08.06.2021

Von: Thomas Burgert

MEISTGELESEN AM 9. JUNI 2021

ERDING: Busverkehr wird durch die CVD teurer

Die Umsetzung der Clean Vehicles Directive ist für den ÖPNV eine Herausforderung, einen Eindruck von den damit verbunden Kosten gibt nun eine Studie im Landkreis Erding.


Dieselbusse bilden derzeit das Rückgrat der Flotten im MVV-Regionalbusverkehr. (Foto: MVV)

Dieselbusse bilden derzeit das Rückgrat der Flotten im MVV-Regionalbusverkehr. (Foto: MVV)


Als Folge der Clean Vehicles Directive (CVD) der EU müssen die deutschen ÖPNV-Betreiber in den nächsten Jahren ihre Busflotten auf alternative Antriebe – »sauber« bzw. »emissionsfrei« – umstellen. Für die Nahverkehrsbranche gelten dabei feste Quoten, die es zu erfüllen gilt. Der Landkreis Erding bei München hatte dazu eine Studie über die Umstellung der Linienbusse im Erdinger Land in Auftrag gegeben, wie die Tageszeitung Merkur berichtet.

Erste Ergebnisse, die ein Vertreter des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) in der jüngsten Sitzung im Verkehrsausschuss des Kreistags vorstellte, belegen: Die CVD macht den Busverkehr im Kreis deutlich teurer. Der Einsatz von Elektrobussen würde demnach pro Jahr rund 5,4 Millionen Euro zusätzlich kosten, bei Bussen mit Brennstoffzellenbetrieb müsste mit zusätzlichen 13,1 Millionen Euro gerechnet werden, so der MVV-Vertreter.

Neben den Kosten kommen mit der Umstellung auf alternative Antriebe zudem weitere Herausforderungen auf den Landkreis und die Verkehrsunternehmen zu, wie durch die Studie ebenfalls deutlich wurde. So muss sowohl für Elektro- wie auch für Brennstoffzellenbusse überhaupt erst einmal eine neue Infrastruktur aufgebaut werden – so gibt es im Landkreis aktuell nur eine Wasserstofftankstelle – und im Fall von E-Bussen wären mehr Fahrzeuge erforderlich. Die Studie habe ergeben, dass man die Flotten nicht einfach auf alternative Antriebe umstellen könne, sondern dies weitreichende Folgen hat. »Jede Linie ist anders und muss eigens bewertet werden«, so der MVV-Vertreter.

Die Mehrheit im Ausschuss tendierte dann für den Einsatz von E-Bussen. Auch Busunternehmer Martin Scharf von Scharf Omnibus & Reisebüro, der unter anderem die Stadtlinien betreibt, erklärte, dass sich das Erdinger Netz gut elektrisch betreiben lasse. Er gab E-Bussen den Vorzug vor Wasserstoffbussen, auch wenn man bei Elektrobussen wegen der Zwischenladungen Flexibilität einbüße, wie er ausführte. Er verwies zudem darauf, dass die Batterien immer leistungsfähiger würden.

Wer die durch die CVD entstehenden Mehrkosten schlussendlich tragen muss, wurde im Verkehrsausschuss des Kreistags dann übrigens »noch nicht mal andiskutiert«, schreibt der Merkur abschließend.


Kategorie: Betrieb, Top-News