21.09.2021

DESTATIS: FAHRGASTZAHLEN IN BUS UND BAHN IM 1. HJ 2021

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag, 21. September, mitteilte, war das Fahrgastaufkommen im ersten Halbjahr 2021 mit fast 3,5 Milliarden Personen um 18 Prozent geringer als im ersten Halbjahr 2020. Zu beachten ist jedoch, dass sich die Corona-Pandemie erst ab März 2020 deutlich auf die Fahrgastzahlen auswirkte.



Besonders stark ging im ersten Halbjahr 2021 die Fahrgastzahl im Eisenbahn-Fernverkehr zurück: Mit 28 Millionen Personen reisten 34 Prozent weniger Menschen in Fernzügen als im ersten Halbjahr 2020. Der Fernbusverkehr brach sogar um 92 Prozent auf 0,3 Millionen Fahrgäste ein. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 betrug der Fahrgastrückgang im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 42 Prozent.

Im ÖPNV, der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, ging das Fahrgastaufkommen im ersten Halbjahr 2021 nach vorläufigen Ergebnissen um 17 Prozent zurück. So waren im Eisenbahn-Nahverkehr einschließlich S-Bahnen mit 680 Millionen Fahrgästen 24 Prozent weniger Menschen unterwegs als im Vorjahreszeitraum. Mit Straßenbahnen fuhren 1,1 Milliarden Fahrgäste (-23 Prozent). Die derzeit gemeldeten Daten für den Nahverkehr insbesondere mit Bussen, der einen Rückgang um rund zehn Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Fahrgäste aufweist, bilden möglicherweise den tatsächlichen Rückgang nicht vollständig ab – unter anderem deshalb, weil im Nahverkehr viele Fahrgäste Zeitkarten besitzen. Diese Tickets wurden vermutlich aufgrund der Pandemie vergleichsweise selten genutzt, so Destatis. Daher sei hier noch mit Revisionen der Meldewerte durch die Verkehrsunternehmen zu rechnen.

Die für das gesamte erste Halbjahr 2021 ermittelten Rückgänge der Fahrgastzahlen sind laut den Statistikern ausschließlich auf das erste Quartal 2021 zurückzuführen. Das gesamte erste Quartal 2021 war von der Corona-Pandemie geprägt, während sich die Pandemie im Jahr 2020 erst ab März deutlich auf den öffentlichen Personenverkehr ausgewirkt hatte. So waren im ersten Quartal 2021 insgesamt 39 Prozent weniger Menschen im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs als im Vorjahresquartal (Nahverkehr: -38 Prozent; Fernverkehr: -67 Prozent).

Dagegen wurden im zweiten Quartal 2021 Busse und Bahnen wieder stärker genutzt als im von der ersten Corona-Welle geprägten zweiten Quartal 2020. Im zweiten Quartal 2021 fuhren insgesamt 20 Prozent mehr Fahrgäste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen als im Vorjahresquartal (Nahverkehr: +20 Prozent; Fernverkehr: +51 Prozent). Insgesamt lag das Fahrgastaufkommen im Linienverkehr im ersten Halbjahr 2021 um 42 Prozent und im zweiten Quartal 2021 um 38 Prozent unter den Werten des jeweiligen – noch nicht von der Corona-Krise betroffenen – Zeitraumes im Jahr 2019.

Das Bild zeigt beispielhaft Fahrgäste vor der Corona-Pandemie, hier am Halt Altmarkt in Dresden auf die Straßenbahnlinie 4 wartend. (Foto: DVB)

Von: Thomas Burgert

Ein Doppeldeckerbus von Stagecoach (Foto: Stagecoach)
Ein Doppeldeckerbus von Stagecoach (Foto: Stagecoach)
NEUER TRANSPORTGIGANT SOLL ENTSTEHEN
21.09.2021

UK: National Express will Stagecoach übernehmen

Der britische Fernbus-Anbieter National Express hat den Aktionären seines Konkurrenten Stagecoach ein Übernahmeangebot unterbreitet. Ziel sei es, einen »Transportgiganten« zu schaffen.



