18.06.2018

VRR: WÜST TESTET NEUE TICKET-GENERATION

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) testet seit diesem Frühjahr mit »Next-Ticket« eine neue Ticket-Generation. Das mehrmonatige Pilotprojekt wird vom Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen mit 600.000 Euro gefördert. In der ersten Testphase wurden die Fahrten nach dem bestehenden VRR-Tarif abgerechnet, mit dem Kilometertarif geht der Test in die zweite Phase. Ziel ist es laut VRR, Tarifstrukturen zu vereinfachen und Kunden den Zugang zum Nahverkehr zu erleichtern.



Im Rahmen einer Sonderfahrt mit der Straßenbahnlinie 302 der Bogestra erläuterte VRR-Vorstand José Luis Castrillo den neuen elektronischen Tarif. An der Fahrt nahm auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) teil. Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft präge und verändere auch den ÖPNV, sagte der Verkehrsminister und bezeichnete Next-Ticket als »ein wegweisendes Pilotprojekt für ein zeitgemäßes und kundenfreundliches ÖPNV-Angebot«.

Die erste Phase des Praxistests sei laut VRR ausgesprochen positiv verlaufen. Rund 25.000 Fahrten hätten die Testteilnehmer unternommen und die Abrechnung der Fahrten über den Kooperationspartner Bogestra sei dabei reibungslos verlaufen. Auch erste Ergebnisse aus der Marktforschung seien zufriedenstellend. Rund 3000 Testteilnehmer hätten sich zu einer Befragung durch die Marktforschung bereit erklärt, die Rücklaufquote habe bei über 50 Prozent der Fragebögen gelegen. »Das zeigt uns, dass die Fahrgäste das Angebot mitgestalten möchten und sich aktiv einbringen«, sagte Castrillo.

In der nun laufenden zweiten Testphase spielen Preisstufen keine Rolle mehr – Fahrgäste zahlen immer nur die Leistungen, die sie tatsächlich auch in Anspruch nehmen. Der Fahrpreis setzt sich aus einem Festpreis zwischen 1,40 und 1,45 Euro pro Fahrt und einem sogenannten Leistungspreis in Höhe von 0,20 Euro pro gefahrenen Kilometer zusammen. Der VRR hat in seinen Kilometertarif eine Preisbegrenzung eingebaut. Fahrgäste zahlen nie mehr als 15,30 Euro pro Fahrt in der zweiten Klasse. Zudem ist jede fünfte Fahrt eines Erwachsenen in der zweiten Klasse kostenlos.

Das Bild zeigt (von links): Simone Mathea (VRR), Jörg Filter (Bogestra), José Luis Castrillo (VRR), Verkehrsminister Hendrik Wüst und Andreas Kerber von der Bogestra. (Foto: VRR)

Von: Thomas Burgert

Die Geschäftsführerinnen von Regiobus Elke van Zadel (links) und Regina Oelfke freuen sich, eine wichtige Hürde zur Direktvergabe genommen zu haben. (Foto: Region Hannover)
Die Geschäftsführerinnen von Regiobus Elke van Zadel (links) und Regina Oelfke freuen sich, eine wichtige Hürde zur Direktvergabe genommen zu haben. (Foto: Region Hannover)
REGIOBUS NIMMT EINE DIREKTVERGABE-HÜRDE
18.06.2018

HANNOVER: Kein Konkurrenz-Antrag

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat am 15. Juni mitgeteilt, dass auf die Verkehrsleistungen der Regiobus Hannover kein eigenwirtschaftlicher Antrag eingegangen ist.



Die Genehmigungsfrist zwischen 14. März und 14. Juni 2018 sei ohne Anträge verstrichen. Damit sei der Weg frei für die Vergabe eines ÖDA durch die Region Hannover an die Regiobus ab 1. Januar 2020 für weitere zehn Jahre, teilt Regiobus mit. »Auch wenn damit der ÖDA noch nicht an die Regiobus vergeben ist, ist dies ein Etappenziel, das uns optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Wir müssen nun allerdings dringend mit Hochdruck weiter an der Umsetzung der Maßnahmen arbeiten, welche die Region in die Lage versetzen, uns beauftragen zu können«, sagte Geschäftsführerin Regina Oelfke.

