08.04.2021

Von: Thomas Burgert

Jahr der Zäsur

Dass der öffentliche Personenverkehr zu den Hauptleidtragenden der Pandemie gehört, ist offenkundig. Neue Zahlen, wie die nun vom Statistischen Bundesamtamt veröffentlichten Daten zu den Fahrgastrückgängen, zeigen nur zu deutlich das ganze Ausmaß des Schadens, wenn festgestellt wird, dass sich die Fahrgastzahlen 2020 halbiert haben.



Das vergangene Jahr wird als eine Zäsur in die Geschichte des öffentlichen Personenverkehrs eingehen. In der Vorkrisenzeit noch stark im Aufwind, wirkt der Absturz für die Branche nur umso härter. Unzweifelhaft bleibt zwar, dass es allein schon aus Klimaschutzgründen auch in der Nach-Corona-Ära einen starken öffentlichen Personenverkehr braucht, aber wie es in den kommenden Monaten – vielleicht sogar Jahren – gelingen kann, die Nutzerzahlen wieder nachhaltig zu steigern, ist derzeit noch ungewiss.

Licht ins Dunkel sollen Befragungen bringen, wie sie aktuell in Bayern begonnen haben, aber auch Studien zu Themen wie dem Infektionsrisiko im ÖPNV, wie sie derzeit im RMV-Gebiet durchgeführt werden. Mehr Daten zu gewinnen, ist sicher richtig und wichtig, ob man aber auch tatsächlich gegen die oft diffusen Ängste angehen kann, wird man abwarten müssen. Zu hoffen wäre es.

Die Pandemie hat vieles verändert und man muss sich wahrscheinlich bewusst machen, dass es kein Zurück zum Februar 2020 geben wird. Man wird nicht nahtlos wieder dort anknüpfen können. Wenn diese Pandemie irgendwann vorbei ist – und das wird sie – werden wir uns alle in einer veränderten und neuen Normalität bewegen. So manches wird dann komplett anders sein als wir es vielleicht heute noch erwarten.

Thomas Burgert


Kategorie: Editorial