Paris-konform

Ende vergangener Woche hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) die im Auftrag des Berliner Senats erstellte Studie »Berlin Paris-konform machen« veröffentlicht. Darin wurde untersucht, unter welchen Voraussetzungen und bis wann die Hauptstadt klimaneutral werden kann. Unter den fünf behandelten emissionsverursachenden Sektoren gehört der Verkehr zu den Sorgenkindern – auch wenn darunter der ÖPNV auf einem guten Weg ist.



Neben dem Verkehr wurden auch die Verbrauchssektoren Energieversorgung, Gebäude, Wirtschaft und private Haushalte betrachtet. Das Besondere an dieser Untersuchung, wie Berlin bis spätestens 2050 Klimaneutralität erreichen kann [Link], sei, dass sie einen restriktionsbasierten Ansatz verfolgt. Das bedeutet, dass wahrscheinliche Verzögerungen berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Verfügbarkeit von grüner Energie und emissionsfreien Fahrzeugen, die Dauer von Genehmigungsprozessen oder der Mangel an Fachkräften und Verwaltungspersonal.

Die Studie sieht für Berlin einerseits einen ÖPNV-Ausbau und andererseits eine massive Einschränkung des MIV vor. Sie folgt der Budget-Logik und setzt ein hohes Ambitionsniveau voraus, weil es gegen die Generationengerechtigkeit wäre, die Emissionsminderungsziele nach hinten zu schieben. Der alte Witz vom in die Wahlurne miteingeworfenen Autoschlüssel bei der Wahl einer bestimmten Partei – wie gerade vom ehemaligen Verkehrsminister im politischen TV-Vierkampf wiederholt – verliert angesichts des Handlungsbedarfs bei der Verkehrswende an Relevanz. Das werden sich alle Parteien eingestehen müssen.

Sebastian Glinski


Kategorie: Editorial