18.02.2021

Von: Thomas Burgert

RHEIN-MAIN-VERKEHRSVERBUND ALS REPRÄSENTATIVES GEBIET

VDV: Studie untersucht Infektionsrisiko im ÖPNV

Eine Studie soll gesicherte und belastbare Ergebnisse bringen, wie hoch das Infektionsrisiko im ÖPNV tatsächlich ist, Ergebnisse werden für den April erwartet.


Die Untersuchung wird im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes durchgeführt. (Symbolfoto: RMV/Stefanie Kösling)

Die Untersuchung wird im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes durchgeführt. (Symbolfoto: RMV / Stefanie Kösling)


Länder und Verkehrsunternehmen untersuchen das Covid-19-Infektionsrisiko im ÖPNV mit einer epidemiologischen Studie. Dazu führt die Berliner Charité Research Organisation im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) eine Studie durch, die nun begonnen wurde. In den kommenden etwa fünf Wochen sollen mindestens 650 ausgewählte Pendler im RMV-Gebiet an der Studie teilnehmen.

Ziel der Studie, die von den Bundesländern und vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) angeregt wurde, ist es, das Risiko einer Infektion mit Covid-19 durch die regelmäßige Nutzung von Bussen und Bahnen abzuschätzen. Die Länder haben im Rahmen der Verkehrsministerkonferenz gemeinsam entschieden, die Studie zu fördern. Die Federführung liegt dabei beim Land Baden-Württemberg. Durchgeführt wird die Studie im Auftrag des VDV von der Charité Research Organisation. Finanziell beteiligen sich die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

»Die Verkehrsunternehmen haben in den zurückliegenden Monaten erhebliche Anstrengungen unternommen, um das Risiko der Ansteckung im ÖPNV zu reduzieren«, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die Bremer Senatorin Maike Schaefer (Grüne). »Neben der Sensibilisierung der Fahrgäste die Hygieneregeln einzuhalten, wurden Reinigungsintervalle drastisch erhöht, die Lüftung der Fahrgastbereiche deutlich intensiviert und trotz erheblicher Fahrgastrückgänge das annähernd vollständige Betriebsprogramm für die Kunden angeboten. Gerade mit der letzten Maßnahme steht den Fahrgästen in vielen Fällen mehr Raum im einzelnen Fahrzeug zur Verfügung.« Dennoch sei die Unsicherheit hinsichtlich des Infektionsrisikos bei der Nutzung von Bus und Bahn bei vielen Menschen groß. Mit der Studie wolle man nun »belastbare Erkenntnisse zum tatsächlichen Infektionsrisiko von Fahrgästen bei der regelmäßigen Nutzung von Bussen und Bahnen erlangen«.

Die ersten 650 Probanden müssen täglich einen Fahrweg (einfache Fahrt) von mindestens 15 Minuten im öffentlichen Nahverkehr absolvieren und mindestens 16 Jahre alt sein, so dass auch Schüler untersucht werden. Um die Infektionsrisiken vergleichen zu können, werden von den insgesamt mindestens 650 Teilnehmern je die Hälfte in den kommenden vier Wochen täglich werktags entweder im Individualverkehr (Auto/Fahrrad) oder mit dem ÖPNV zur Arbeit, zur Schule oder zur Ausbildungsstätte pendeln. Alle Studienteilnehmer werden über ihre tägliche Mobilität und weitere Rahmenbedingungen, wie etwa Krankheitssymptome, ein entsprechendes Tagebuch führen und verpflichten sich, sich im ÖPNV an die geltenden Regeln wie das Tragen einer medizinischen Maske zu halten.

Im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds leben rund fünf Millionen Menschen in Großstädten, Ballungsräumen und ländlicheren Gebieten. Werktäglich sind etwa 2,5 Millionen Fahrgäste mit Bussen und Bahnen unterwegs. Die durchschnittliche Reiseweite pro Tag beträgt dabei elf Kilometer. Damit ist das RMV-Gebiet repräsentativ für eine Nahverkehrsnutzung, wie sie bundesweit täglich stattfindet. Die Charité-Studie sei »ein weiterer wichtiger Baustein, um aufzuklären, wie es sich mit dem Infektionsrisiko in Bussen und Bahnen tatsächlich verhält. Für den RMV ist es selbstverständlich, die Studie aktiv zu unterstützen und zu begleiten«, sagte Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV und VDV-Vizepräsident.


Kategorie: Marketing/Vertrieb, Verbände, Top-News