Vierte Verhandlungsrunde für den kommunalen Busverkehr Schleswig-Holstein - meistgelesen am 30. September 2026
Arbeitgeber und Verdi haben sich zur vierten Verhandlungsrunde für den kommunalen Busverkehr in Schleswig-Holstein getroffen, dabei konnten sie eine Einigung erzielen.
In Flensburg haben sich der kommunale Arbeitgeberverband (KAV SH) und die Gewerkschaft Verdi am Dienstag, 29. September zur vierten Verhandlungsrunde für den kommunalen Busverkehr getroffen und eine Einigung erzielt. Der Einigung zufolge bekommen die Beschäftigten bei einer Tariflaufzeit von 18 Monaten zunächst rückwirkend zum 1. Juli eine Erhöhung um 3,0 Prozent und dann zum 1. April 2027 eine weitere Erhöhung um 2,6 Prozent. »Die vereinbarten Erhöhungen bedeuten für die Beschäftigten eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommen«, wird Verdi Nord-Verhandlungsführer Sascha Bähring zitiert.
Gleichzeitig sei es gelungen, einen Tarifabschluss zu erreichen, der sich sehen lassen könne und Signale setze. Die Verdi-Tarifkommission habe dem Verhandlungsergebnis unmittelbar nach Abschluss der Verhandlungen zugestimmt. Verdi hatte im Vorfeld der Verhandlungen erklärt, man wolle den Druck auf den Kommunalen Arbeitgeberverband weiter erhöhen, sollte man zu keiner Einigung kommen. Bei einem Scheitern der Gespräche zwischen Arbeitgeberverband und Gewerkschaft, hätten schon ab Mittwoch Warnstreiks gedroht, berichtete der »Norddeutsche Rundfunk« (NDR).
Verdi hatte für die 1800 Beschäftigten der kommunalen Busbetriebe 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert sowie eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 650 Euro nur für Gewerkschaftsmitglieder. Der Kommunale Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein hatte nach eigenen Angaben sein Angebot einer Gehaltserhöhung von 4,4 Prozent auf fünf Prozent angehoben. Das Angebot beinhaltete eine Erhöhung in zwei Stufen mit einer Laufzeit von zwei Jahren.
Nach einem Warnstreik war die dritte Verhandlungsrunde im Tarifstreit ohne Ergebnis geblieben. Bestreikt wurden die Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN). Zwei Angebote der Arbeitgeberseite hatte Verdi in den vergangenen Tarifrunden bereits abgelehnt. Den Forderungen von Verdi nachzukommen, sei für die Arbeitgeber finanziell nicht machbar, so der KAV. Der öffentliche Nahverkehr stehe schon jetzt vor großen Finanzierungsproblemen.
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) hatte mehrfach an Arbeitgeber und Gewerkschaften appelliert, den Konflikt möglichst rasch zu beenden. Er bezeichnete das Streikrecht als hohes Gut, wünschte sich gleichzeitig, dass im laufenden Tarifkonflikt Augenmaß gewahrt werde. Der Frust der Pendler sei ohnehin schon groß.
24.09.2026
Tarifverhandlungen für den kommunalen Busverkehr Schleswig-Holstein
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