22.07.2018

BMVI: SCHON VIELE ANTRÄGE AUF BUSNACHRÜSTUNG

Am vergangenen Freitag wurde in Düsseldorf der bundesweit erste ÖPNV-Dieselbus mit SCR-Nachrüstung vorgestellt. Rheinbahn-Vorstand Klaus Klar, Hermann Josef Schulte vom Nachrüst-Unternehmen HJS, der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (von links) präsentierten dazu einen nachgerüsteten Bus der Rheinbahn. Das Verkehrsunternehmen hat dabei auch sehr ambitionierte Nachrüst-Pläne verkündet. Wie Scheuer erklärte, fahren ÖPNV-Busse pro Jahr mehr Kilometer in den deutschen Städten als alle anderen Verkehrsteilnehmer. Deswegen unterstütze das Bundesverkehrsministerium (BMVI) die Kommunen mit 107 Millionen Euro dabei, Dieselbusse nachzurüsten.



Die Förderung erfolgt im Rahmen des »Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020«. Bisher sind laut Scheuer aus ganz Deutschland Anträge für knapp tausend Busse mit einem Fördervolumen von rund 8,5 Millionen Euro eingegangen. Gemeinsames Ziel von Bund, Ländern und Kommunen sei es, die Luftqualität in den Ballungsräumen nachhaltig zu verbessern und den Ausstoß von Stickoxiden zu reduzieren und damit auch drohende Fahrverbote zu vermeiden. Ein Schlüssel dafür seien moderne Fahrzeugtechnik und emissionsarme Abgassysteme. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe bereits drei eingereichte Anträge zu Nachrüstlösungen genehmigt. (Foto: BMVI)

Von: Peter Gebauer

Mit ihrem ambitionierten Bus-Investitions- und Nachrüstungsprogramm will die Rheinbahn einen sehr deutlichen Beitrag zu einer besseren Luft in Düsseldorf leisten. (Foto: Rheinbahn)
Mit ihrem ambitionierten Bus-Investitions- und Nachrüstungsprogramm will die Rheinbahn einen sehr deutlichen Beitrag zu einer besseren Luft in Düsseldorf leisten. (Foto: Rheinbahn)
ÜBER 40 MIO. EURO INVESTITIONEN IN BUSFLOTTE
22.07.2018

RHEINBAHN: 155 Busse werden nachgerüstet

Die Düsseldorfer Rheinbahn tauscht 89 ältere Busse gegen moderne abgasarme Fahrzeuge aus und rüstet insgesamt 155 ältere Euro-5-Busse mit Abgasnachbehandlungssystemen nach.



Der Rheinbahn-Aufsichtsratschef und Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel hat die Nachricht Ende vergangener Woche zusammen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser verkündet. Das Aufsichtsgremium des Verkehrsunternehmens hatte den Vorstand am 10. Juli einstimmig beauftragt, den Austausch 89 älterer Busse gegen neue sowie das Nachrüsten von 155 älteren Euro 5-Fahrzeugen mit Abgasnachbehandlungssystemen vorzubereiten und zur Entscheidung vorzulegen. Dabei werden die 155 Nachrüstanlagen vom Verkehrsministerium mit 40 Prozent gefördert. Diese Maßnahme findet auch die Zustimmung der Umweltministerin; beide Häuser sind sich mit den Düsseldorfer Partnern einig, dass damit ein weiterer Schritt hin zu besseren Luftverhältnissen in der Rheinmetropole getan wird sowie ein bedeutsamer Schritt fort von den Fahrverboten.

Verkehrsminister Scheuer brachte den Düsseldorfern quasi seine Förderung von Abgasnachbehandlungssystemen mit, die die Rheinbahn nun forciert in Angriff nehmen, also ausschreiben will. Oberbürgermeister Geisel stellte das zusätzliche ambitionierte Neubeschaffungsprogramm der Rheinbahn vor, das zusammen mit der Nachrüstung und der vorher bereits betriebenen Busbeschaffung von Euro 6-Fahrzeugen 86 Tonnen Stickoxidreduzierung ergibt. Dazu gehören aktuell der Austausch von 89 älteren Euro 5-Fahrzeugen, die Beschaffung von elf Solo- (zwölf Meter) und zwei Gelenkbussen (18 Meter), der Neuerwerb von 20 Gelenkbussen für die zweite Stufe des Metrobuskonzepts, von der die erste Stufe schon zum Fahrplanwechsel am 29. August an den Start gehen soll sowie die optionale Beschaffung von jeweils zehn Solo- und Gelenkfahrzeugen für mögliche künftige Leistungserweiterungen. Scheuer begrüßte, dass Düsseldorf hier voranschreite; er hoffe obendrein, dass dadurch im gesamten Bundesgebiet der Startschuss für die Aktion pro Luftverbesserung und contra Fahrverbote vernommen und die Förderchancen entsprechend genutzt würden.

