22.08.2019

FELDKIRCHEN: ETTENHUBER PRÄSENTIERT ULTRASCHNELL-LADESÄULEN

Der Busbetrieb Ettenhuber aus Feldkirchen hat auf seinem Betriebsgelände nahe des Autobahnkreuzes München-Ost drei Ultraschnell-Ladesäulen von Allego installieren lassen und diese nun offiziell mit Vertretern der örtlichen Politik und Allego vorgestellt.



Ettenhuber hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag erhalten die Regionalbuslinie 232 (Unterföhring) ab Dezember 2019 mit drei Elektrobussen zu betreiben. Das Unternehmen hat dafür drei Solaris Urbino 12 Electric angeschafft (Der Rote Renner berichtete), welche nachts an den Säulen aufgeladen werden. Damit ist der Busbetrieb Ettenhuber das erste private Busunternehmen im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund welches Elektrobusse im Einsatz hat.

Ab Ende August stehen die Ladesäulen von 8 bis 18 Uhr auch der Allgemeinheit zur Verfügung. Jedes Fahrzeug, dass mit dem Combined Charging System (CSS) kompatibel ist, kann dort geladen werden. »Wir wollen die Elektromobilität fördern und die Klimawende voranbringen. Mit unseren Ladesäulen haben wir damit eine wichtige Voraussetzung geschaffen«, so Josef Ettenhuber. Im Bild von links: Ton Karelse (Allego), Landrat Christoph Göbel, Josef Ettenhuber, Feldkirchens Erster Bügermeister Werner van der Weck (Foto: Ton Karelse/Allego)

Von: Vera Wendlandt-Meeser

Guido Borning, Geschäftsführer des Verbandes des Verkehrsgewerbes Rheinland (VDV Rheinland)
Guido Borning, Geschäftsführer des Verbandes des Verkehrsgewerbes Rheinland (VDV Rheinland)
KRITIK AN AUSSCHREIBUNGSWETTBEWERB
22.08.2019

VDV: Verband sieht dringenden Handlungsbedarf

Die Ereignisse im Kreis Rhein-Hunsrück zeigen laut dem Verband des Verkehrsgewerbes Rheinland erneut die Probleme des Ausschreibungswettbewerbs auf.



Die aktuellen Ereignisse im Busverkehr im Hunsrück würde erneut eine »Verschärfung der Probleme im öffentlichen Personennahverkehr nicht nur in Rheinland-Pfalz« aufzeigen, erklärte Guido Borning, der Geschäftsführer des Verbandes des Verkehrsgewerbes Rheinland. Im zunehmenden Ausschreibungswettbewerb sowie dem Fachkräftemangel sieht er weiterhin die Hauptprobleme für die Branche. Der Ausfall des Schülerverkehrs im Linienbündel »Hunsrückhöhenstraße-Süd« (Der Rote Renner berichtete) belege einmal mehr, dass »hier großer Handlungsbedarf besteht«, erklärte Borning.

Im Bereich der steigenden öffentlichen Ausschreibungen bezweifelt der Mittelstandsverband einen fairen Wettbewerb im Lichte des Landestariftreuegesetzes. So müssen Tarifsteigerungen unmittelbar an die Mitarbeiter weiter gegeben werden, wobei künftige Tarifabschlüsse in der Regel nicht einpreisbar sind. Die in den Verkehrsverträgen zunehmend eingeführten Lohngleitklauseln beziehen sich laut VDV Rheinland auf Indizes, die auf die eigentliche Situation in Rheinland-Pfalz gar nicht übertragbar seien.

Die Gewerkschaft Verdi fordere massive Erhöhungen und Anpassungen beim Manteltarifvertrag. »Solche Steigerungen sind über die lange Laufzeit von in der Regel zehn Jahren nicht vorherzusehen«, führte Borning aus. Daher sei zu befürchten, dass »die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere der klein- und mittelständischen Omnibusunternehmen verloren geht, wenn solche Steigerungen eingepreist werden«.

Die generelle wirtschaftliche Situation, insbesondere der klein- und mittelständischen Busunternehmen bezeichnet Borning als »nach wie vor problematisch«. Durch die sich über viele Jahre hinweg stetig erschwerenden Rahmenbedingungen im ÖPNV beginnend mit der Linienbündelung im Gebiet des VRN im Jahr 2005 bis hin zur Umsetzung des ÖPNV-Konzepts Rheinland-Pfalz Nord sehe sich das private Omnibusgewerbe großen Herausforderungen ausgesetzt. Die Betriebe werden bei ihrem unternehmerischen Handeln durch die staatlichen Vorgaben im Rahmen der derzeitigen Ausschreibungspraxis im ÖPNV, die bis ins kleinste Detail gehen, auf die reine Fahrleistung beschränkt. Unternehmerisches Potential und Know-how sowie die Kreativität und Innovation speziell der mittelständischen Busunternehmen blieben dabei ebenso wie Kundenvorstellungen und Kundenwünsche auf der Strecke.

