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Wirtschaftsnachrichten für Personenverkehr
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87 Prozent der Befragten wollen im Jahr 2030 im Vergleich zu 2019 weniger pendeln. ( Animation: Volkswagen )
Studie prognostiziert Wechsel zu individuell konfigurierten, multimodalen Reiseketten
Mobilität der Zukunft: Mehr individuelle Dienste
Eine aktuelle Studie zum Mobilitätsverhalten in 2030 prognostiziert, dass die Art und Weise wie individuelle Mobilitätsentscheidungen getroffen werden, sich grundsätzlich verändern wird. Auch wird ein wachsender Einfluss der großen Technologieunternehmen angenommen.
Die Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint »Destination 2030, Who's in the driving seat for the future of mobility?« geht davon aus, dass sich Mobilität in der Zukunft grundlegend verändern wird. Die Ursachen für die Veränderung sieht sie im Trend zur Remote-Arbeit, in der Energiekrise, im Klimawandel und in der Störung von Lieferketten. Sie seien wesentliche Faktoren, die die Nachfrage nach Mobilität sowie die Richtung und das Tempo des Wandels beeinflussten. Drei Trends in Zusammenhang mit Mobilitätsentscheidungen werden formuliert:

1. Jede Fahrt wird zu einem persönlichen Erlebnis
2. Die Klimaneutralität wird nicht verhandelbar
3. Nutzer werden eher Dienstleistungen in Anspruch nehmen als eigene Fahrzeuge

Diese drei würden die Neubewertung von Richtlinien, Strategien, Investitionsentscheidungen, Leistungsportfolios und Betriebs- und Geschäftsmodellen von Unternehmen notwendig machen, mit dem Ziel, sie an veränderte Nachfragemuster für Mobilitätsdienstleistungen anzupassen.

Die Studie basiert auf Befragungen von BearingPoint-Kunden sowie der Einschätzung der Sektor-Spezialisten der Beratung. Im Rahmen der Befragung gaben 87 Prozent an, dass sie im Jahr 2030 im Vergleich zu 2019 weniger pendeln würden. 81 Prozent gaben an, weniger Geschäftsreisen zu unternehmen, 49 Prozent stimmten der Aussage zu, dass sie bis 2030 ein eigenes Fahrzeug der Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks opfern werden, 81 Prozent stimmten zu, dass sie eine einzige App bzw. Plattform für Mobilitätsdienstleistungen nutzen werden.
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( Quelle: BearingPoint Mobility 2030 Survey (2022) )
Die Studienautoren gehen davon aus, dass individuelle Mobilität günstiger und attraktiver wird. Bereits jetzt würde man in Städten weltweit eine Zunahme von E-Scootern, E-Mopeds und Mikroautos beobachten, zukünftig kämen Robotaxis hinzu. Diese Entwicklung würde zu einem Anstieg von individuell bestimmten, multimodalen Reiseketten führen, bei denen Massentransport eine Rolle spielen könne.

Auch wird eine Zunahme von individualisierten Benutzeroberflächen im ÖPNV, wie digitales Entertainment in Zügen und Bussen prognostiziert. Der Übergang zur On-Demand-Mobilität würde im städtischen Umfeld aufgrund von Kosteneffektivität eine größere Rolle spielen als auf dem Land, wo der eigene PKW so lange von Bedeutung bliebe, bis der ÖPNV in ausreichender Qualität und Regelmäßigkeit zur Verfügung stünde.  

Daneben geht die Studie davon aus, dass der Eintritt der großen Technikunternehmen in den Mobilitätssektor einen kritischen Einfluss auf die Entwicklung des Marktes haben wird. Big Player im Bereich Technologie würden neue Infrastruktur, Plattformen, Verbraucherdaten, Konnektivität und Hardware bereitstellen, um ein globales Mobilitätsnetzwerk und damit verbundene Dienstleistungen zu ermöglichen.

Das Potential der zukünftigen Mobilität könne jedoch nicht ausgeschöpft werden, ohne die Beteiligung von Regierungen und Anwendern. Diese müssten in die Infrastruktur und Verbindungsherstellung investieren. 
Von: Vera Wendlandt-Meeser
Veröffentlicht am: 24.11.2022
Kategorien: Aus aller Welt
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