Stagecoach-Aktionären werden 0,36 Aktien je Stagecoach-Aktie geboten, wodurch sie 25 Prozent am zusammengelegten Geschäft halten würden, während National Express-Aktionäre 75 Prozent halten würden, berichtet die britische Zeitung Evening Standard.

Ziel sei es, mit dem Zusammengehen die Kosten zu senken, so sollen unter anderem Depots und IT gemeinsam genutzt werden. Ein Kosteneinsparungspotenzial von 35 Millionen Pfund soll gehoben werden. Zudem will man mit der Fusion Investitionen in umweltfreundliche Antriebe ermöglichen.

Laut Handelsblatt würde ein »neuer Transportgigant« entstehen. Stagecoach hat über 8000 Busse und 24.000 Beschäftigte und ist das größte Busunternehmen in Großbritannien. Das Unternehmen wird mit einem Marktwert von rund 445 Millionen Pfund (518 Millionen Euro) taxiert. Mit rund 1,4 Milliarden Pfund wird National Express bewertet. National Express ist der größte Fernbus-Anbieter in Großbritannien und der zweitgrößte Schulbus-Betreiber, nach eigenen Angaben hat das Gesamtunternehmen über 28.600 Fahrzeuge und weltweit über 48.000 Mitarbeiter. Beide Busanbieter hatten unter der Pandemie zu leiden, weshalb die Fusion von Beobachtern auch als Reaktion darauf bezeichnet wurde. Laut Evening Standard haben beide Unternehmen seit dem Beginn der Corona-Pandemie die Hälfte ihres Marktwertes eingebüßt.

Die Börse zumindest reagierte positiv auf die Pläne. Laut dem Online-Portal Finanzen.net zogen die National-Express-Aktien in London zeitweise um 7,71 Prozent auf 2,40 Pfund an, die Aktien von Stagecoach stiegen zwischendurch sogar um 24,76 Prozent auf 0,8295 Pfund.

2009 hatte – umgekehrt – Stagecoach angeboten, National Express für 1,7 Milliarden Pfund zu übernehmen, was National Express jedoch ablehnte.

Von: Thomas Burgert / Sebastian Glinski

Die Berliner Koalition ist sich nicht einig, ob die Seilbahn zu den Gärten der Welt in den ÖPNV integriert werden soll. (Foto: Leitner Seilbahnen)
Die Berliner Koalition ist sich nicht einig, ob die Seilbahn zu den Gärten der Welt in den ÖPNV integriert werden soll. (Foto: Leitner Seilbahnen)
SEILBAHN-VERBINDUNG ZU GÄRTEN DER WELT
20.09.2021

BERLIN: Keine ÖPNV-Integration der Seilbahn geplant

Seilbahnen im urbanen Raum zur Stärkung des Nahverkehrs werden immer wieder diskutiert, eine bestehende Anlage in Berlin will die Senatsverwaltung hingegen vorerst nicht in den ÖPNV integrieren.



In Berlin soll die Seilbahn, die im Bezirk Marzahn vom U-Bahnhof Kienberg zu den Gärten der Welt führt, nicht in den ÖPNV integriert werden, berichtet die Berliner Woche. Es sei nicht geplant, die Seilbahn in den Nahverkehr zu integrieren, wird Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese zitiert. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) unter Senatorin Regine Günther (Grüne) hatte sich schon in der Vergangenheit skeptisch gegenüber einer Integration der Seilbahn geäußert. Die Seilbahn selbst war zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Jahr 2017 errichtet worden und blieb auch nach der Ausstellung in Betrieb.

Die Frage werde sein, ob angesichts der coronabedingten Einschränkungen des Landeshaushaltes »das Geld für eine Seilbahn mit BVG-Ticket ausgegeben werden oder für andere Zwecke zur Verfügung stehen soll«, hatte der Abgeordnete Stefan Ziller (Grüne) bereits zu Anfang des Jahres gesagt. Die Grünen hatten stets auf die Kosten der Seilbahn-Verbindung verwiesen und betont, man wolle andere ÖPNV-Angebote ausbauen. So war seitens der Senatsverwaltung das Rufbus-System weitergeplant worden, das ab Mai 2022 die Ortsteile Biesdorf, Mahlsdorf und Kaulsdorf besser anbinden soll.

