11.10.2021

Von: Peter Gebauer

MEISTGELESEN AM 12. OKTOBER 2021

VGH: Elektrobus von Ikarus im Test

Der ungarische Bushersteller Ikarus hat der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) für zwei Wochen einen Elektrobus des Typs 120e zur Verfügung gestellt.


Der Elektrobus e120 von Ikarus, in der Spätphase des Kalten Krieges der größte Bushersteller der Welt. Die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda hat ein solches Modell derzeit im Testeinsatz. (Foto: Trasco)

Der Elektrobus e120 von Ikarus, in der Spätphase des Kalten Krieges der größte Bushersteller der Welt. Die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda hat ein solches Modell derzeit im Testeinsatz. (Foto: Trasco)


Das Fahrzeug wurde am Donnerstag vergangener Woche über den deutschen Ikarus-Vertragspartner Trasco auf dem Betriebshof der VGH angeliefert und soll in diesen zwei Wochen abwechselnd auf allen Linien im Stadtverkehr der 31.000-Einwohner-Stadt eingesetzt werden. Wie das Verkehrsunternehmen dazu mitteilt, wollen die Verantwortlichen bei diesem Testeinsatz weitere Erfahrungen mit dem elektrischen Antrieb sammeln. Die Erkenntnisse sollen dann in das Strukturwandelprojekt »Elektrobus Hoyerswerda« einfließen. Mit diesem Projekt soll der Stadtverkehr Hoyerswerda auf hundert Prozent elektrischen Antrieb aus grüner Energie umgestellt werden. Im Oktober vergangenen Jahres hatte das Verkehrsunternehmen bereits einen Elektro-Citaro von Mercedes-Benz im Testeinsatz.

Der exklusive Vertreter von Ikarus in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist seit dem vergangenen Jahr die Firma Trasco in Bremen. Wie Michael Klages, Manager Bus and Coach bei Trasco, auf Nachfrage des Roten Renner mitteilt, wird der Bus von einem Elektromotor des chinesischen Herstellers CRRC angetrieben. Die Dauerleistung gibt Klages mit 165 kW an, die Spitzenleistung mit 240 kW. Die Batterie des Busses kommt ebenfalls auch China, nämlich vom Batteriehersteller CATL. Ihre Leistung gibt Klages mit 314,14 kW an, ihre Ladeleistung im Plug-In-Verfahren mit 150 kW. Als Reichweite nennt Klages 350 bis 380 Kilometer. Sowohl Vorder- als auch Hinterachse kommen vom deutschen Hersteller ZF. Das Gewicht des Fahrzeugs beträgt 12.000 Kilogramm, auf die Fahrzeugkarosserie gibt es 15 Jahre Garantie. Die Anschaffungskosten für das Basisfahrzeug beziffert Klages auf »unter 490.000 Euro«.

Neben dem Elektrobus hat Trasco nach eigenen Angaben auch einen Dieselbus mit Euro-VI-Motor des ungarischen Herstellers im Portfolio. Trasco will sich laut Klages in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber voll auf den Elektrobus konzentrieren.

Die Entwicklung und Fertigung der Ikarus-Busse erfolgt in Ungarn. Das Land war in Zeiten des Kalten Krieges berühmt für seine Busse der Marke Ikarus und versorgte ab Anfang der 1950er Jahre auch seine »sozialistischen Bruderländer« mit Ikarus-Bussen.


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