ERNEUERBAR ERZEUGTE KRAFTSTOFFE
21.10.2021

BAWÜ: FORDERUNG NACH MEHR TEMPO BEI RE-FUELS

Baden-Württemberg setzt auf erneuerbar erzeugte Kraftstoffe, um die Verkehrswende voranzutreiben, sieht sich dabei aber ausgebremst, weil Verfahren zu lange dauern. Deswegen hat das Land von der Europäischen Union und vom Bund mehr Geschwindigkeit bei den Verfahren und bei der Bereitstellung von Fördermitteln für die Umsetzung von Projekten mit erneuerbar erzeugten Kraftstoffen gefordert.



Man brauche die sogenannten Re-Fuels (Eigenschreibweise »reFuels«) zeitnah, um die Klimaziele zu erreichen. »Diese Kraftstoffe sind im Re-Fuels-Projekt am Karlsruher Institut für Informationstechnologie KIT bereits ausreichend erforscht. Sie sind in der praktischen Anwendung erprobt. Wir müssen aus dem Forschungsmaßstab in die industrielle Massenproduktion«, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in einer Landtagsdebatte zum Thema erneuerbar erzeugte Kraftstoffe.

Seit Januar 2019 fördert das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg (SDA) das Projekt »Re-Fuels – Kraftstoffe neu denken« am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit fünf Millionen Euro. An dem Projekt sind zudem Partner aus der Automobilindustrie, Zulieferindustrie und Mineralölwirtschaft mit weiteren 15 Millionen Euro beteiligt. Als Teil des Projektes wurde die Konzeption einer Demonstrationsanlage auf dem Gelände der Mineralölraffinerie Oberrhein für Re-Fuels mit bis zu 50.000 Tonnen pro Jahr erstellt, zudem ist laut dem Verkehrsministerium eine Konzeption für Methanolproduktion vor dem Abschluss. Die Anlage soll als Raffinerie alle Kraftstoffarten – Kerosin, Diesel, Benzin – und Nebenprodukte erzeugen.

Im vergangenen Jahr wurde eine erste Projektskizze beim Bundesverkehrsministerium (BMVI) eingereicht. »Wir warten seit fast zwei Jahren darauf, dass das BMVI eine Ausschreibung zur Förderlinie Erzeugung für Anlagen mit mehr als 10.000 Tonnen pro Jahr veröffentlicht. Das Geld ist da«, sagte Verkehrsminister Hermann im Landtag. Das BMVI warte seinerseits auf die Veröffentlichung der »delegierten Rechtsakte zur Zertifizierung von Grünem Wasserstoff« seitens der EU. Bevor ein Förderprojekt starten könne, vergingen so möglicherweise dreieinhalb oder vier Jahre. Zumindest sollte mit einer sogenannten Unbedenklichkeitserklärung bis zur endgültigen Entscheidung der Weg freigemacht werden, forderte Hermann.

Baden-Württemberg sei das einzige Bundesland, das eine Roadmap für den Hochlauf von Re-Fuels erarbeitet hat, erklärte Hermann. Es gibt eine hohe fachliche Expertise in der Forschung und im Anlagenbau in Deutschland und Baden-Württemberg sowie ein großes Interesse der Wirtschaft. Wichtig sei nun, dass jetzt »im industriellen Maßstab Demonstrations- und danach Produktionsanlagen entstehen«. Hierzu müssten Deutschland und die EU »schneller werden bei den Gesetzgebungsverfahren, den Planungs- und Genehmigungsverfahren und bei der Bereitstellung von Fördermitteln«.

Das Bild zeigt das Energy Lab 2.0 des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Dort entstehen E-Fuels aus der Elektrolyse von Wasser mithilfe von regenerativ gewonnenem Strom und CO2. Ziel ist vor allem Kerosin, daneben entstehen auch Diesel- sowie Benzinfraktionen. Das bei der Verbrennung von E-Fuels entstehende CO2 wird dadurch kompensiert, dass für ihre Herstellung CO2 aus der Umgebungsluft oder aus biogenen Quellen verwendet wird. (Foto: Markus Breig und Amadeus Bramsiepe – KIT)

Von: Thomas Burgert

Der Tarifkonflikt in Rheinland-Pfalz ist nach wie vor nicht gelöst.
Der Tarifkonflikt in Rheinland-Pfalz ist nach wie vor nicht gelöst.
TARIFKONFLIKT IN RHEINLAND-PFALZ
22.10.2021

VAV/VERDI: Gewerkschaft schließt weitere Streiks nicht aus

In Rheinland-Pfalz will Verdi weiter unangekündigte Streiks in den Betrieben durchführen, dies auch, wenn jetzt der Schulunterricht beginnt.



In Rheinland-Pfalz hat die Gewerkschaft weitere Streiks nicht ausgeschlossen, nachdem bereits am Freitag, 22. Oktober, in mehreren Betrieben die Busfahrer erneut die Arbeit niedergelegt hatten. In Rheinland-Pfalz beginnt in dieser Woche nach den Herbstferien wieder der Unterricht an den Schulen, so dass auch der Schülerverkehr von Streiks betroffen sein könnte. Verdi-Verhandlungsführer Marko Bärschneider wollte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur aber Streikmaßnahmen nicht ausschließen.