Kritik an den Plänen der Verkehrsverwaltung kommt von der SPD und der Linken, die in Berlin mit den Grünen eine Koalition bilden. »Wir sind uns sicher, dass das Potenzial größer sein wird, als es der Senat vermutet. Und wir werden uns dafür einsetzen, dass die nächste Koalition die BVG-Seilbahn auf den Weg bringen wird«, erklärten die Abgeordneten Iris Spranger (SPD) und Kristian Ronneburg (Linke). Iris Spranger, die Mitglied im Verkehrsausschuss ist, kritisierte die Haltung der Grünen, die »am liebsten alle Autos verbieten wollen« und sich gleichzeitig gegen eine »fundamentale Verbesserung des ÖPNV-Angebotes in einem Außenbezirk wehren« würden.

Spranger verwies darauf, dass in Marzahn »nicht einmal geplant oder gebaut werden müsste, sondern eine vorhandene und sich im Betrieb befindende schnelle Verbindung lediglich in die BVG eingegliedert werden« müsste. »Wir haben bereits eine Seilbahn bei uns im Bezirk und sind sehr stolz darauf«, hatte Ronneburg im März gegenüber dem RBB erklärt. Die Seilbahn möchte man in den bestehenden ÖPNV integrieren und könne sich »durchaus weitere Seilbahnverbindungen vorstellen«.

Von: Thomas Burgert

Ingo Wortmann, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (Foto: VDV)
Ingo Wortmann, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (Foto: VDV)
GASTBEITRAG VON VDV-PRÄSIDENT INGO WORTMANN
19.09.2021

110.000 bis 2030: Ohne Personal keine Mobilitätswende

Ingo Wortmann, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), spricht über die Arbeitgeberinitiative www.in-dir-steckt-zukunft.de und den Personalbedarf in der Branche.



Fortführung der Arbeitgeberinitiative

Das eigens eingerichtete „Klimakabinett“ des Bundes hatte Ende 2019/Anfang 2020 ganze Arbeit geleistet. Es stellte erhebliche Mittel zur Verfügung, um endlich wieder in Infrastruktur und in Fahrzeuge investieren zu können. Viel wurde angepackt und verbessert: Regionalisierungsmittel, Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, Entflechtungsmittel und vieles mehr. In der Covid-Krise wurde das Personenbeförderungsgesetz novelliert, Trassenpreise reduziert, ÖPNV-Rettungsschirme wurden gespannt, Hilfen für die Bahnen beschlossen. Diese Liste ließe sich fortsetzen. All diese Entscheidungen gelten weiter – und die Erwartungshaltung der Politik ist, dass aus diesen Beschlüssen auf Seiten der Branche auch verkehrliche und bauliche Taten folgen. Es ist kein Zufall, dass ebenfalls 2019 die Arbeitgeberinitiative (www.in-dir-steckt-zukunft.de) ihre Arbeit aufnahm. Denn es fehlt teilweise das Personal für die Umsetzung.

Personalmangel in allen Bereichen

Und zwar mehr denn je und in allen Bereichen. Tatsächlich zeigte eine Branchenumfrage im Coronajahr 2020, dass rund 76 Prozent der Unternehmen mehr Einstellungen als 2019 vornahmen. Rund ein Drittel hat bis zu zehn Prozent mehr Personal eingestellt, rund 20 Prozent der Befragten haben sogar bis zu 15 Prozent und mehr neue Stellen besetzt als im Jahr davor. Auch die Zahl der Bewerbungen in der Branche hat im letzten Jahr zugenommen, denn die Verkehrsunternehmen sind wieder attraktive Arbeitgeber. Zudem gab es in der Branche auch im letzten Jahr so gut wie keine Stellenkürzungen oder pandemiebedingte Kurzarbeit, denn die Unternehmen haben zu jedem Zeitpunkt der Krise nahezu das komplette Leistungsangebot gefahren. Insofern bleibt der Personalbedarf der Branche in Corona-Zeit ungebrochen hoch. Er wird mittelfristig weiter steigen. Die Bus- und Bahnunternehmen bieten – das steht auf der Habenseite – zahlreiche Jobs, die zukunftsfähig, krisensicher und angesichts der Klimakrise auch sinnstiftend und nachhaltig sind.

