14.09.2020

Von: Thomas Burgert

MEISTGELESEN AM 15. SEPTEMBER 2020

BAWÜ: Verstärkerfahrten im Schülerverkehr

Das Land Baden-Württemberg unterstützt Verstärkerfahrten in der Schülerbeförderung mit zehn Millionen Euro.


WBO-Geschäftsführer Witgar Weber schlägt eine Entzerrung der Schulanfangszeiten vor. (Foto: WBO)

WBO-Geschäftsführer Witgar Weber schlägt eine Entzerrung der Schulanfangszeiten vor. (Foto: WBO)


Mit den Verstärkerfahren im Schülerverkehr will das Land Baden-Württemberg erreichen, dass die Corona-bedingten Hygienemaßnahmen eingehalten werden können. Die Förderung durch das Land ist vorerst zeitlich bis zu den Herbstferien begrenzt. Da aber im Anschluss ein weiterer Bedarf zu erwarten ist, prüfe das Land – nach ersten Erfahrungsberichten der Behörden – auch eine Verlängerung des Programms, teilte der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) mit.

»Wir freuen uns, dass das Land ein Programm zur Förderung zusätzlicher Busfahrten im Schülerverkehr aufgelegt hat«, sagte WBO-Geschäftsführer Witgar Weber. Nun liege es an den Stadt- und Landkreisen, entsprechend zusätzliche Busse zu bestellen. Wie schnell Verstärkerbusse zur Verfügung stehen und wie hoch der Bedarf danach sein werde, würden die ersten Schultage zeigen, sagte Weber weiter. Dann könnten die Verkehrsunternehmen vor Ort gemeinsam mit den zuständigen Behörden zeigen, wie flexibel sie reagieren können. Bei entsprechendem Bedarf könnten auch Reisebusse zum Einsatz kommen, die – aufgrund der derzeit kritischen Situation in der Touristik – aktuell nicht genutzt werden.

Eine Entzerrung der Schulanfangszeiten würde laut WBO helfen, den Umlauf der Fahrzeuge dauerhaft und nachhaltig zu optimieren und damit Verstärkerfahrzeuge entbehrlich zu machen. »Daran sollte man dringend weiter arbeiten«, sagte Weber.

Auf die Bedingungen zur Förderung einigte sich das Verkehrsministerium mit dem Städtetag und Landkreistag am vergangenen Donnerstag, 10. September. Gefördert wird bei einer Überschreitung von 100 Prozent der Sitzplätze und 40 Prozent der zulässigen Stehplätze. Damit soll verhindert werden, dass Schüler eng zusammenstehen, da »Infektionsschutz nicht erst in der Schule beginnt«, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Zunächst bis zu den Herbstferien trägt das Verkehrsministerium 80 Prozent der Kosten. Hermann sagte: »Zusätzlich erhöhen wir mit dieser freiwilligen Maßnahme den Infektionsschutz im ÖPNV, entlasten die kommunalen Aufgabenträger und schaffen eine Einnahmequelle für Reisebusunternehmen, welche ihre freien Buskapazitäten zur Verfügung stellen können.«


Kategorie: Verbände, Top-News