12.10.2020

Von: Thomas Burgert

AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE

PWC: Bedarf an individueller Mobilität steigt

Die Pandemie verändert das Mobilitätsverhalten, im Berufsverkehr gewinnen Pkw und Fahrrad, während ÖPNV und Sharing-Dienste einen schweren Stand haben.


Verdunkeln sich die Aussichten für ÖPNV und Sharing-Dienste? (Symbolfoto: Thomas Burgert)

Verdunkeln sich die Aussichten für ÖPNV und Sharing-Dienste? (Symbolfoto: Thomas Burgert)


Laut den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage der Beratungsgesellschaft PWC wird im Anschluss an die Pandemie-Beschränkungen die individuelle Mobilität beim täglichen Weg zur Arbeit an Bedeutung gewinnen. Befragt wurden rund 2600 Verbraucher in Deutschland, den USA und China. Etwa 31 Prozent der Umfrageteilnehmer in Deutschland gaben an, für den Arbeitsweg ihren privaten Pkw öfter als zuvor nutzen zu wollen. Für 45 Prozent ändere sich nichts, während 24 Prozent den Wagen seltener nehmen wollen.

Das Fahrrad nutzen (33 Prozent) und zu Fuß gehen (32 Prozent) wollen in Deutschland ebenfalls mehr Pendler. Hier kündigten gleichzeitig aber viele Befragte auch eine geringere geplante Nutzung im Vergleich zum Auto an. Verlierer sind der ÖPNV (minus 64 Prozent), Taxi und Fahrdienste wie Uber (-76 Prozent), Car-Sharing (-77 Prozent) sowie weitere Sharing-Dienste (-79 Prozent). Zwar sei es noch »zu früh zu sagen, dass sich durch Corona alles ändert«, sagte PWC-Branchenexperte Christoph Stürmer. Doch die Einflüsse der Pandemie auf das Mobilitätsverhalten seien »nicht unbeachtet geblieben«.

Unabhängig vom Berufsverkehr weisen die Ergebnisse der Befragung darauf hin, dass ein großer Teil der Menschen in Deutschland sein Mobilitätsverhalten auch nach der Krise dauerhaft ändern könnte. So will fast die Hälfte (44 Prozent) der Umfrageteilnehmer auch nach der Corona-Pandemie weniger in den Urlaub fahren. Noch stärker könnten Geschäftsreisen zurückgehen, denn mehr als sechs von zehn Befragten (61 Prozent) wollen sie dauerhaft reduzieren. Was die Auswirkungen auf die Verkehrsunternehmen angeht, so geht die Deutsche Bahn davon aus, dass man im Fernverkehr bei den Fahrgastzahlen das Niveau von 2019 nicht vor 2022 erreichen wird. Im Fernbusverkehr geht man bei Marktführer Flixbus davon aus, dass die Erholung etwa 18 bis 22 Monate dauern wird.

Beim Berufsverkehr zeigen die Umfrageergebnisse übrigens für die USA und China ähnliche Muster wie für Deutschland. Dort ist der künftige häufigere Einsatz des eigenen Autos mit plus 67 beziehungsweise plus 60 Prozent sogar noch deutlich stärker als hierzulande. In China räumen die Pendler allerdings den Sharing-Diensten größere Chancen ein.


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