Klimaschutz und Mobilitätswende Treiber der Entwicklung


Die Mobilitätswende und mit ihr das Erreichen der Klimaschutzziele sind wesentliche Treiber und Ankerpunkte für die Zukunftsstrategie der Verkehrsunternehmen. Die Umsetzung einer klimaneutralen Mobilität, einer Angebotsoffensive mit digitalen Innovationen sowie dem erforderlichen Ausbau der Infrastruktur lässt sich jedoch nur mit einer vorausschauenden Personalgewinnung umsetzen. Denn der demografische Wandel und die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt betreffen auch die Verkehrsbranche. In den nächsten zehn Jahren werden die „Baby Boomer“ als stärkste Gruppe der Arbeitnehmer schrittweise in den Ruhestand gehen. Selbst eine fortlaufende Digitalisierung und weitere Einflussfaktoren werden nicht dazu führen, diese Personalabgänge auszugleichen. Mit Blick auf den Bewerbermarkt lässt sich schon jetzt beobachten, dass sich der Wettbewerb um die besten Fach- und Führungskräfte weiter verschärfen wird. Eines der strategischen Topthemen der Verkehrsunternehmen ist demzufolge eine fokussierte Personalstrategie und eine forcierte Personalgewinnung.

Entscheidend: Positionierung als Zukunftsbranche am Bewerbermarkt

Eine Voraussetzung für den Erfolg ist eine eindeutige Positionierung als Zukunftsbranche am Bewerbermarkt. Das wird für die Verkehrsunternehmen, Verbünde und Aufgabenträger einer der Schlüsselfaktoren sein, um als Branche entsprechend wahrgenommen zu werden. Wachstum setzt bundesweit ein konsequentes Nach- und Neubesetzen von Positionen in den Unternehmen voraus. Nur so kann die bereits begonnene digitale Transformation, und der notwendige Wachstumskurs auch personell mit aller Kraft umgesetzt werden. Dafür braucht die Branche ausreichendes, qualifiziertes Personal, wie die jüngste VDV-Personalumfrage unterstreicht. 65 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass im letzten Jahr in ihrem Unternehmen am dringlichsten Personal im Fahrbetrieb gesucht wurde – im Öffentlichen Personennahverkehr arbeiten derzeit allein über 45.000 Busfahrer*innen –, danach folgen gewerblich-technisches Personal, also beispielsweise in den Werkstätten, mit 33 Prozent sowie Ingenieure*innen (27 Prozent) und IT-Fachkräfte (24 Prozent).

Im Wettbewerb um Talente Fahrt aufnehmen, heißt mit der Arbeitgeberinitiative präsent zu sein

Allein im ÖPNV werden bis 2030 zusätzlich rund 110.000 weitere qualifizierte Mitarbeiter*innen für die Mobilitätswende gebraucht, sagt das jüngste Leistungskostengutachten von Roland Berger. Der Bedarf bei den Unternehmen im Fern- und Güterverkehr auf der Schiene kommt noch hinzu. Das ist eine stolze Zahl und eine enorme Herausforderung, der wir uns als Branche seit 2019 auch mit der branchenweiten VDV-Arbeitgeberinitiative stellen. In einem harten Wettbewerb um die besten Köpfe ist es wichtig, als Branche geschlossen aufzutreten. Arbeitgeber werden am Bewerbermarkt nur dann gesehen, wenn sie sich eindeutig positionieren und als starke Wachstums- und Zukunftsbranche zeigen. Die 2019 aus der Taufe gehobene bundesweite Arbeitgeberinitiative ist daher Gold wert im Kampf um die Leute, die die Mobilitätswende verkörpern sollen. Sie ist neben der individuellen Personalarbeit vor Ort ein wichtiger Kanal für die bundesweite Rekrutierung von Bewerber*innen aller Qualifikationen und Karrierelevel. Alle VDV-Mitgliedsunternehmen haben die Chance, sich an der Arbeitgeberinitiative zu beteiligen und so von einer verstärkten überregionalen Außenwahrnehmung einerseits und dadurch hervorgerufenen lokalen Bewerbungen andererseits zu profitieren. Teilnehmende Unternehmen können diese Angebote nutzen, um die eigene Personalarbeit zu erleichtern und zu professionalisieren.