Am Freitag hatte Verdi erneut aus dem laufenden Betrieb heraus zum Streik aufgerufen. Der Streik sollte mit dem Ende der letzten Schicht am selben Tag enden. Von diesem Streik waren unter anderem Betriebe und Standorte der DB Regio Bus Mitte, der DB Regio Bus Rhein-Mosel, von Palatina Bus, dem Stadtbus Bad Kreuznach, der MB Moselbahn, der VRW, der MVB, von Zickenheiner, der BVB-Verkehrsgesellschaft, von Eurobus Verkehrs-Service Rheinland-Pfalz und beim Stadtbus Zweibrücken betroffen. Zu Solidaritätsstreiks waren die Verkehrsgesellschaften Zweibrücken und Bad Kreuznach aufgerufen.

Verdi hatte in den vergangenen beiden Wochen immer wieder zum Streik aufgerufen und will weiterhin unangekündigte Streiks durchführen. Es könne nicht sein, dass »man sich gemeinsam auf einen Tarifvertrag verständigt, sich alle Beteiligten einig sind, dass das Land alle Zusagen erfüllt und die Arbeitgeberseite zum Schluss den Tarifvertrag nicht unterschreiben will«, sagte Marko Bärschneider.

Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Verkehrsgewerbe Rheinland-Pfalz (VAV) hatte bereits erklärt, dass sich an der Situation für die Unternehmen im privaten Busgewerbe im Grunde nichts geändert habe (Der Rote Renner berichtete). Auch wenn das Land Mittel zur Finanzierung von Lohnerhöhungen in Aussicht gestellt hat, müssten diese von den Verkehrsverbünden abgerufen und schließlich an die einzelnen Betriebe weitergeleitet werden. Dies sei noch nicht geschehen.

Von: Thomas Burgert

Flixmobility übernimmt den legendären Fernbusanbieter Greyhound. (Foto: Flixmobility)
Flixmobility übernimmt den legendären Fernbusanbieter Greyhound. (Foto: Flixmobility)
EXPANSION AUF DEM NORDAMERIKANISCHEN MARKT
21.10.2021

FERNBUS: Flixmobility übernimmt Greyhound

Mit der Übernahme des berühmten US-Fernbusanbieters Greyhound baut Flixmobility seine Position auf dem nordamerikanischen Markt aus.



Flixmobility hat den legendären US-Fernbusanbieter Greyhound übernommen. Dies teilte das Unternehmen am Donnerstag, 21. Oktober, mit. Greyhound ist der größte Fernbusanbieter in Nordamerika, aktuell werden 2400 Ziele in Nordamerika angefahren, nach Angaben des Unternehmens befördern die Greyhound-Busse fast 16 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Flixmobility übernimmt Greyhound von der Firstgroup, dem größten Busbetreiber in Großbritannien. Flixmobility erwirbt die Busse, das Fahrpersonal sowie die Marke Greyhound. Nicht zum Übernahmepaket gehören die Immobilien, der Betrieb in Mexiko sowie die Pensionsverpflichtungen von Greyhound.

»Eine stetige Weiterentwicklung unseres Netzes durch Kooperationen oder Zukäufe ist schon immer ein wesentlicher Teil unserer Wachstumsstrategie, um unsere globale Präsenz weiter auszubauen«, sagte Jochen Engert, Mitgründer und CEO von Flixmobility. »Die Übernahme von Greyhound bringt uns hier einen entscheidenden Schritt weiter und stärkt die Position von Flixbus in den USA.« Die Akquisition von Greyhound stelle einen wichtigen Meilenstein in der globalen Expansion von Flixmobility dar und soll ein »entscheidender Faktor für das zukünftige Wachstum des Unternehmens« sein.

»Der Verkauf von Greyhound an Flixmobility ist Teil unserer Strategie zur Neuausrichtung unseres Portfolios, um die Firstgroup als eines der führenden Unternehmen im öffentlichen Personenverkehr in Großbritannien neu aufzustellen«, sagte David Martin, Executive Chairman der Firstgroup. Er zeigte sich überzeugt, dass »Greyhound als Teil von Flixmobility gut aufgestellt sein wird, um die traditionsreiche Marke noch viele Jahre lang fortzuführen und auszubauen«.

Flixbus USA
nahm 2018 mit 27 Zielen in den größten Städten des Südwestens in Nordamerika den Betrieb auf, unter den Zielen waren Los Angeles, Las Vegas und Phoenix. Seitdem hat das Unternehmen seinen Betrieb ausgeweitet und bietet Reisen in weitere Städte im Südwesten, Süden, Nordosten und pazifischen Nordwesten an. Weltweit betreibt Flixbus ein Netz mit mehr als 400.000 täglichen Verbindungen und über 2500 Zielen in 36 Ländern außerhalb der USA.

