24.06.2021

OMNIBUSNEUZULASSUNGEN MAI 2021: ALLES IST RELATIV!

In der Pressemitteilung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) vom 3. Juni 2021 kann man lesen, dass die Neuzulassungen um 5,1% und die Besitzumschreibungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,9% zurückliegen. In unserer Auswertung lassen wir Kleinbushersteller weg und kommen deshalb bei den Neuzulassungen auf ein Minus von 1%. Naja, immerhin!



Aber, was ist denn 2020 für eine Vergleichsbasis? Da gab es im Mai auch schon die Pandemie. Sehen wir doch mal nach 2019: Da liegen wir noch immer um 20% zurück!

Zum Beispiel hatte Daimler/Evobus bis Mai 2019 stolze 1339 Neuzulassungen, in 2020 waren es 1004 und in 2021 sind es 916. Das ist der Hammer. Aber, keine Häme bitte, alle haben aktuell noch immer weniger als in der guten Zeit. Der Zweite, MAN, ging von 612 in 2019 auf aktuell 540. Der Dritte, Iveco, schlägt sich am besten, nämlich von 254 in 2019 auf 244 in 2020. Beim Vierten, Solaris, reduzierten sich die Zahlen von 116 auf 60, fast halbiert. Auch hart ist es bei VDL, nämlich von 105 auf 68, nach 45 in 2020.

Zahlen, Zahlen, mag mancher nun sagen. Das ist doch Schall und Rauch, oder? Nein, da sind wir anderer Meinung. Wenn in 2019 so viel mehr investiert wurde, wir auf 5 Monate gesehen noch immer 550 Busse weniger neuzulassen, reduzieren sich die Abschreibungen. Der ÖPNV hat in Zeiten des Klimawandels und einer sich daran orientierenden Politik sehr gute Zukunftsaussichten. Da besteht folglich ein Nachholbedarf. Spätestens in 2022 dürften die Hersteller Probleme haben, die Nachfrage zu bewältigen. Wetten?! (Grafiken: Martin Wendlandt; Quelle: KBA)

Von: Martin Wendlandt

Der Sprinter 75 in Travel- und City-Ausführung (Foto: Thomas Burgert)
Der Sprinter 75 in Travel- und City-Ausführung (Foto: Thomas Burgert)
SPRINTER CITY 75 UND SPRINTER TRAVEL 75
23.06.2021

MERCEDES-BENZ: Trend zu Minibussen

Der Hersteller Mercedes-Benz sieht einen Trend zu Minibussen, bei den vielfältig einsetzbaren Fahrzeugen gibt es nun einige Neuheiten.



Mercedes-Benz Minibusse bietet mehrere Baureihen für verschiedene Einsatzfelder an. Bei einer Fahrvorstellung in Ulm zeigte der Hersteller am Dienstag, 22. Juni, zwei Fahrzeuge: den Sprinter City 75 und den Sprinter Travel 75. Man sehe einen Trend zu Minibussen, so der Hersteller, dies aus mehreren Gründen. So werde die zunehmende Nachfrage nach On-Demand-Verkehren mehr Minibusse benötigen, dazu komme die Erschließung ländlicher Räume, bei denen sich ein klassischer Linienbus wegen zu geringen Fahrgastzahlen nicht rechnet oder aber die Erschließung von Stadtquartieren, die von großen Bussen nicht befahren werden können.

Bei den vier aktuellen Minibus-Baureihen deckt der Sprinter City den Stadt- und stadtnahen Linienverkehr ab, der Sprinter Transfer übernimmt Überlandlinien, Schulbusverkehr, Ausflugsfahrten und Shuttle-Verkehre, der Sprinter Mobility steht für die Beförderung mobilitätseingeschränkter Fahrgäste zur Verfügung und der Sprinter Travel für den Reiseverkehr. Derzeit verkauft Mercedes-Benz-Minibusse nach eigenen Angaben zwischen 1200 und 1600 Fahrzeuge im Jahr, wobei das Stadtbussegment den höchsten Anteil habe.

