24.02.2020

FREIBURG: VAG WIRBT FÜR UMSTIEG

Die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) hat zum Auftakt ihrer Kampagne »Mobil. Wann und wie du willst.« Autofahrer und Passanten an einem vielbefahrenen Innenstadtring mit einer besonderen Aktion überrascht. Die Tanzschule Gutmann bot in Rotphasen auf dem Überweg eine »Crosswalk-Performance« mit Frelo-Leihrädern.



Die VAG möchte sich als Anbieter einer vernetzten Mobilität präsentieren und für einen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel werben. Erst Mitte Mai 2019 startete das durch VAG und Stadt Freiburg initiierte und durch Nextbike betriebene Fahrradverleihsystem mit dem Namen »Frelo«. Die VAG-App biete neben Fahrplaninformationen und Fahrscheinkauf auch die Ermittlung von Wegeketten durch die Kombination von Fußweg, Leihrad, Bus, Stadtbahn und Zug. In den kommenden Monaten und Jahren wolle man das digitale Angebot ausbauen und es sollen sich auch Anschlusstaxen, Lastenvelos und Carsharing-Angebote kombinieren, buchen und bezahlen lassen.

Für die Aktion wurde auch eine Stadtbahn mit Werbemotiven entsprechend gestaltet. Die Frelo-Performance können sich interessierte Leser auf Youtube anschauen [externer Link zum VAG-Youtube-Kanal]. (Foto: Valentin Behringer / Gutmann Media)

Von: Sebastian Glinski

Die E-Busse der Iveco-Marke Heuliez sollen auf Überlandlinien in Vorarlberg zum Einsatz kommen. (Foto: VVV)
Die E-Busse der Iveco-Marke Heuliez sollen auf Überlandlinien in Vorarlberg zum Einsatz kommen. (Foto: VVV)
BUSSE VON IVECO VORGESTELLT
24.02.2020

VVV: E-Busse für die Überlandlinie

In Vorarlberg will ÖBB-Postbus Elektrobusse auf Überlandlinien einsetzen, die ersten vier Fahrzeuge von Iveco wurden nun vorgestellt.



In Vorarlberg wurden am Wochenende am Bahnhof Rankweil die österreichweit ersten vier E-Busse vorgestellt, die auf Überlandlinien zum Einsatz kommen sollen. Ab Ende Februar sollen sie in dem österreichischen Bundesland auf den Linien zwischen Bludenz, Feldkirch bis nach Götzis eingesetzt werden, teilte das Land Vorarlberg mit. Es sind E-Busse von der Iveco-Marke Heuliez. Die 12-Meter-Busse sollen eine Reichweite von bis zu 290 Kilometer haben.

Die neuen E-Busse seien wegen ihrer Reichweite und ihrer schnellen Ladezeit »optimale Fahrzeuge für die Strecken im Oberen Rheintal«, sagte Michaela Huber, Vorständin von ÖBB-Personenverkehr und Postbus-Aufsichtsratsvorsitzende, anlässlich der Vorstellung der Busse. Die Busse kommen bei Postbus zum Einsatz. »Diese Busse zeigen, dass Elektromobilität alltagstauglich wird. Einer der wesentlichen Hebel zur Erreichung der österreichischen Klimaziele ist die strategische Neuausrichtung des Verkehrs. Das Ziel ist, den tatsächlichen CO2-Ausstoß im Verkehr laufend zu reduzieren«, fügte Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz und Mobilität (Grüne), hinzu.

Das Ziel des Landes Vorarlberg und des Verkehrsverbundes sei es, möglichst viele Erfahrungen mit den elektrisch betriebenen Bussen im Linienverkehr zu sammeln. Auf diese Weise sei man gerüstet »für die anstehende Herausforderung, unsere Busflotte verstärkt durch emissionsfrei betriebene Fahrzeuge umzurüsten«, sagte Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Vorarlberg (VVV).

Die öffentliche Hand wolle »so rasch wie möglich die Beschaffung von emissionsfrei betriebenen Fahrzeugen zum Standard machen«, erklärte das Land Vorarlberg. Deshalb führe Österreich die bestehenden Förderungen für Elektrobusse inklusive Infrastruktur, E-Ladestationen und Flottenumstellungen auf Ebene der Länder und des Bundes auch im Jahr 2020 fort. Zur Einhaltung der Clean Vehicle Richtlinie soll darüber hinaus »ein System geschaffen werden, das die entstehenden Mehrkosten berücksichtigt und finanziell abfedert«.

