30.04.2021

Von: Thomas Burgert

MEISTGELESEN AM 3. MAI 2021

BERLIN: Insolvenzantragspflicht wieder in Kraft

Seit 1. Mai gilt wieder die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen, angesichts der kritischen Lage im Tourismus fordert der DRV eine weitere Aussetzung.


DRV-Präsident Norbert Fiebig fordert eine weitere Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. (Foto: DRV)

DRV-Präsident Norbert Fiebig fordert eine weitere Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. (Foto: DRV)


Es gelten also wieder die normalen Antragspflichten, eine Insolvenz bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung anzuzeigen. Der Deutsche Reiseverband fordert allerdings angesichts der nach wie vor kritischen Lage der Tourismuswirtschaft eine Verlängerung der Aussetzung. »Die Zeit läuft ab und die Politik muss dringend handeln. Wir brauchen jetzt die Entscheidung der Bundesregierung, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht über den April hinaus zu verlängern«, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Viele Unternehmen der Reisewirtschaft würden noch auf die Auszahlung der Hilfsleistungen warten, betonte der DRV. »Wenn die Politik jetzt nicht endlich eine Entscheidung fällt und die Insolvenzantragspflicht nicht weiter ausgesetzt bleibt, wären bisherige Hilfen vielfach umsonst gewesen. Das kann nicht Sinn und Zweck des politischen Handelns sein«, sagte Fiebig weiter.

Die Unternehmen der Tourismuswirtschaft haben nach wie vor keine wirkliche Öffnungsperspektive, obwohl seit Monaten Konzepte für eine verantwortungsvolle Öffnung auf dem Tisch liegen. Es zeige sich deutlich, »dass es noch dauern wird, bis das Geschäft mit der Reise wieder richtig anlaufen wird, auch wenn die Menschen in den Startlöchern stehen und gerne wieder in den Urlaub und auf Geschäftsreise gehen möchten«, so Fiebig abschließend.

Eine von vielen befürchtete Pleitewelle in der Corona-Krise ist bisher ausgeblieben. 2020 gab es nur knapp 16.000 Firmeninsolvenzen, berichtet Tagesschau.de. Das ist der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung 1999. Ohne einen verlängerten Insolvenzschutz rechnet der Vorsitzende des Berufsverbands der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID), Christoph Niering, allerdings mit einem »spürbaren Anstieg« der Unternehmensinsolvenzen«. Die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib, sieht vor allem die Branchen gefährdet, die vom Lockdown betroffen sind. Sie zählt natürlich auch die Reisebranche zu den besonders gefährdeten Branchen.


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