärft. Während die meisten Landesmittel für den Schienenverkehr in die Metropolregionen München und Nürnberg fließen, werden jetzt auch die die ‚Brosamen‘ für Expressbusse im ländlichen Raum gestrichen«, kritisiert Gerd Weibelzahl, Mitglied im VCD-Landesvorstand. 

Der stellvertretende VCD-Landesvorsitzende Andreas Kagermeier vergleicht die Situation in Bayern mit der im Nachbarbundesland: »In Baden-Württemberg hat die Landesregierung ein Zielkonzept von ca. 90 Expressbusverbindungen vorgelegt. Davon sind aktuell bereits mehr als 50 Verbindungen umgesetzt. In Bayern fehlt ein solches Zielkonzept bislang – und wird wohl auch vor dem Hintergrund der Mittelkürzungen nicht veröffentlicht werden. Auch bewegt sich die Zahl der Expressbusverbindungen in Bayern im einstelligen Bereich und hinkt damit weit hinter Baden-Württemberg und vielen anderen Flächenbundesländern hinterher. «

Der VCD Bayern fordert die Bayerische Staatsregierung und insbesondere den Bayerischen Verkehrsminister auf, die Einstellung der Förderung für den Coburger zu revidieren. Darüber hinaus sei der Freistaat gefordert »wie die anderen Flächenbundesländer, ein Zielkonzept für überregionale Busverbindungen zu entwickeln, um der Bevölkerung im ländlichen Raum abseits der Schienennetze ein adäquates Mobilitätsangebot im Sinne der Daseinsvorsorge zu bieten«. Dazu gehöre auch – ähnlich wie in Baden-Württemberg – »Anstrengungen zu unternehmen, trotz knapper Kassen die Landesbeteiligung für Expressbusse zumindest konstant zu halten«.

Der VCD weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, das in vielen Bundesländern die Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auch für die Einrichtung und die Finanzierung solcher Busangebote zuständig sind, die Schienenverkehr ersetzen. Bayern lasse die Zuständigkeit allerdings bei den Landkreisen, während die Regionalzüge von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) bestellt und finanziert werden.
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Von: Thomas Burgert
Veröffentlicht am: 25.08.2026
Kategorien: Bus-Betrieb Verbände
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