Die Verkehrsverbund Vorarlberg Gesellschaft arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit alternativen Antrieben. Bereits 2014 wurde ein erster Testbetrieb eines rein elektrisch angetriebenen Linienbusses durchgeführt. In den darauffolgenden Jahren wurden die Linienverkehre des Landes auf deren Eignung für den Einsatz von Elektro-Linienbussen untersucht und im Jahr 2017 die entsprechenden Anforderungen an die Fahrzeuge definiert.

Gemeinsam mit ÖBB-Postbus und dem Land Vorarlberg arbeitet man seit Anfang 2018 in einem konkreten Beschaffungsprojekt für Elektro-Linienbusse, welche für ausgewählte Linienverkehre innerhalb des Verkehrsverbunds Vorarlberg eingesetzt werden können. Der E-Bus-Fahrzeugbauer EBE Europa, der den Auftrag für die Lieferung von vier E-Bussen erhalten hatte, konnte den Vertrag 2018 jedoch nicht erfüllen, sodass eine Neuausschreibung notwendig wurde. Diese hat nun Iveco für sich entschieden.

»Wenn die ersten vier Fahrzeuge jetzt einen erfolgreichen Betrieb vorweisen mit Heizung im Winter und Klimaanlage im Sommer, sollte einer weiteren Bestellung und somit einem weiteren Ausbau der Elektrifizierung im ÖPNV nichts mehr im Wege stehen«, sagte VVV-Geschäftsführer Hillbrand. Er gab gleichzeitig aber zu bedenken: »Bei einem Preis von circa 580.000 Euro pro E-Bus wird aber die öffentliche Hand zukünftig noch mehr gefordert sein, zusätzliche Mittel für den Ausbau des ÖPNV ebenso wie für eine technisch und betrieblich beherrschbare Umstellung auf saubere Antriebsarten zur Verfügung zu stellen.«

Von: Thomas Burgert

OVN-Geschäftsführer Dr. Joachim Schack (Foto: OVN)
OVN-Geschäftsführer Dr. Joachim Schack (Foto: OVN)
ABSAGE DES VERHANDLUNGSTERMINS ERWOGEN
21.02.2020

OVN: Vier Tage Warnstreik »unanständig und stillos«

Der Omnibusverband Nord (OVN) hat den zwischen Dienstag, 25. Februar, und Freitag, 28. Februar, angekündigten viertägigen Warnstreik scharf verurteilt und erwäge, den für Freitag anberaumten Verhandlungstermin abzusagen.



ONV-Geschäftsführer Joachim Schack sagte: »Die Verhandlungen mit der Begründung abzubrechen, eine Mitgliederbefragung durchführen zu wollen, dann aber gleichzeitig schon Streiks anzukündigen, finde ich unanständig und stillos«, zitieren die Lübecker Nachrichten (LN). Für Schack habe ein viertägiger Streik auch nichts mehr mit einem Warnstreik zu tun. Sollte Verdi an seinem Streik festhalten, werde man am Freitag nicht für Verhandlungen zur Verfügung stehen, kündigte Schack an. Es könne nämlich nicht sein, dass man bestreikt werde, während man einen Kompromiss finden wolle. Verdi müsse von den »Maximalforderungen herunterkommen« forderte Schack.

Die Arbeitgeber hatten zuletzt bei 30 Monaten Laufzeit 200 Euro mehr angeboten, in vier Stufen zu je 50 Euro. Das würde für einen Busfahrer im Linienverkehr einen Grundlohn von 2800 Euro brutto ausmachen. Verdi fordert hingegen zwei Euro mehr Stundenlohn bei einer Laufzeit von nur einem Jahr. Man könne kein Geld zahlen, das man nicht habe, und die Fahrpreise zu erhöhen, sei eine politische Entscheidung und obliege nicht den Busunternehmen, sagte Schack den LN.

Von: Sebastian Glinski

Elektrobus von Skoda Transportation, ein Unternehmen der PPF-Gruppe. Die will jetzt zusammen mit der Sabanci-Holding Temsa kaufen. (Foto: Skoda Transportation)
Elektrobus von Skoda Transportation, ein Unternehmen der PPF-Gruppe. Die will jetzt zusammen mit der Sabanci-Holding Temsa kaufen. (Foto: Skoda Transportation)
JOINT VENTURE VON SABANCI UND PPF-GRUPPE
20.02.2020

TEMSA: Türkischer Busbauer vor Rückkauf

Die türkische Sabanci-Holding und die niederländische Investment-Gruppe PPF haben eine Absichtserklärung zum Kauf des Busherstellers Temsa unterzeichnet.