Rheinbahn-Vorstand und Arbeitsdirektor Klaus Klar addierte unter Berücksichtigung der zahlreichen offenen Ausschreibungsverfahren überschlägig die Summe der Gesamtinvestitionen für Nachrüstung und Beschaffung auf 42,6 Millionen Euro. Anschließend demonstrierten seine Techniker zusammen mit der Sauerländer Firma HJS, die Abgasnachrüstsysteme herstellt, den probeweise erfolgten Einbau an einem älteren Rheinbahnbus.

Dem aktuellen Beschluss im Aufsichtsrat waren in den vergangenen Jahren vorgezogene Busbeschaffungen im Euro 6-Bereich vorangegangen, so dass sich mit diesen Fahrzeugen der Gesamtbetrag der Belastungen durch Stickoxide von 100 auf 14 Tonnen reduziert – eine Abnahme um 86 Prozent und vom heute circa 14-prozentigen Anteil an den Belastungen in den stark belasteten Stadtstraßen auf ein bis zwei Prozent.

Von: Peter Gebauer

Der WBO sieht beim Thema Mobility Package eine teilweise unsachliche Diskussion.
Der WBO sieht beim Thema Mobility Package eine teilweise unsachliche Diskussion.
WBO KRITISIERT GEWERKSCHAFTSSEITE
20.07.2018

MOBILITY PACKAGE: Unsachliche Diskussion

Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer kritisiert, dass die öffentliche Auseinandersetzung um das EU-Mobility Package »äußerst unsachlich geführt« wird.



Nach Ansicht des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) suggeriere die Gewerkschaftsseite, dass »nach Vorschlägen des EU-Verkehrsausschusses zukünftig Fernbusfahrer zwölf Tage am Stück und 16 Stunden am Tag arbeiten müssten – das ist totaler Quatsch«, sagte Martin Burkart, Referent für Lenk- und Ruhezeiten des WBO. Richtig sei vielmehr, dass »die Anwendung der bestehenden Sieben- bis Zwölftageregelung für die Bustouristik auch auf das Inland angewendet werden soll. Das hat aber mit dem Fernbus nichts zu tun«.

Der WBO weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass speziell beim Fernbus keine Änderungen bei der Regulierung der Sozialvorschriften vorgesehen sind. Durch die geplante Inlandsanwendung soll laut WBO lediglich eine Anomalie abgestellt werden, bei der bislang künstlich zwischen Fahrten im In- und Ausland unterschieden wird. »Mit Verkehrssicherheit hat diese Auslandsauflage nichts zu tun, deshalb ist es vollkommen richtig, diese wiedersinnige Bestimmung abzuschaffen«, kommentiert Burkart.

Nach der Anwendung dieser Ausnahmeregelung für eine einzelne touristische Fahrt hat der Fahrer vier Tage regulär frei. Aus diesem Grund sei die Behauptung »unsinnig, Tricksereien mit der Auslandsregelung seien gang und gäbe«. Jeder Kontrolleur stellt sofort fest, ob er einen Fernbus oder Reisebus vor sich hat. Ebenso besteht für Fahrer eine lückenlose und minutengenaue Nachweispflicht der Lenk- und Ruhezeiten der vergangenen 28 Tage, die im Übrigen auf 56 Tage verdoppelt werden soll. Im Fernbus darf nur sechs Tage hintereinander zwischen zwei Wochenruhezeiten gefahren werden.

Der WBO betont, dass man die Arbeitsbedingungen des Fahrpersonals durch passgenaue Regelungen für die Bustouristik verbessern will. Beispiele hierfür sind die im Verkehrsausschuss angedachten Pausenregelungen, sowie festgelegte Ausnahmen, wenn das Fahrpersonal die Gründe für Verzögerungen nicht zu vertreten hat. Eine Unterstützung in diesen Punkten durch die Gewerkschaften wäre laut WBO »wünschenswert«, ebenso wie beim Thema »eigenständige Regelungen für Busfahrer«, bei dem die Busbranche eine Trennung vom Güterverkehr durchsetzen will.

Von: Thomas Burgert

AN BUS UND BAHN HERANFÜHREN
19.07.2018

GMUND: Bahncard 25 für die Jugend

Gemeinden im Landkreis wollen die Jugendlichen zur Nutzung des Nahverkehrs bewegen, weshalb nun eine Aktion rund um die Bahncard 25 gestartet wird.



Die Gemeinde Gmund am Tegernsee (Landkreis Miesbach) will an die Bürger zwischen sechs und 18 Jahren Gutscheine für den Erwerb der Jugend-Bahncard 25 verschicken, berichtet die Tageszeitung Merkur. Ziel der Maßnahme sei es, die »Jugend an die Nutzung von Bus und Bahn heranzuführen«. Es geht dabei in Gmund um eine Zielgruppe von 650 Personen im entsprechenden Alter.

