15.11.2018

DAIMLER: ERSTER SERIEN-E-CITARO AN HOCHBAHN

Am Donnerstag, 15. November, lieferte Mercedes-Benz das allererste Serienfahrzeug seines Modells E-Citaro aus. Der elektrische Citaro ging an die Hamburger Hochbahn, die in der bisher größten Einzelorder eines deutschen Verkehrsbetriebs über rein elektrisch betriebene Busse 20 Fahrzeuge bestellt hatte. Die Hochbahn, die 1000 Busse auf 111 Linien einsetzt, möchte ab 2020 nur emissionsfreie Busse beschaffen. Die Hochbahn testete bereits seit Jahren unterschiedliche Konzepte von Stadtbussen mit elektrischem Antrieb.



Die Batteriepakete haben eine Kapazität von 243 Kilowattstunden und treiben zwei radnabennahe Elektromotoren an. Die energiesparende Wärmepumpe für den Fahrgastraum sowie die Kühlung der Batteriepakete auf Idealtemperatur sollen die Reichweite erhöhen.

Bereits in 2017 haben die Freie und Hansestadt Hamburg und die Daimler AG eine weitreichende Partnerschaft für urbane Mobilität verabredet. Eine Grundsatzvereinbarung (Memorandum of Understanding) sieht bis 2020 die Umsetzung diverser Kooperationsprojekte vor. Beispielsweise soll die Flotte der Daimler-Carsharing-Tochter Car-2-Go schrittweise elektrifiziert und die Kooperationen im Rahmen der Mobility-as-a-Service Plattform Moovel intensiviert werden.

Das Bild zeigt die Übergabe des ersten Serien-E-Citaro durch Till Oberwörder, Leiter Daimler Buses (links), an Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn. (Foto: Daimler)

Von: Sebastian Glinski

Der E-Citaro überzeugte beim Testeinsatz in Tübingen. (Foto: SWT/Schermaul)
Der E-Citaro überzeugte beim Testeinsatz in Tübingen. (Foto: SWT / Schermaul)
DAS GESAMTPAKET STIMMT
15.11.2018

TÜBUS: E-Citaro überzeugt im Test

Beim Testeinsatz in Tübingen überzeugte der E-Citaro von Mercedes-Benz, für nächstes Jahr soll der Linieneinsatz vorbereitet werden.



Die Stadtwerke Tübingen (SWT) haben einen E-Citaro auf ihren Linien getestet und zeigten sich nach dem Testbetrieb von diesem Elektrobus überzeugt. Der neue E-Citaro habe mit den Tübinger Steigungen keine Probleme gehabt und auch sonst habe das Vorserienfahrzeug »einen ausgereiften Eindruck« gemacht. »Der E-Citaro hatte keine Probleme bergauf und beim An- und Wegfahren aus einer Haltestelle am Berg«, sagt Hans Zeutschel, Bereichsleiter Öffentlicher Personennahverkehr der Stadtwerke Tübingen.

Nach der positiven Bewertung der Testfahrt soll nun in Tübingen der Einsatz eines E-Citaro im nächsten Jahr vorbereitet werden. So lange sei aktuell die Lieferzeit, erklärten die Stadtwerke. »Nach jahrelangen Tests mit E-Bussen verschiedenster Hersteller, die unsere Anforderungen nicht erfüllt haben, ist jetzt ein serienreifer E-Bus auf dem Markt, bei dem das Gesamtpaket so positiv ausfällt, dass wir 2019 mit einem ersten Fahrzeug dieser Modellreihe für die Tübus-Flotte starten werden«, erklärte der Stadtwerke-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke.

Eingesetzt werden könne der E-Bus voraussichtlich auf eingekürzten Linienumläufen. Aktuell sind rund 150 Kilometer Reichweite möglich – wenn man eine nicht-elektrische Zusatzheizung einsetzt. Um auch längere Tagesabschnitte in Tübingen auf Linie betreiben zu können, fehle es allerdings noch an Reichweite. Die Weiterentwicklung im Batteriesektor könne dies in absehbarer Zeit jedoch ändern: Mercedes-Benz hat angekündigt, dass bis Ende 2019 180 Kilometer, ab 2021 dann 250 Kilometer Reichweite möglich sind – dann ergänzt durch Brennstoffzellen-Technik als Range-Extender. »Das stimmt uns für die Zukunft positiv. Umläufe für den Einsatz von E-Bussen einzukürzen ist bei einigen wenigen Linien möglich, allerdings nicht auf das gesamte Streckennetz anwendbar«, erklärte Zeutschel.

