MACHBARKEITSSTUDIEN ZUR PAKETBEFÖRDERUNG IM ÖPNV

BAYERN: Studien zu Paketen in Bus und Bahn

Im Rahmen der Logistik Initiative Bayern fördert das bayerische Verkehrsministerium zwei Machbarkeitsstudien zum Transport von Paketen und Waren in Bussen und Regionalbahnen.


Symbolische Übergabe der Fördersumme für zwei Logistik-Projekte durch die Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. (Foto: FHWS / Bolza-Schünemann)

Symbolische Übergabe der Fördersumme für zwei Logistik-Projekte durch die Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. (Foto: FHWS / Bolza-Schünemann)


Der Freistaat Bayern fördert den Fachbereich Angewandte Logistik der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt mit knapp 360.000 Euro. Mit zwei Machbarkeitsstudien sollen in den nächsten zwei Jahren logistische Konzepte entwickelt werden, um Waren und Pakete in Bussen, beziehungsweise Regionalbahnen des öffentlichen Nahverkehrs zu transportieren. Dabei werden die Verkehrsmittel Bus und Regionalbahn in jeweils einer eigenen Studie betrachtet. Abschließend soll ein Praxistest erfolgen.

Die Studie »Hybridbusse – Lieferservice unter Nutzung von Bussen des ÖPNVs« soll Konzepte zur Paketmitnahme in Bussen entwickeln, um Fahrten einsparen zu können. Die Transportleistung sowohl für Personen als auch Pakete in dünn besiedelten Gebieten sei kostenintensiv und sie erfolge unabhängig von der Auslastung. In dieser Studie sei zu überprüfen: »Welche Waren oder Paketarten eignen sich für den Transport mit Bussen aus der Stadt aufs Land oder zurück? Können Waren sicher im Innenraum von Bussen oder Anhängern mitgenommen werden? Wie lassen sich Übergabepunkte für Empfängerinnen und Empfänger sowie Lieferantinnen und Lieferanten gestalten? Wie können derartige logistische Liefersysteme mit Bestell- und Liefersoftware unterstützt werden?«

Mit der Paketbeförderung in Regionalbahnen befasst sich die Studie »Intermodale Paketlogistik – Einsatz der Regionalbahnen auf der vorletzten Meile«. »Regionalbahnen verbinden oft mehrfach täglich Ballungszentren – Standorte von KEP-Depots (Kuriernetzwerken) mit Mittelstädten und sind jenseits der Pendlerzeiten oft wenig ausgelastet«, heißt es in der Beschreibung dieser geplanten zweiten Studie. Die Bahnen könnten kleinere Transportbehälter transportieren, welche dann direkt auf das Lastenrad oder E-Fahrzeug umgeschlagen werden können. Damit könnten Zustellfahrzeuge eingespart, Verkehre vermieden und zugleich die Wirtschaftlichkeit von Regionalbahnen erhöht werden.

Verkehrsministerin Kerstin Schreyer sagte bei der Übergabe der Förderbescheide, dass die Nutzung freier Kapazitäten im ÖPNV zum Pakettransport den Lieferverkehr reduzieren, die Zustellbarkeit erweitern und die Wirtschaftlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs verbessern könne. Institutsleiter Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt wies auf den großen Forschungsbedarf hin: »Rasant steigendes Paketaufkommen in Städten und die Sicherung der Attraktivität ländlicher Räume durch bedarfsgerechte Versorgungssysteme im Sinne einer Stadt-Land-Logistik sind die drängendsten Herausforderungen, die innovative nachhaltige Lösungen erfordern.«


Kategorie: Recht & Politik, Top-News