»Durch eine stärkere Nutzung, der gerade den mittelständischen Busunternehmen innewohnenden Flexibilität, Know-how und Kenntnisse der regionalen Gegebenheiten könnte nach unserer Auffassung, ungeachtet der finanziellen Entwicklungen der öffentlichen Haushalte, der ÖPNV weiter optimiert werden«, sagte Borning weiter. Aus seiner Sicht muss den Omnibusunternehmen eine höhere Verantwortung in die Planung und Gestaltung des Angebots zugebilligt werden, damit diese wirtschaftliche und gleichzeitig kunden- und marktorientiere Leistungen erbringen können. Die Rolle der Politik sieht der Verband darin, richtungsweisende Rahmenbedingungen zu setzen, um den Wettbewerb nicht nur auf Kostenaspekte zu reduzieren sondern auch als Antriebsfeder für innovative Ideen und Qualitätsverbesserungen im ÖPNV zu nutzen.

Weiterhin sollten die Nahverkehrsangebote so ausgestaltet werden, dass ein ausreichendes eigenwirtschaftliches Angebot auch zukünftig möglich ist. Die einzelnen Lose müssten daher eine Größe aufweisen, die eine eigenständige Bewerbung der im regionalen Markt anzutreffenden klein- und mittelständischen Busunternehmen ermöglicht. Im Rahmen der anstehenden Novellierung des rheinland-pfälzischen Nahverkehrsgesetzes wäre noch Handlungsspielraum, meinte Borning. Andernfalls sei zu befürchten, dass »der Mittelstand bei diesem Prozess deutlich verlieren wird und somit Strukturen, die über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurden und sich bewährt haben, wegbrechen«.

Von: Thomas Burgert

Thomas Schäfer ist erneut zum Geschäftsführer der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH bestellt worden. (Foto: WVV)
Thomas Schäfer ist erneut zum Geschäftsführer der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH bestellt worden. (Foto: WVV)
AUFSICHTSRAT BESCHLIESST VERTRAGSVERLÄNGERUNG
21.08.2019

WVV: Thomas Schäfer bleibt Geschäftsführer

Thomas Schäfer ist erneut zum Geschäftsführer der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) bestellt worden.



Der Aufsichtsrat der WVV sowie der Würzburger Stadtrat sprachen sich für eine Vertragsverlängerung ab 2020 um weitere fünf Jahre aus. Damit steht Schäfer bis Ende 2025 an der Spitze des kommunalen Versorgungsunternehmens. Auch zwei Geschäftsführer von fünf Tochtergesellschaften, deren Verträge auslaufen, wurden in ihren Positionen bestätigt.

Neben der Geschäftsführung der Konzernobergesellschaft übernimmt Schäfer auch wieder den Geschäftsführerposten der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB). Auch Sandra Schmitt bleibt bis Ende März 2026 Geschäftsführerin der Würzburger Hafen GmbH (WHG), der WVV Wirtschaftsstandort Würzburg Immobilen-Management GmbH (IMG) sowie der Immobilien-Management-GmbH – Gebäudeservice Würzburg (IMG-G). Bei der Heizkraftwerk Würzburg GmbH (HKW) sowie der Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH (TWV) bleibt Armin Lewetz ebenfalls bis Ende 2025 an der Spitze der beiden Tochtergesellschaften.

»Ich danke den Aufsichtsräten der Gesellschaften und dem Stadtrat für das Vertrauen, das die Gremien Frau Schmitt, Herrn Lewetz und mir entgegengebracht haben«, sagte Schäfer. Er sei froh, auch in den kommenden Jahren wieder eng mit den Kollegen der WVV-Tochtergesellschaften zusammenzuarbeiten und die vertrauensvolle Arbeit fortzusetzen.

Von: Peter Gebauer

Evelin Wißmann (Erste Kreisrätin des Landkreises Hildesheim), Kai Henning Schmidt (Geschäftsführer Stadtverkehr Hildesheim) und die Stadtbaurätin Andrea Döring (v.l.n.r.) (Foto: ROSA Tarifverbund/ Cornelia Kolbe)
Evelin Wißmann (Erste Kreisrätin des Landkreises Hildesheim), Kai Henning Schmidt (Geschäftsführer Stadtverkehr Hildesheim) und die Stadtbaurätin Andrea Döring (v.l.n.r.) (Foto: ROSA Tarifverbund/ Cornelia Kolbe)
UMSETZUNG FOLGT IM DEZEMBER 2019
20.08.2019

HILDESHEIM: Tarifverbund ROSA präsentiert

Im Dezember geht im Raum Hildesheim der Tarifverbund ROSA an den Start, mit dem ein einheitlicher Bustarif verbunden ist.



Im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung wurde am Montag, 19. August, der ROSA-Tarifverbund präsentiert. Die beteiligten Verkehrsunternehmen sowie die beiden Aufgabenträger, Stadt Hildesheim und Landkreis Hildesheim, gaben bekannt, dass die Umsetzung des Verbundes am 15. Dezember 2019 erfolgen soll. Fahrgäste sollen künftig »von einem einheitlichen Bustarif und moderner Kundenkommunikation« profitieren.

