10.06.2021

Von: Thomas Burgert

Nach dem Abstieg in die Champions League

Nach dem Bundesligaabstieg den Gewinn der Champions League als Ziel auszurufen – diesen vergleich zog VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel beim digitalen ÖPNV-Innovationskongress, als sie den Bogen von der Corona-Krise zur Vorgabe schlug, bis 2030 die Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr zu verdoppeln.



Nach den Pandemie-bedingten Verwerfungen ist es tatsächlich im Augenblick kaum vorstellbar, wie bis 2030 die Fahrgastzahlen so massiv gesteigert werden können. Die beiden Kongresstage machten aber auch deutlich, dass im Grunde kein Weg daran vorbeiführt. Im Zuge der Klimaschutzvorgaben muss der Verkehrssektor CO2 einsparen und das wird entweder mit einem starken öffentlichen Personenverkehr gehen oder eben gar nicht. Alles andere ist schlicht Augenwischerei.

Das angepeilte Wachstum wird man aber auch nicht mit den bisherigen Mitteln und Wegen erreichen. Es wird mehr Geld und damit neue Finanzierungsquellen geben müssen und man wird auch ganz neue Wege gehen müssen, um Kunden für öffentliche Verkehrsmittel zurück- oder neu zu gewinnen. Nicht wenige werden sich hier auch von alten Gewohnheiten verabschieden müssen, was schmerzhaft sein wird, auch diesbezüglich sollte man sich nichts vormachen. Es wird aber auch neue Chancen für eine Branche eröffnen, der bei der künftigen Gestaltung der Mobilität eine zentrale Rolle zukommt.

Und bei null geht es auch dank dem ÖPNV-Rettungsschirm ja auch für die Branche nun auch nicht los. Statt dem Bild vom Abstieg, passt vielleicht besser das der erfolgreichen Relegation und danach ist der eine oder andere Bundesligaclub ja tatsächlich in der nächsten Spielzeit sportlich erfolgreich durchgestartet.

Thomas Burgert


Kategorie: Editorial