Die notwendige Ladeinfrastruktur ist ein weiterer Aspekt, den die Stadtwerke in ihren Überlegungen bewerten müssen. Die Ladezeit für den E-Citaro als Solobus-Version liege bei rund fünf Stunden. Da der Einsatz erst in rund zwölf Monaten erfolgen kann, ergibt sich für die SWT eine Vorlaufzeit, um auch die Tübus-Infrastruktur für den ersten E-Bus in Tübingen aufzubauen.»Nur wenn Ladeinfrastruktur, Wartung- und Servicemöglichkeiten, Linienplanung und Fahrzeugleistung zusammenpassen, wird ein E-Bus im Linienbetrieb dauerhaft erfolgreich eingesetzt werden können«, betonte Wiebecke abschließend.

Von: Thomas Burgert

Die EU-Kommission hat die Förderung zur Nachrüstung von Dieselbussen – hier ein System von HJS – durch den Bund genehmigt. (Foto: HJS)
Die EU-Kommission hat die Förderung zur Nachrüstung von Dieselbussen – hier ein System von HJS – durch den Bund genehmigt. (Foto: HJS)
BUND DARF NACHRÜSTUNGEN FINANZIELL FÖRDERN
15.11.2018

EU: Nachrüstungs-Förderung genehmigt

Die Europäische Kommission hat die von Deutschland geplante Förderung für die Nachrüstung von Dieselbussen im öffentlichen Nahverkehr genehmigt.



Die Förderung stehe im Einklang mit den EU-Beihilfevorschriften. Das entschied die Kommission am Mittwoch. Die Maßnahme könne zur Reduzierung der Stickoxidemissionen um mehr als 2000 Tonnen pro Jahr beitragen, ohne den Wettbewerb übermäßig zu verfälschen.

Der Bund wird für die Regelung 107 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um in rund 90 Städten und Gemeinden, in denen 2016 oder 2017 die Stickoxid-Grenzwerte überschritten wurden, die Nachrüstung von Dieselbussen des öffentlichen Personennahverkehrs zu unterstützen. Finanziert werden mit diesem Betrag System- und externe Einbaukosten der Nachrüstung von genehmigten Abgasnachbehandlungssystemen zur Reduzierung der Stickoxidemissionen.

Die Maßnahme ist Teil des »Sofortprogramm Saubere Luft 2017 bis 2020« der Bundesregierung, das darauf abzielt, den Stickoxid-Ausstoß so schnell wie möglich zu reduzieren. Nach Auffassung der Kommission wird die staatliche Regelung Busunternehmen Anreiz bieten, in umweltfreundlichere Busse mit deutlich geringeren Stickoxidemissionen zu investieren. Die nachgerüsteten Busse sollen mindestens 85 Prozent weniger Stickoxide ausstoßen. Somit dürfte die geplante Unterstützung für die Nachrüstung von bis zu 7000 Dieselbussen zu einer Verringerung der Stickoxidemissionen um schätzungsweise 2200 Tonnen pro Jahr führen.

Die Maßnahme steht auch mit der Mitteilung der Kommission von 2018 »Ein Europa, das schützt: Saubere Luft für alle« im Einklang‚ nach der die EU-Beihilfevorschriften den Mitgliedstaaten einen Rahmen bieten, um Investitionen in emissionsarme und emissionsfreie Mobilität zu erleichtern und damit einen Beitrag zu sauberer Luft zu leisten und zugleich die europäische Industrie wettbewerbsfähiger zu machen. Die Mitgliedstaaten können diese Vorschriften auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene anwenden, um Emissionen, beispielsweise im Straßenverkehr, zu bekämpfen.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte die Kommission eine deutsche Beihilferegelung genehmigt, durch die der Erwerb von Elektrobussen und Plug-In-Hybridbussen anstelle von herkömmlichen Dieselbussen im ÖPNV gefördert wird. Im Mai dieses Jahres genehmigte die Kommission für diese Maßnahme eine Mittelaufstockung.