Der Name »ROSA« sei eine Hommage an den berühmten tausendjährigen Rosenstock des Hildesheimer Mariendoms, eines der Wahrzeichen der Region. »Wir wollten bereits mit der Namensgebung eine Verbindung zwischen regionaler Verortung, Lokalkolorit und dem Tarifverbund schaffen«, erklärte Kai Henning Schmidt, Geschäftsführer des Stadtverkehrs Hildesheim (SVHI) und des Regionalverkehrs Hildesheim (RVHI). Als Logo-Element dient zudem die Windrose, da sie eine richtungsweisende Funktion ohne Umwege symbolisiert. Diese neue, moderne Wort- und Bildmarke soll sich auch in der Kundenkommunikation wiederfinden, unter anderem auf einer neuen Website.

Die SVHI, die RVHI sowie die Nordwestbahn als assoziierter Partner im Bereich Lammetal, bilden die Verbundgemeinschaft. »Knapp 90 Prozent der lokalen Bevölkerung starten und beenden ihre Fahrt innerhalb der Region, nur gut zehn Prozent verlassen sie. Diese Evaluierung verdeutlicht, wie wichtig ein Zusammenschluss der regionalen Verkehrspartner ist«, erklärt Schmidt weiter zur Partnerschaft. Der hohe Anteil des Binnenverkehrs konzentriert sich auf den Busverkehr, die Auspendler hingegen auf die Schiene.

Der neue Tarifzonenplan ist in Waben unterteilt, dabei entspricht jede Wabe/Zone einer Preisstufe (PS). Die befahrenen Zonen, inklusive Start- und Zielzone, ergeben die zu zahlende Preisstufe.

Von: Thomas Burgert

Im Rahmen einer Notvergabe wurden die Busleistungen an eine Transdev-Tochter vergeben.
Im Rahmen einer Notvergabe wurden die Busleistungen an eine Transdev-Tochter vergeben.
NACH INSOLVENZ BEI BIETERGEMEINSCHAFT
19.08.2019

RHEIN-HUNSRÜCK: Notvergabe von Busleistungen

Im Rhein-Hunsrück-Kreis hat der Kreistag eine Notvergabe der Busverkehrsleistungen beschlossen – mit einem reduzierten Fahrangebot.



Der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises hat in der außerordentlichen Sitzung am 16. August 2019 den Auftrag für die Busverkehrsleistungen im Linienbündel Hunsrückhöhenstraße Süd im Rahmen einer Notvergabe an das Unternehmen Verkehrsbetrieb Rhein-Eifel-Mosel vergeben, teilte das Landratsamt mit. Dieses Unternehmen ist eine Tochter von Transdev.

Gleichzeitig hat der Kreistag beschlossen, den noch bestehenden Vertrag mit der Bietergemeinschaft aus den Verkehrsbetrieben Nagoldtal und der Deinbus Verkehrs-Gesellschaft mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Die Verkehre im Linienbündel Hunsrückhöhenstraße Süd würden zum 2. September 2019 wieder aufgenommen, allerdings mit einem reduzierten Fahrangebot. Dieses umfasst im Wesentlichen den kompletten Schüler- und Kindergartenverkehr, sowie die Regiobuslinie 660 und der Linie 602 mit integriertem Stadtbuslinienangebot.

Die Kreisverwaltung bat um Verständnis, dass »die Verkehre nicht sofort wieder aufgenommen werden können«. Das beauftragte Unternehmen habe mitgeteilt, dass »die notwendigen Ressourcen kurzfristig noch nicht komplett zur Verfügung« stehen. Der Verkehrsbetrieb Rhein-Eifel-Mosel wird von zwei regionalen Verkehrsunternehmen unterstützt werden. Bis zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Verkehre bittet die Verwaltung, die Beförderung der Schüler, sowie der Kindergartenkinder in Eigenregie zu regeln.

Deutliche Kritik an der Situation kam unter anderem aus dem Bildungsministerium. Ein Ministeriumssprecher sprach gegenüber dem Sender SWR von »einem vom Kreis verursachten Problem«. Nach Angaben des zuständigen Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM) sei die Situation hingegen nicht vorhersehbar gewesen – auch nicht bei der Vergabe der Buslinien im Dezember vergangenen Jahres. «Die Finanzen seien überprüft worden, es habe keine Bedenken gegeben«, erklärte der Verbund gegenüber dem SWR. Die europaweite Ausschreibung und die Erstellung des neuen Busfahrplanes hatten der Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) und der Landesbetrieb Mobilität (LBM) übernommen.

Von: Thomas Burgert

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Weitere News zum öffentlichem Personenverkehr:

  • Aktuelle Ausschreibungen und Vergaben.
  • Neuigkeiten aus dem Handelsregister und in Insolvenzverfahren.
  • Berichte von den wichtigsten Veranstaltungen der ÖPNV-/SPNV-Branche.

 

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