Der Sprinter City 75 ist nun zusätzlich in der Ausstattungslinie Interurban zu bekommen. Bei ihm gibt es eine der Körperkontur angepasste gepolsterte Bestuhlung mit hoher und fester Rückenlehne, die mit Zwei- oder Dreipunkt-Sicherheitsgurten verfügbar ist. Bis zu 19 Fahrgastsitze sind in dieser Überlandversion des Sprinter City 75 möglich. Die Liste der verfügbaren Sonderausstattungen umfasst außerdem eine elektrisch betätigte Kassettenrampe als Alternative zur Klapprampe, doppelt verglaste Seitenfenster sowie Klappfenster zur Belüftung im Fahrgastraum. Eine Brandlöschanlage im Motorraum erhöht die Sicherheit nochmals und ein ebenfalls optionaler Zusatztank vergrößert das Kraftstoffvolumen auf 96 Liter.

Der Mercedes-Benz Sprinter Travel 75 bietet als 8,5 Meter langes Fahrzeug maximal 21+1 Fahrgastplätze. Er ergänzt die großen Reisebusse von Mercedes-Benz und schließt mit einem eigenständigen Reisebusheck ab. Hinter der Hubklappe des Gepäckraums im Heck befindet sich ein 2,0 Kubikmeter großer Stauraum. Ihn ergänzen links und rechts seitliche Stauräume mit jeweils 0,3 Kubikmeter Volumen hinter Schwenkklappen. Im Fahrgastraum befinden sich Gepäckablagen mit seitlichen Luftkanälen sowie LED-Lichtschienen, Service-Sets mit verstellbaren Luftausströmern und LED-Leseleuchten.

Die Plattform des Sprinter Travel 75 bietet das Fahrgestell des Mercedes-Benz Sprinter, allerdings nur bis zur B-Säule. Danach schließt sich ein selbsttragendes Minibus-Integralgerippe an. Den Reisebus kennzeichnet ein eigenständiger Radstand von 5100 Millimetern. Er überbietet damit den längsten Radstand des Mercedes-Benz Sprinter um 775 Millimeter. Basis für das hohe zulässige Gesamtgewicht von jetzt 6,8 Tonnen ist eine exklusiv für die Mercedes Benz Minibusse entwickelte Hochlast-Hinterachse mit Luftfederung, wie sie auch im Sprinter City 75 zum Einsatz kommt.

Zur serienmäßigen Sicherheitsaustattung zählen im Sprinter Travel 75 der Seitenwind-Assistent, der Spurhalte-Assistent, der aktive Bremsassistent, der Fahrlicht-Assistent, die Hold-Funktion sowie Zweipunktgurte auf allen Sitzplätzen. Optional sind der Aktive Abstands-Assistent, der Fernlicht-Assistent, der Verkehrszeichen-Assistent, Dreipunkt-Gurte im Fahrgastraum und eine Brandmelde- und Brandlöschanlage im Motorraum erhältlich.

Für die Minibusse bietet Mercedes-Benz umfangreiche Covid-19-Schutzpakete an. Es gibt verglaste Fahrerschutz-Ausstattungen und Neufahrzeuge werden auf Wunsch mit einer Fahrer-Schutzkabine ausgestattet. Sie verfügt über eine verriegelbare Durchgangstür zum Fahrgastraum sowie eine verschließbare Durchreiche für den Fahrscheinverkauf. Zudem werden kontaktlose Desinfektionsmittelspender angeboten, die im Einstiegsbereich montiert werden. Zur Abscheidung schädlicher Aerosole in der Fahrerplatz-Belüftungsanlage steht für die Sprinter Minibusse von Mercedes-Benz ab Juli 2021 in Neufahrzeugen ein antiviraler Aktivfilter für die Frontklimaanlage zur Verfügung. Diese Aktivfilter sind ebenfalls ab Juli 2021 für alle Minibus-Fahrgastklimaanlagen in Neufahrzeugen verfügbar. Sie sind baugleich bereits heute in Aufdach-Klimaanlagen der Mercedes-Benz Großbusse im Einsatz.

