21.07.2021

Von: Peter Gebauer

Stein ins Rollen gebracht?

Ein vergünstigtes ÖPNV-Ticket für Mieter. Mit diesem Projekt hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund in Kooperation mit einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Marburg jetzt Neuland betreten. Das Marburger Mieterticket könnte schnell Interesse im ganzen Land wecken. Auch und gerade bei vielen Mietern.



So will die Stadt Tübingen Anwohnerparkausweise deutlich erhöhen. Statt aktuell 30,70 Euro im Monat könnte der Parkplatz am Straßenrand künftig bis zu 360 Euro kosten – pro Monat. Hintergrund ist die Abschaffung des Kostendeckels für Anwohner-Parkgebühren durch das Bundesverkehrsministerium. Neben Tübingen haben auch andere Städte reagiert. In Freiburg hat der Stadtrat mit knapper Mehrheit bereits eine Gebührenerhöhung beschlossen: Von 30,70 Euro im Monat auf 360 Euro – wie in Tübingen geplant.

Das Bundesverkehrsministerium gibt den Kommunen jetzt freie Hand bei den Anwohner-Parkgebühren. Bundesweit werden deshalb deutliche Preiserhöhungen erwartet. Für die Anwohner könnte das ein Grund sein, in öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Und für Wohnungsbaugesellschaften kann ein Mieterticket ein attraktives Zusatzangebot sein. Insofern ist es sehr gut möglich, dass die Hessen einen Stein ins Rollen gebracht haben.

Peter Gebauer


Kategorie: Editorial