Von: Thomas Burgert

Symbolische Übergabe des Steuers; Dominik Dornfeld (2. von links) ist neuer Betriebsleiter des Verkehrsbetriebs Hagmann. Er übernimmt zusammen mit seinem Stellvertreter Roman Jerg (Bildmitte) die Aufgabe von Peter und Helmut Hagmann (rechts). Ganz links im Bild: Dr. Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsleiter Verkehrsbetrieb der RVV. (Foto: RVV)
Symbolische Übergabe des Steuers; Dominik Dornfeld (2. von links) ist neuer Betriebsleiter des Verkehrsbetriebs Hagmann. Er übernimmt zusammen mit seinem Stellvertreter Roman Jerg (Bildmitte) die Aufgabe von Peter und Helmut Hagmann (rechts). Ganz links im Bild: Dr. Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsleiter Verkehrsbetrieb der RVV. (Foto: RVV)
STADT ÜBERNAHM WEGEN FEHLENDER NACHFOLGE
20.10.2021

RAVENSBURG: Dornfeld führt Verkehrsbetrieb Hagmann

Dominik Dornfeld ist der neue Betriebsleiter des Verkehrsbetriebs Hagmann. Die Ravensburger Verkehrs- und Versorgungsbetriebe (RVV) hatten das familiengeführte private Busunternehmen mangels Nachfolge Mitte 2021 übernommen.



Am 20. Oktober 2021 stellte sich Dominik Dornfeld, der bereits bei der RAB (DB Zug-Bus Regionalverkehr Alb-Bodensee) Erfahrungen in der Betriebsleitung gesammelt hat, dem Betriebsausschuss der Ravensburger Verkehrs- und  Versorgungsbetriebe (RVV) vor. Er wird den Verkehrsbetrieb Hagmann zusammen mit seinem Stellvertreter Roman Jerg führen. Für einen reibungslosen Übergang begleiten die beiden bisherigen Geschäftsführer Helmut und Peter Hagmann die neue Betriebsleitung.

Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsleiter Verkehrsbetrieb des RVV, sagte: »Wir sind froh, einen Praktiker mit ausgewiesener Expertise gefunden zu haben.«

Von: Sebastian Glinski

Die sechs Regensburger eCitaro werden wieder im Linienbetrieb eingesetzt. (Foto: Simon Gehr / das Stadtwerk Regensburg.Mobilität GmbH)
Die sechs Regensburger eCitaro werden wieder im Linienbetrieb eingesetzt. (Foto: Simon Gehr / das Stadtwerk Regensburg.Mobilität GmbH)
HERSTELLER HABE UNBEDENKLICHKEIT DARGELEGT
19.10.2021

REGENSBURG: Sechs E-Busse wieder im Linienbetrieb

Das Regensburger Stadtwerk Mobilität setzt seine sechs kurzzeitig aus dem Betrieb genommenen Elektrobusse des Typs eCitaro ab Dienstag, 19. Oktober, wieder im Linienbetrieb ein.



Manfred Koller, Geschäftsführer von »das Stadtwerk.Regensburg« erklärte zur Inbetriebnahme: »Es war immer unser Ziel, die sechs eCitaros, die seit Ende Juni auf Linie unterwegs sind, schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen. Wir haben ausführlich mit dem Hersteller gesprochen und dieser hat uns in mehreren Analysen die Unbedenklichkeit versichert. Damit sehen wir uns nun in der Lage, die Busse wieder vollständig in den Betrieb zu integrieren.«

Infolge des Bushallenbrandes bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), wo erste Erkenntnisse zur Brandursache – die noch ungeklärt ist – den Start des Feuers im Bereich eines ladenden eCitaro mit Festkörperbatterie nahelegen, hatten die Verkehrsbetriebe des Regensburger Stadtwerks ihre sechs Busse des gleichen Typs vergangenen Mittwoch, 13. Oktober, aus dem Linienbetrieb genommen. Am Montag, 18. Oktober, meldete das Stadtwerk, dass man die Busse nach einer Aufladung in der Nacht auf den gestrigen Dienstag wieder in den Linienbetrieb schickt.

Vor der kurzzeitigen Stilllegung wurden die Busse einige Tage nur noch vormittags geladen und vor der Halle geparkt, hatte die Mittelbayerische Zeitung berichtet. Auf Nachfrage des Roten Renners sagte Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk, dass die Busse nachts in einer Halle geladen wurden und es »keine gesonderten Sicherheitsmaßnahmen« gebe. Die Zeitung hatte ebenfalls berichtet, dass das Stadtwerk neben mündlichen Zusicherungen des Herstellers auch auf eine schriftliche Form wartet. Dazu erklärte Gottschalk nun auf unsere Nachfrage: »Es haben sowohl intensive Gespräche mit dem Hersteller als auch eine schriftliche Korrespondenz stattgefunden. Selbstverständlich wurde uns die Unbedenklichkeit auch in schriftlicher Form zugesichert.« Zum konkreten Inhalt der Gespräche machte Gottschalk keine Angaben.

Von: Sebastian Glinski

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