Von: Thomas Burgert

Ein moderner Setra-Reisebus zwischen dem S8 (links) und S10 (rechts) (Foto: Thomas Burgert)
Ein moderner Setra-Reisebus zwischen dem S8 (links) und S10 (rechts) (Foto: Thomas Burgert)
BUSMARKE WIRD 70 JAHRE ALT
22.06.2021

SETRA: Ein Name ist auch Programm

Vor 70 Jahren stellte Setra mit dem S8 den ersten in Serie gefertigten Bus mit selbsttragender Karosserie vor, der Beginn einer neuen Epoche.



Am Montag, 21. Juni, feierte die Busmarke Setra am Standort Neu-Ulm ihren 70. Geburtstag. Aufgereiht waren im Kundencenter historische Fahrzeuge der Marke, die dann auch zu Ausfahrten in die nähere Umgebung aufbrachen. Die Geburtsstunde von Setra schlug im Jahr 1951, als die Ulmer Kässbohrer Fahrzeugwerke den S8 vorstellten und der Marke ihren Namen gaben: »selbsttragend«. Der erste in Serie gefertigte Omnibus mit selbsttragender Karosserie, Heckmotor und direktem Antrieb auf die Hinterachse wurde damals auf der Internationalen Automobil Ausstellung IAA in Frankfurt vorgestellt. »Das war der Beginn einer neuen Omnibusepoche«, sagte Florian Laudan, Head of Press Relations & Internal Communications Mercedes-Benz Trucks & Daimler Buses in Neu-Ulm.

Eine Einschätzung, die tatsächlich nicht übertrieben ist. Denn mit dem konsequent umgesetzten Konzept setzte Kässbohrer Maßstäbe und die Setra-Busse verhalfen dem Prinzip der selbsttragenden Bauweise zum Durchbruch. Im Jahr 1952 gingen dann bei Setra 74 Fahrzeuge in Serie, die Produktion war also überschaubar. Der S10, der zweite Setra-Typ nach dem S8, hatte dann einen längeren Fahrzeugkörper als der S8 (sowie einen vergrößerten vorderen Überhang). Mit dem S10 wurde 1959 dann auch das erste Baukastensystem bei Setra eingeführt, was eine Neuheit darstellte. Dieses Modul-Prinzip sorgte dafür, dass die Fahrzeuge wirtschaftlicher hergestellt werden.

Auf die Setra-Baureihe 10 folgten die Busse der 100er Baureihe, die sich durch eine kantigere Form sowie einen vergrößerten Fahrgastraum und eine erweiterte Innenstehhöhe auszeichneten. Die Busse der nächsten Baureihe, der 200er, zeichneten sich dann durch eine völlig unabhängig arbeitende Lüftung und Heizung für Fahrer und Cockpit, einschließlich einer intensiven Entfrostung der Frontscheibe, aus.

Mit Innovationen ging es weiter: Mit der 300er Baureihe kam im Jahr 1991 das völlig neuentwickelte Integralspiegelsystem. Die beheizbaren und von innen verstellbaren, »abgeknickten« Spiegelarme ermöglichten dem Fahrer eine sehr gute Sicht entlang beider Seiten des Busses. Die »Maikäferspiegel« waren das Gesicht dieser neuen Reihe. Um die Übersicht über die Modellpalette zu erleichtern, begann mit der Baureihe 300 die Gliederung des Omnibus-Angebots in die drei Kategorien Top Class, Comfort Class und Multi Class – die es bis heute gibt. Von der 300er Baureihe wurden dann 19.800 Fahrzeuge gebaut.

Im Jahr 1995 wurde dann Evobus gegründet. Setra ist neben Mercedes-Benz eine der beiden Busmarken im Konzern. Mit der Top Class 400 kam dann im Jahr 2001 »La Linea«, ein Design-Merkmal, dass die Reihe optisch prägte. Die Einführung der Reisebusse der Comfort Class 400 erfolgte im Jahr 2004 und im September 2005 gingen dann schließlich die Überlandlinienbusse der Multi Class 400 an den Start. Insgesamt umfasste die Setra-Baureihe 400 mehr als 20 Typen. Im Jahr 2012 wurde die Setra Comfort Class 500 präsentiert und die 500er Baureihe eingeführt, die bis heute gebaut wird. Im Jahr 2014 folgten die Fahrzeuge der Top Class 500. Das aktuelle Flaggschiff ist der Doppelstockbus S 531 DT als größtes Fahrzeuge der Marke, dessen Markteinführung 2019 erfolgte.