Laut der Neuen Presse liege der Kostendeckungsgrad des Unternehmens bei niedrigen 40 Prozent. Deswegen habe Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz angekündigt, die Angebotseffizienz zu erhöhen, »um den Wirtschaftlichkeitsanforderungen in den kommenden zehn Jahren gerecht zu werden«, heißt es in der Regiobus-Mitteilung. Voraussetzung für die Direktvergabe sei ein zukunftsfähiges Busnetz. Die entsprechenden Vorgaben dazu habe die Region Hannover mit dem Regionalbuskonzept beschlossen.

Laut NP würden neben Linienoptimierungen die Betriebsstandorte bei Fragen der Effizienzsteigerung im Fokus stehen. Nach einem Gutachten, welches nach dem Brand des Betriebshofs Eldagsen erstellt worden sei, lägen die Standorte Eldagsen und Wunstorf zu dezentral. Auch hätten die Betriebsstandorte der Regiobus einen Sanierungsbedarf in zweistelliger Millionenhöhe. Wie bereits berichtet, hatte die LNVG die Förderung des Neubaus in Eldagsen ausgesetzt, um mögliche Konkurrenzanträge abzuwarten. Dieses Aussetzen wollte Regiobus dazu nutzen, um die Betriebshof-Situation neu zu bewerten – auch im Hinblick auf die künftige Elektrifizierung der Busflotte.

Von: Sebastian Glinski

Die Preise sind beim Fernbus inzwischen gestiegen, doch ist dieser Trend nicht unbegrenzt ausweitbar. (Symbolfoto: Flixbus)
Die Preise sind beim Fernbus inzwischen gestiegen, doch ist dieser Trend nicht unbegrenzt ausweitbar. (Symbolfoto: Flixbus)
STEIGERUNG NICHT UNBEGRENZT
18.06.2018

FERNBUS: Ticketpreise steigen

Laut dem Marktforschungsinstitut Iges steigen die Ticketpreise beim Fernbus, allerdings nicht auf allen Strecken und auch nicht unbegrenzt.



Die Preise für Fahrten mit dem Fernbus steigen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die sich auf Zahlen des Marktforschungsinstituts Iges beruft. Demnach würden Fahrten mit dem Fernbus besonders »auf gut nachgefragten Routen schrittweise teurer«. Nach aktuellen Daten vom April 2018 lag demnach der Preis für eine Fahrt mit dem Fernbus bei durchschnittlich 10,2 Cent pro Kilometer. Dies sind laut Iges vier Prozent mehr als zur selben Zeit im Vorjahr. Vor drei Jahren habe der Normalpreis bei 8,6 Cent gelegen, heißt es bei Iges und dessen Geschäftsführer Christoph Gipp hält weitere Preissteigerungen für möglich. Vielleicht könnten noch elf Cent pro Kilometer erreicht werden, sagte Gipp der Deutschen Presse-Agentur.

Weiter werde es jedoch »nicht gehen«, führte Gipp weiter aus und betonte: »Der Trend ist nicht unendlich ausweitbar.« Zwar gelinge es den Fernbusanbietern »immer besser, die einzelnen Preise ähnlich wie Fluggesellschaften der Nachfrage anzupassen und so die Erlöse zu erhöhen«. Da der Bus jedoch immer etwas billiger als die Bahn bleiben müsse, um ein Umsteigen zu vermeiden – was drohe, da die Bahn auf vielen Strecken schneller als der Bus ist – sei diese Art der Preisoptimierung beim Fernbus nicht unbegrenzt durchführbar.

Zudem reagiert auch die Deutsche Bahn. Erst kürzlich hatte der Bahnkonzern angekündigt, Sparpreistickets ab 19,90 Euro ab August dauerhaft anzubieten (Der Rote Renner berichtete). Da dieser Sparpreis beim Besitz einer Bahncard noch weiter sinkt, gibt es hier einen echten Preiskampf. Denn auch beim Fernbus werden Sparpreis-Tickets angeboten, die laut Iges-Zahlen vom April durchschnittlich 3,8 Cent pro Kilometer kosteten. Um diesen Betrag pendle der Preis seit drei Jahren. Eine Verknappung der Kontingente sehe man hier nicht, fügte Gipp hinzu.

Hintergrund: In den Zahlen von Iges sind weitere Einnahmen wie Zusatzgepäck, Reservierungen und Snackverkauf nicht berücksichtigt. Laut Iges fahren Busse von Flixbus in Deutschland 94 Prozent aller Fahrplankilometer bei den Fernbussen.

Von: Thomas Burgert

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