06.06.2021

Von: Peter Gebauer

MEISTGELESEN AM 7. JUNI 2021

ÜSTRA: Millionenschaden nach Brand in E-Bushalle

Mehrere Millionen Euro Schaden verursachte am Samstagmittag ein Großbrand in einer Elektrobushalle der Üstra in Hannover-Mittelfeld.


Die Rauchsäule der brennenden Bushalle der Üstra war am Samstagmittag weit über Hannover hinaus zu sehen. (Foto: Feuerwehr Hannover)

Die Rauchsäule der brennenden Bushalle der Üstra war am Samstagmittag weit über Hannover hinaus zu sehen. (Foto: Feuerwehr Hannover)


Wie die Feuerwehr der Stadt berichtet, zerstörte das Feuer in der Halle fünf Elektrobusse, zwei Hybridbusse und einen Dieselbus vollständig, im Außenbereich wurde ein Reisebus schwer beschädigt. Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer mit einem Großaufgebot von 200 Einsatzkräften und 50 Fahrzeugen und löste Alarmstufe vier von fünf möglichen aus. Die riesige Rauchsäule war in der ganzen Stadt und dem Umland zu sehen. Wie Feuerwehrsprecher Hartmut Meyer dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) sagte, seien vielerorts Rußpartikel niedergegangen. Diese wurden von einem externen Labor auf Schadstoffe geprüft. Das Ergebnis lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor. Vorsorglich riet die Feuerwehr aber vom Verzehr von mit Ruß verunreinigtem Gemüse von den umliegenden Feldern und Gärten ab. Eine erhöhte Schadstoffkonzentration in der Luft konnte mit den Mitteln der Feuerwehr nicht nachgewiesen werden. Entsprechende Messungen hatte die »Fachgruppe Spüren und Messen« der Feuerwehr vor Ort selbst vorgenommen. Zu den Ursachen des Feuers wurden bislang noch keine Angaben gemacht. Die Ermittlungen laufen noch.

Die Einsatzkräfte standen durch den Brand von Elektrobussen vor einer Herausforderung. Wie Feuerwehrsprecher Meyer sagte, gehe von den Batterien der E-Busse eine hohe Wärmestrahlung aus. Es sei schwierig gewesen, nahe an die Brandstelle heranzukommen, zunächst habe man sich auf Angriffe von außen beschränkt. Ein zusätzliches Risiko habe die einsturzgefährdete Halle selbst gebildet. Doch Meyer und seine Männer hatten Glück. Während der Löscharbeiten ging ein starker Platzregen nieder, welcher den Einsatzkräften sehr half. »Das war für die Löscharbeiten hervorragend«, sagte Meyer dem NDR.

»Für unser Elektrobus-Projekt ist das ein Rückschlag«, sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek dem NDR. Ursprünglich hatte das Unternehmen geplant, seine Innenstadtflotte bis zum Jahr 2023 komplett auf Elektrobusse umzustellen. Ob dieser Zeitplan jetzt zu halten ist, »darf bezweifelt werden«, sagte Iwannek. Zumindest habe der Brand keinen Einfluss auf den Fahrplan, man habe ausreichend Ersatzbusse. Der Schaden indes hätte höher sein können. In der 60 auf 20 Meter großen Abstellhalle standen mehr als zwei Dutzend Busse in Parkstraßen, die allerdings mit Brandschutzwänden voneinander abgeschirmt waren. Das hat ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Fahrzeuge verhindert. Außerdem, so berichtete Iwannek dem NDR, seien mehrere Busfahrer zur Halle geeilt und hätten die unversehrten Busse schnell in Sicherheit gebracht. »Das hat gut funktioniert«, sagte der Üstra-Sprecher.


Kategorie: Betrieb, Top-News