Zuletzt wurde Setra wie andere Bushersteller auch schwer durch die Covid-19-Pandemie getroffen. In den Fahrzeugen wurde nun ein umfassendes Hygienekonzept umgesetzt. So setzt die Daimler-Marke in den Bussen auf einen hohen Frischluftanteil, auf raschen Luftwechsel und auf antivirale Hochleistungspartikelfilter. Die serienmäßig verbauten, vollautomatischen Klimaanlagen verringern durch einen raschen Luftaustausch die Ansteckungsgefahr an Bord. Durch die Entlüftung über den Fußraum entsteht in den Hochboden-Fahrzeugen und Hochdecker-Reisebussen ein stetiger Luftaustausch, der so vor einer erhöhten Aerosole-Konzentration schützt.

Neue Aktivfilter steigern die Wirkung in den Klimasystemen der Omnibusse erheblich. Diese mehrlagig progressiv aufgebauten Hochleistungs-Partikelfilter verfügen zusätzlich über eine antivirale Funktionsschicht, die feinste Aerosole filtert. Die neuen Aktivfilter werden sowohl für die Dachklimaanlage, für die Umluftfilter als auch für die Front-Klimabox verwendet. Auf diese Weise werden bis zu 99 Prozent der Aerosole herausgefiltert.

Um Tröpfcheninfektionen zu verhindern, können die Setra-Busse mit Fahrerschutztüren aus Sicherheitsglas oder aus hochwertigem Kunststoff Polycarbonat ausgestattet werden, was bei sehr vielen Fahrzeugen bereits umgesetzt worden ist. Diese Fahrerschutztüren sind für Neufahrzeuge sowie auch als Nachrüstlösungen verfügbar. Kontaktlose Desinfektionsmittel-Spender an den Türdrehgestellen runden das Hygiene-Paket ab.

Von: Thomas Burgert

Susanne Henckel, Präsidentin der BAG-SPNV. Die BAG-SPNV will die Finanzierung des Systems Bahn auf eine neue Grundlage stellen. (Foto: VBB / Hoffotografen)
Susanne Henckel, Präsidentin der BAG-SPNV. Die BAG-SPNV will die Finanzierung des Systems Bahn auf eine neue Grundlage stellen. (Foto: VBB / Hoffotografen)
AUFGABENTRÄGER FORDERN REFORM DER SCHIENE
21.06.2021

BAG-SPNV: Bahninfrastruktur am Gemeinwohl ausrichten

Um das System Schiene leistungsfähiger zu machen, fordern die Aufgabenträger eine Reihe von Reformen, die Organisation und Finanzierung der Bahn betreffen.



Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV (BAG-SPNV) fordert, die Organisation und den Betrieb der Bahn-Infrastruktur künftig am Gemeinwohl auszurichten. Dies ist eine von mehreren Forderungen, die das Präsidium der BAG-SPNV am 18. Juni  als »Fünf Eckpunkte für eine konsequente Stärkung des klimafreundlichen Verkehrsmittels Bahn in der nächsten Legislaturperiode des Deutschen Bundestages« vorgestellt hat.

Darin heißt es unter anderem zu Thema Organisation der DB: »Die Infrastrukturunternehmen DB Netz, DB Energie, DB Station & Service, die ihre Leistungen diskriminierungsfrei allen Interessenten anbieten, sollen in einer Infrastrukturgesellschaft des Bundes zusammengeführt werden, die nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist.« Ziel dieser Neuaufstellung sei die »Schaffung einer leistungsfähigen Infrastruktur, wobei Kapazitätssteigerungen und Stabilität im Fokus stehen.«

Eine weitere Forderung der Aufgabenträger betrifft den Deutschlandtakt, der als eine gesamtstaatliche Aufgabe gesehen wird, weshalb eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Länder gefordert wird. Die Aufgabenträger wollen die Einrichtung einer neuen Organisation, die von Bund und Ländern getragen wird. Diese soll »das Angebot im Fernverkehr definieren und die Umsetzung in enger Abstimmung mit den Aufgabenträgern des SPNV und dem Schienengüterverkehr koordinieren«. Die Trassen seien dabei so zu vergeben, dass »für Personen- und Güterverkehr ein zuverlässiges Verkehrsangebot auf der Schiene entsteht«.

