07.04.2021

Von: Peter Gebauer

HAMBURG: ÖPNV STELLT NACHTFAHRTEN EIN

Die Stadt Hamburg stellt ab der Nacht zum Freitag, 9. April, alle Nachtfahrten im ÖPNV der Stadt und ins Umland ein. Der Senat der Hansestadt reagiert damit auf die von ihm selbst beschlossene Ausgangssperre, die seit Karfreitag von 21 bis 5 Uhr morgens gilt. Wer dennoch fahren muss, kann auf On-Demand- oder Taxi-Angebote ausweichen.



Die Aussetzung des Nachtverkehrs wurde vorerst bis zur Nacht vom 17. auf den 18. April festgesetzt, wie die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende der Hansestadt dazu mitteilt. Stand Mittwoch lag die Inzidenz in der Stadt bei 119,8.

Für Menschen, die nachts auf ein öffentliches Mobilitätsangebot angewiesen sind, stehen die On-Demand-Angebote von Moia und Ioki Hamburg zur Verfügung. In der Zeit von Mitternacht bis 6 Uhr morgens können diese mit einem gültigen HVV-Ticket ohne Zusatzkosten oder zu vergünstigten Sonderkonditionen gebucht werden. Auch Taxis verkehren in den Nachtstunden für HVV-Kunden zu vergünstigten Preisen. Mit HVV-Ticket kostet eine Fahrt bis zu acht Kilometern Länge pauschal vier Euro, Fahrten über acht Kilometer Länge kosten pauschal acht Euro. Für Fahrgäste ohne HVV-Ticket gelten die üblichen Taxitarife.

Beim Busverkehr fahren ab Donnerstagnacht keine Nachtbusse mehr. In der Zeit von etwa 0.30 bis etwa 4.30 Uhr verkehren auch keine Busse der Ganztagslinien. Der Nachtbetrieb der S- und U-Bahnen in den Nächten am Wochenende wurde für die beiden kommenden Wochenenden ausgesetzt. Von 0.30 Uhr bis 4.30 Uhr fahren keine Bahnen. Eine Ausnahme ist die Verbindung von Stade nach Neugraben, die mit dem regulären Fahrplan weiter befahren wird. An den Wochentagen gilt für U- und S-Bahnen weiter das Regelangebot, auch die Regionalzüge verkehren weiter nach Fahrplan.

Ein erster Eilantrag gegen die Ausgangssperre wurde vom Hamburger Verwaltungsgericht am Dienstag dieser Woche zurückgewiesen. Weitere Anträge stehen aber noch zur Entscheidung aus, darunter auch der eines prominenten Anwalts der Stadt, wie die Zeitung Die Welt berichtet. Im niedersächsischen Hannover hat das Verwaltungsgericht die verhängte Ausgangssperre wieder gekippt. Sie sei rechtswidrig, weil sie gegen das Gebot der Verhältnismäßigkeit verstoße. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat diese Entscheidung inzwischen bestätigt und die Beschwerde der Region Hannover gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts zurückgewiesen. Unser Bild zeigt Busse am Hamburger Rathausmarkt am Abend. (Foto: M.Wendlandt)


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