Die Karte kostet einmalig zehn Euro, sie gilt fünf Jahre lang und gewährt 25 Prozent Rabatt auf Bahn- und Busfahrten. Die Anschaffung der Karten würde damit 6500 Euro kosten. Die Gemeinde übernimmt dann je 25 Prozent der Fahrtkosten beim Regionalverkehr Oberbayern (RVO) und Bayerischer Oberlandbahn (BOB). Somit müssen Kinder und Jugendliche nur mehr 50 Prozent der Kosten zahlen. Gmund leide unter starkem Ziel- und Quellverkehr, wozu die Jugendlichen beitragen würden, »wenn sie von ihren Eltern herumkutschiert werden«, zitiert der Merkur den Bürgermeister Alfons Besel (Freie Wähler).

Gmund ist nach Rottach-Egern und Kreuth die dritte Gemeinde in der Region am Tegrnsee, die dieses Angebot macht. Ob sich auch Bad Wiessee und Tegernsee beteiligen werden, ist laut Merkur noch offen. Nach einem halben Jahr will man gemeinsam mit dem RVO die Zahlen evaluieren.

Kritik an der Aktion gab es im Gemeinderat von Gmund ebenfalls. So gab es seitens der SPD Forderungen, der ÖPNV müsse grundsätzlich verbessert werden und es gab den Vorschlag, sich bundesweit über Modellversuche zu informieren, um so Anregungen für eine Stärkung des Nahverkehrs zu bekommen.

Von: Thomas Burgert

Die neue Wärmepumpenheizung kommt bei einem E-Bus der MVG zum Einsatz. (Symbolfoto: SWM/MVG)
Die neue Wärmepumpenheizung kommt bei einem E-Bus der MVG zum Einsatz. (Symbolfoto: SWM / MVG)
ENTWICKLUNG VON ELEKTROBUSSEN
18.07.2018

MVG: Innovationspartnerschaft mit Valeo

Bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird eine Wärmepumpenheizung für einen E-Bus getestet, die erstmals in einem Linienbus zum Einsatz kommt.



Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft sind zum Zweck der  Weiterentwicklung der Elektrobusse eine weitere Innovationspartnerschaft eingegangen. Neuer Partner ist das Unternehmen Valeo aus Gilching bei München (ehemals Spheros), ein Spezialist für Busklimatisierung (Heizung, Lüftung, Wärmepumpen). Ziel der Zusammenarbeit ist laut MVG eine effizientere Klimatisierung und Heizung von Elektrobussen mittels Wärmepumpe. Zwei weitere Innovationspartnerschaften bestehen bereits mit den Fahrzeugherstellern MAN und Ebusco. Grundsätzlicher Ansatz aller Kooperationen sei es, »neuartige Produkte oder Teilkomponenten zu entwickeln und unter realen Einsatzbedingungen bei der MVG zu testen«.

Im Mittelpunkt der Partnerschaft mit Valeo steht die Umrüstung eines bereits bei der MVG eingesetzten Elektrobusses. Dieses Fahrzeug erhält eine neue Wärmepumpenheizung, die von Valeo entwickelt wurde und bei der MVG erstmals in einem Linienbus zum Einsatz kommt. Die Anlage soll den Fahrgastraum des Busses auch im Winter bei Temperaturen unter Null Grad heizen und die als Rückfalllösung ebenfalls vorhandene Diesel-Zusatzheizung möglichst überflüssig machen. Die bisher eingebaute Wärmepumpte funktioniert – dem  Stand der Technik zum Zeitpunkt des Fahrzeugbaus entsprechend – nur bei Temperaturen deutlich über Null Grad.

Das Fahrzeug wird auch mit Messtechnik ausgestattet, um die Funktionalität der neuen Heizung zu dokumentieren. Vorgesehen ist ein Langzeittest der Anlage im realen Linienbetrieb und Auswertung der Messergebnisse. Die Klimatisierung von Elektrobussen stellt – neben der Leistungsfähigkeit der Batterien – eine der wesentlichen Herausforderungen bei der Entwicklung von serienreifen E-Fahrzeugen dar. »Die Reichweite und damit der Einsatz unserer Elektrobusse dürfen nicht vom Wetter abhängig sein. Deswegen brauchen wir Heiz- und Klimaanlagen, die ihre Energie möglichst nicht aus den Fahrzeugbatterien beziehen«, sagte MVG-Buschef Ralf Willrett. Auch die Diesel-Zusatzheizung könne nur eine Übergangslösung sein, bis Wärmepumpen so effizient sind, dass sie möglichst bei jedem Wetter volle Leistung bringen.

Die Kooperation mit Valeo ist nicht exklusiv. SWM und MVG wollen ihre Zusammenarbeit auch mit anderen  Herstellern fortsetzen und betonen ihre Offenheit für weitere Innovationspartnerschaften. Dies gelte nicht nur für die Elektromobilität, sondern »auch für andere Technologiebereiche.

Von: Thomas Burgert

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