»Nur wenn wir den Nahverkehr auf der Schiene konsequent stärken, wird es gelingen, die Klimaschutzziele zu erreichen«, sagte Susanne Henckel, Präsidentin der BAG-SPNV. Die Aufgabenträger wollen die Finanzierung des Systems Bahn und des SPNV auch langfristig auf eine »verlässliche Grundlage« stellen und schlagen drei Finanzierungssäulen vor: »Für den SPNV müssen die Regionalisierungsmittel planbar und stetig deutlich über den Inflationsausgleich hinaussteigen. Als zweite Säule ist ein Infrastrukturfonds nach Schweizer Vorbild zur nachhaltigen und langfristigen Finanzierung einzurichten. Drittens sind fehlsteuernde Subventionen, wie z.B. das Dienstwagenprivileg abzuschaffen und neue Finanzquellen, wie beispielsweise eine europakonforme Pkw-Maut zu erschließen. Und schließlich die dadurch erzielten Mittel nach dem Prinzip ‚Verkehr finanziert Verkehr’ zu verwenden«.

Von: Thomas Burgert

Einen deutlichen Ausbau des ÖPNV wünschen 92 Prozent der Befragten. (Symbolfoto: KVB / Stephan Anemüller)
Einen deutlichen Ausbau des ÖPNV wünschen 92 Prozent der Befragten. (Symbolfoto: KVB / Stephan Anemüller)
UMFRAGE ZU KLIMASCHUTZ UND MOBILITÄT
18.06.2021

TÜV: Bürger wollen deutlichen ÖPNV-Ausbau

Eine aktuelle Umfrage des TÜV zeigt, dass sich eine Mehrheit der Bürger einen Ausbau des ÖPNV wünscht, plus deutlich niedrigere Preise.



Laut einer Umfrage des TÜV haben vier von fünf Bundesbürgern ihr persönliches Mobilitätsverhalten in den vergangenen Jahren zugunsten einer klimafreundlichen Fortbewegung verändert. Laut den Ergebnissen der Umfrage halten 92 Prozent einen deutlichen Ausbau der ÖPNV-Netze für wichtig oder sehr wichtig, damit mehr Menschen auf einen eigenen Pkw verzichten, und 90 Prozent eine höhere Taktung von Bussen und Bahnen. 87 Prozent sind der Meinung, dass deutlich vergünstigte Ticketpreise auf maximal die Hälfte der aktuellen Preise im ÖPNV einen wichtigen Beitrag leisten könnten.

»In großen Teilen der Bevölkerung gibt es eine große Bereitschaft, individuelles Mobilitätsverhalten für den Klimaschutz zu verändern«, saget Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. Laut Umfrage verzichten immerhin 13 Prozent aller Befragten bewusst auf ein eigenes Auto, um ihre Mobilität nachhaltig und klimafreundlich zu gestalten. Große Unterschiede gibt es hier zwischen Stadt und Land: In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern verzichten 21 Prozent auf einen privaten Pkw, aber nur acht Prozent in kleineren Städten und Gemeinden.

»Eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs verringert Lärm, Abgase, Unfälle und Staus. Viele werden aber erst dann auf ihren privaten Pkw verzichten, wenn alternative Mobilitätsangebote ähnlich flexibel, komfortabel und sicher sind«, betonte Goebelt. Der Schlüssel dafür liege aus Sicht der Bürger in einem gut ausgebauten ÖPNV und einer modernen Verkehrsinfrastruktur.

Hier zeigt sich dann eine durchaus zwiespältige Haltung: Denn bislang sprechen sich nur 38 Prozent aller Befragten dafür aus, die Verkehrs- und Parkflächen für Autos zugunsten anderer Verkehrsmittel zu reduzieren. Auffällig ist auch hier der Unterschied zwischen Stadt und Land: 49 Prozent der Bewohner von Großstädten sind für eine Verringerung der Verkehrsflächen zugunsten alternativer Verkehrsmittel, aber nur 33 Prozent der Bewohner kleinerer Städte.

Von: Thomas Burgert

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