10.09.2021

Von: Thomas Burgert

VERLÄNGERUNG DER ÜBERBRÜCKUNGSHILFEN

BDO: Kleinere Busunternehmen bleiben benachteiligt

Der BDO begrüßt die Verlängerung der Überbrückungshilfen, fordert aber Änderungen bei den Förderbedingungen.


Die Busunternehmen sind nach wie vor auf Überbrückungshilfen angewiesen, sagte BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard. (Foto: BDO)

Die Busunternehmen sind nach wie vor auf Überbrückungshilfen angewiesen, sagte BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard. (Foto: BDO)


Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) hat die Verlängerung der Überbrückungshilfen begrüßt. Diese Entscheidung komme »keinen Tag zu früh«, so der Branchenverband. Der BDO weist darauf hin, dass die Corona-bedingten Einschränkungen in der Busbranche weiter andauern. Ein immer noch bestehender Flickenteppich an Einreise- und Hygienebestimmungen in Deutschland und Europa verunsichere Kunden wie Unternehmen. »Auch wenn die Bustouristik wieder angelaufen ist, sind wir noch lange nicht auf dem Niveau von 2019, so dass die Busunternehmen weiter auf die Überbrückungshilfen angewiesen sind«, sagte BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard.

Man nehme aber »mit Bedauern zur Kenntnis«, dass die seit Juli geltenden Förderbedingungen der Überbrückungshilfe III Plus weitgehend beibehalten werden sollen. Der BDO kritisiert, dass dies eine Benachteiligung insbesondere der kleinen Busunternehmen bedeutet. Diese müssen seit der letzten Änderung im Juli nachweisen, dass bei Stornierungen konkrete Reisewarnungen vorgelegen haben. Dieser Nachweis sei aber im Nachhinein nur unter großem Aufwand zu erbringen. Außerdem stornieren viele Fahrgäste auch ohne eine konkrete Reisewarnung ihre Busreise. Zahlreiche Mischbetriebe sind erst gar nicht antragsberechtigt und haben bis heute keine Überbrückungshilfen erhalten.

Der BDO schlägt daher vor, die Verlängerung der Überbrückungshilfen so zu gestalten, dass die durch die Corona-Krise stark betroffenen Busunternehmen auch tatsächlich die angekündigten Hilfen erhalten. »Ankündigungen von Hilfen, die in der Praxis nicht bei den Unternehmen ankommen, müssen jetzt unbedingt vermieden werden«, sagte Leonard. Nach einer aktuellen Blitzumfrage des BDO gehen mehr als die Hälfte aller privaten Busunternehmen davon aus, dass 2021 die Hilfen geringer ausfallen werden als 2020, obwohl es 2021 längere Busreiseverbote als in 2020 gab. Aktuell prognostiziert die Branche einen durchschnittlichen Umsatzeinbruch von knapp 70 Prozent im Vergleich zu 2019.


Kategorie: Verbände, Bustouristik