Optimierung und Kostenersparnis bei Rekrutierung und Personalarbeit

Personalbeschaffung wird zunehmend komplexer. Die Auswirkungen der Digitalisierung – beschleunigt durch die Erfahrungen aus der Pandemie-Zeit – erfordern die Anpassung der Recruiting-Prozesse, um den Erwartungen von Bewerberinnen und Bewerbern verstärkt zu entsprechen. Personalverantwortliche werden dabei auch Weichensteller für eine neue digitale Ära sein. Mehr denn je geht es dabei um die Einführung und Umsetzung von neuen Formen der Rekrutierung, von digitalen Bewerbungstools oder einer klaren Markenbildung als Arbeitgeber („Employer Branding“) auf der eigenen (Karriere-)Website, um am Bewerbermarkt sichtbarer zu werden. Die Arbeitgeberinitiative fördert und befähigt die Unternehmen, ihre eigenen Maßnahmen zur Personalgewinnung mit Hilfe des Serviceportals, dem „Marktplatz“, zu optimieren. Ziel ist es, die Personalrekrutierung noch effizienter, digitaler und professioneller zu gestalten. Bereits vereinbarte Sonderkonditionen mit den Dienstleistern kommen den Teilnehmern wirtschaftlich unmittelbar zugute. Der „Marktplatz“ als Service- und Informationsplattform greift relevante Themen der Personalgewinnung auf, vermittelt Trends, konkrete Werkzeuge und bietet Dienstleistungen rund um das Thema Personalrekrutierung an. Das Praxiswissen und die Expertise liegen dabei auch in der Branche und ihren Erfahrungen selbst: Mit dem digitalen Veranstaltungsformat, dem „AI-Personaldialog“ fördert die Arbeitgeberinitiative den Wissenstransfer zwischen den Unternehmen. Anhand von Praxisbeispielen und Impulsvorträgen aus der Branche für die Branche werden Personalthemen aufgenommen und diskutiert. Durch dieses Angebot entsteht ein lebendiges Netzwerk mit einen impulsgebenden Wissenstransfer.

Effektiv im Netz: Branchen- und Karriereportal „in-dir-steckt-zukunft.de“

Die Arbeitgeberinitiative verfolgt neben der konkreten Unterstützung der Mitglieder das Ziel, als starke Branche deutlicher sichtbar zu werden. Das Karriereportal www.in-dir-steckt-zukunft.de zeigt, wofür die Branche steht und welche Talente sie für die Umsetzung ihrer Ziele braucht. Authentische Einblicke machen die Arbeitswelt der Verkehrsbranche in der Öffentlichkeit erlebbar. Durchschnittlich fast 14.500 Besucherinnen und Besucher pro Monat konnten durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen auf das Portal geführt werden. Das Herzstück bildet ein bundesweiter Stellenmarkt, der für alle Berufsgruppen und Qualifikationslevel offen ist. Dieser wird durch eine gezielte, praxisnahe Kommunikation in der Personalarbeit – auch durch einen Blog und Social Media – kommunikativ vermarktet.

Ausblick: Arbeit fortsetzen, wenn sie eigentlich erst beginnt

Mit einer Mehrheit von 93 Prozent haben die VDV-Mitglieder für die Fortführung der VDV-Arbeitgeberinitiative gestimmt. Ein klarer Auftrag, unsere Branche nach innen auf dem Weg zur digitalen Rekrutierung weiter zu befähigen und nach außen den dauerhaften strategischen Auftrag der Arbeitgeberinitiative offensiv wahrzunehmen. Dies mit dem Ziel, das Bild einer starken Branche mit attraktiven Arbeitgebern in der Öffentlichkeit weiter zu schärfen. Die klare und eindeutige Botschaft lautet dabei: Verkehrsunternehmen und -verbünde bieten sinnstiftende Arbeitsplätze und sind eine Zukunftsbranche in bewegten Zeiten.