Von: Peter Gebauer

Oliver Wolff (VDV-Hauptgeschäftsführer), Wolfgang Arnold (scheidender Vorsitzender VDV BW), Alexander Pischon (neuer Vorsitzender VDV BW), Martin in der Beek (neuer stellv. Vorsitzender VDV BW), Ulrich Weber (Geschäftsführer VDV BW) (v.l.n.r.) (Foto: VDV BW)
Oliver Wolff (VDV-Hauptgeschäftsführer), Wolfgang Arnold (scheidender Vorsitzender VDV BW), Alexander Pischon (neuer Vorsitzender VDV BW), Martin in der Beek (neuer stellv. Vorsitzender VDV BW), Ulrich Weber (Geschäftsführer VDV BW) (v.l.n.r.) (Foto: VDV BW)
NACHFOLGER VON WOLFGANG ARNOLD
14.11.2018

VDV-BW: Pischon neuer Vorsitzender

Die VDV-Landesgruppe Baden-Württemberg hat bei ihrer Herbstversammlung Alexander Pischon einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt.



Der 51-jährige Alexander Pischon ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG), Alleingeschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV), Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) sowie der Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH (KVVH). Pischon folgt auf Wolfgang Arnold, Vorstandssprecher und Technischer Vorstand der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), der nach acht Jahren an der Spitze der Landesgruppe nicht mehr zur Wahl antrat und zum Jahresende in den Ruhestand geht. Mit seiner Wahl zum Vorsitzenden ist Pischon gleichzeitig Mitglied des VDV-Präsidiums.

Alexander Pischon sagte anlässlich seiner Wahl: »Ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen und freue mich auf diese verantwortungsvolle Aufgabe. In den kommenden Jahren möchte ich zusammen mit der VDV-Landesgruppe einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den öffentlichen Nahverkehr in Baden-Württemberg erfolgreich weiterzuentwickeln und die Herausforderungen der Verkehrswende zu meistern.«

Als neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Martin in der Beek, technischer Geschäftsführer des Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) aus Mannheim – ebenfalls einstimmig – gewählt.

Von: Sebastian Glinski

Der VVO baut im kommenden Jahr das Zugangebot weiter aus. (Symbolfoto: VVO/Schmidt)
Der VVO baut im kommenden Jahr das Zugangebot weiter aus. (Symbolfoto: VVO / Schmidt)
VERBUND WILL ANGEBOT AUSBAUEN
14.11.2018

VVO: Plusbus-Linien und digitales Abo

Der Verkehrsverbund Oberelbe will das Bahnangebot im Verbundgebiet sowie die Zahl der Plusbus-Linien weiter ausbauen.



Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) hat auf seiner Verbandsversammlung Bilanz für 2018 gezogen. Bis zum Jahresende rechnet der VVO mit voraussichtlich 1,6 Prozent höheren Einnahmen der Verbundunternehmen. Die Zahl der beförderten Fahrgäste steige nach derzeitigen Prognosen im Gesamtjahr um 1,5 Prozent auf rund 219 Millionen.

Die Mitglieder der Verbandsversammlung haben beschlossen, den Zugverkehr im VVO weiter auszubauen, zudem soll auch das Netz der Plusbus-Linien weiter ausgebaut werden: zukünftig werden auch die Linien Dresden-Altenberg, Cottbus-Hoyerswerda und die neue Linie Dresden-Moritzburg-Großenhain zu Plusbus-Linien. »Die Busse dieser Linien fahren montags bis freitags mindestens 15 Mal in jede Richtung, an Samstagen sechs Mal und an Sonntagen mindestens vier Mal«, erläutert Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des VVO. Zusätzlich hat die Verbandsversammlung beschlossen, weitere Mittel für die Infrastruktur bereitzustellen.

Der VVO unterstützt im kommenden Jahr die Einführung der digitalen Abo-Chipkarte bei den regionalen Verkehrsunternehmen. Bisher werden die Chipkarten von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB), der DB Regio und der Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) ausgegeben. Das neue einheitliche Hintergrundsystem für die regionalen Busunternehmen entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Landratsämtern und dem Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON), so dass Synergieeffekte genutzt werden können. Darüber hinaus ermögliche das neue System eine Ausweitung auf andere Verbundräume und Verkehrsunternehmen in Sachsen oder Mitteldeutschland.

Der VVO finanziert über die verbleibende Laufzeit des Verkehrsvertrages bis 2027 mit rund 6,4 Millionen Euro WLAN in der S-Bahn. Alle 66 Doppelstockwagen der drei Linien werden ab Sommer 2019 mit entsprechenden Routern ausgestattet. Neben der S-Bahn sind im VVO bereits die Züge des Trilex mit WLAN ausgestattet und der Regionalverkehr Dresden (RVD) setzt bereits WLAN in zwölf Bussen ein.

Von: Thomas Burgert

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