Das berichten übereinstimmend türkische Medien. PPF ist ein Unternehmen des reichsten Tschechen Petr Kellner und hatte erst im April 2018 hundert Prozent der Anteile an dem tschechischen Nutzfahrzeug- und Maschinenhersteller Skoda Transportation übernommen. Skoda Transportation ist nach eigenen Angaben das größte Unternehmen in seiner Branche in Mittel- und Osteuropa. Bei Temsa wollen beide Partner jeweils 50 Prozent der Anteile halten und das Unternehmen zu neuem Wachstum führen.

Die Sabanci-Holding hatte Temsa erst Mitte vergangenen Jahres an die Schweizer Investment-Gesellschaft True Value Capital Partners verkauft. Laut dem regierungskritische Internet-Nachrichtenportal Ahval für 375 Millionen Lira (etwa 65 Millionen US-Dollar) – bereinigt um Schulden und Barmittelbestände. Gut ein Jahr später musste der Busbauer die Produktion einstellen und Insolvenz beantragen. Daraufhin hatte Leman Türkmenoglu, der Anwalt eines Zulieferers von Temsa, Klage gegen Führungskräfte der Sabanci-Holding wegen des Temsa-Verkaufs eingereicht. Er wirft den Managern Tricksereien und Insolvenzbetrug beim Verkauf des Busherstellers an True Value Capital Partners vor.

Wie mehrere türkische Medien erst kürzlich gemeldet haben, hat der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan persönlich der Sabanci-Holding die Anweisung zum Rückkauf erteilt.

Von: Peter Gebauer

Bus von Ebusco auf der Elekbu Anfang Februar in Berlin (Foto: Thomas Burgert)
Bus von Ebusco auf der Elekbu Anfang Februar in Berlin (Foto: Thomas Burgert)
E-BUSSE FÜR DEN REGIONALVERKEHR
19.02.2020

DB/EBUSCO: Partnerschaft im E-Bus-Bereich

Der niederländische E-Bus-Hersteller Ebusco hat mit dem Modell 3.0 ein Fahrzeug entwickelt, das die DB Regio Bus im Regionalbusverkehr einsetzen will.



Der niederländische Bushersteller Ebusco hat auf der vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Anfang Februar ausgerichteten Fachmesse Elekbu in Berlin seinen neuen Elektrobus, den Ebusco 3.0 vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Elektrobus, der aus Komposit und Carbon-Materialien gefertigt ist, wodurch man eine weitere und zwar sehr deutliche Gewichtseinsparung erreicht habe, wie Ebusco-Chef Peter Bijvelds auf der Elekbu erklärte. Bei dem vorgestellten Fahrzeug handelt es sich um einen Bus, der bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) eingesetzt wird, mit der Ebusco eine Innovationspartnerschaft eingegangen ist.

Eine weitere Partnerschaft ist Ebusco nun mit der DB Regio Bus eingegangen, in deren Rahmen der Ebusco 3.0 im Regionalbusverkehr getestet werden soll. Bei diesen Strecken über Land peile man eine Reichweite des E-Busses von über 300 Kilometern an, erklärte Bijvelds. Selbst 400 Kilometer bezeichnete er als im Bereich des Möglichen. Zuletzt hat der Hersteller einen großen Auftrag aus den Niederlanden mit über 150 Fahrzeugen gewonnen, wo man ebenfalls mit der großen Reichweite gepunktet habe.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigte gegenüber dem Roten Renner die Partnerschaft mit dem Elektrobusanbieter Ebusco. Ziel der Partnerschaft sei »die Entwicklung batterieelektrischer Kraftomnibusse für den Regionalbusverkehr sowie deren anschließende Betriebserprobung unter unterschiedlichen topographischen und klimatischen Bedingungen«, sagte sie auf Nachfrage.

Die beiden Partner wollten somit die Entwicklung von batterieelektrischen Bussen maßgeblich vorantreiben und dabei wichtige Erkenntnisse für den flächendeckenden Einsatz gewinnen. Für den Regionalbusverkehr würden »Elektrobusse mit einer hohen täglichen Kilometerlaufleistung und ohne Zwischenladung benötigt«, sagte die DB-Sprecherin abschließend.

Von: Thomas Burgert

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