Gastbeitrag von Ingo Wortmann
Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) und Geschäftsführer für den Bereich Mobilität der Stadtwerke München GmbH. Seit 6. November 2018 VDV-Präsident. Die vollständige Vita von Ingo Wortmann finden Sie auf der Internetseite des VDV [Link].

Von: Ingo Wortmann

Freuen sich über die Einigung: Daniel Günther, Claus Weselsky, Martin Seiler und Stephan Weil (v.l.n.r.). (Foto: DB AG/ Dominic Dupont)
Freuen sich über die Einigung: Daniel Günther, Claus Weselsky, Martin Seiler und Stephan Weil (v.l.n.r.). (Foto: DB AG/ Dominic Dupont)
TARIFEINHEITSGESETZ WIRD ANGEWENDET
16.09.2021

DB/GDL: Einigung im Tarifstreit erzielt

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben sich auf einen Tarifabschluss verständigt, womit der Tarifkonflikt beigelegt ist.



Die Verständigung zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL sieht eine Lohnerhöhung von 3,3 Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 32 Monaten vor. Zum 1. Dezember 2021 sollen die Löhne um 1,5 Prozent, zum 1. März 2023 um weitere 1,8 Prozent steigen. Außerdem wird eine weitere Corona-Prämie gezahlt: Zum 1. Dezember dieses Jahres erhalten die Beschäftigten je nach Lohngruppe 600 bzw. 400 Euro oder 300 Euro, zum 1. März 2022 weitere 400 Euro. Bei der betrieblichen Altersvorsorge wird die DB weiterhin 3,3 Prozent Arbeitgeberanteil in den Pensionsfonds einzahlen. Das Alt-System der Zusatz-Betriebsrente wird endgültig geschlossen und ab 2022 nur noch für Bestands-Mitarbeitende weitergeführt.

Der Tarifkompromiss sei in »vertraulichen und intensiven Verhandlungen gelungen«, nachdem beide Seiten in den strittigen Fragen aufeinander zugegangen seien, erklärten die Beteiligten. Die Verhandlungen seien unter Vermittlung der beiden Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther (CDU), wieder in Gang gekommen. »Der gordische Knoten ist gelöst. Das bedeutet: einen Lohnabschluss, der die Corona-Schäden berücksichtigt und das Engagement unserer Beschäftigten würdigt. Er beinhaltet auch eine branchenführende Altersvorsorge«, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler.

Mit dem Tarifabschluss einigten sich DB und GDL auch auf Regelungen, wie mit unterschiedlichen Tarifverträgen in den Betrieben des DB-Konzerns umgegangen wird. Das Tarifeinheitsgesetz kommt zur Anwendung. Die GDL ist bereit zu einem notariellen Verfahren zur Feststellung der Mehrheiten in den 71 Betrieben. Einen Kompromiss fanden DB und GDL ebenfalls beim Thema, in welchen Betrieben mit der GDL Tarifverträge abgeschlossen werden. Die GDL bleibt in ihren bisherigen Betrieben vertreten. Eine Ausdehnung darüber hinaus findet mit diesem Tarifabschluss nicht statt. In den bisherigen Betrieben kommen Berufsgruppen hinzu, beispielsweise Werkstattmitarbeitende. Die Tarifverträge der GDL kommen in ihren Mehrheitsbetrieben – aktuell 16 – zur Anwendung.

Mit dem Tarifabschluss seien keine Einschränkungen für die Tarifierung von weiteren Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern verbunden, betonte GDL-Chef Claus Weselsky. »Bei entsprechender Mitgliederstärke werden wir auch für die Kollegen auf den Stellwerken, in den Bahnhöfen und in der Instandhaltung der Netzbetriebe bessere Tarifverträge abschließen.« Weselsky fügte hinzu: »Damit konnte auch in einer wirtschaftlich angespannten Situation des DB-Konzerns ein angemessener Tarifabschluss erzielt werden.«

Von: Thomas Burgert

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