NEUGEBAUER BLEIBT GÖVB-CHEF UND SPRICHT ÜBER CORONA

GÖVB: Bis Jahresmitte 1,4 Mio. Euro Minus

Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GÖVB) haben den Vertrag mit ihrem Geschäftsführer Michael Neugebauer (57) um weitere fünf Jahre verlängert. Dieser gab aktuell auch einen Überblick zu den Corona-Auswirkungen auf sein Unternehmen.


Der Vertrag von Michael Neugebauer wurde um fünf weitere Jahre verlängert. (Foto: Stephan Beuermann - TrapezFilm)

Der Vertrag von Michael Neugebauer wurde um fünf weitere Jahre verlängert. (Foto: Stephan Beuermann - TrapezFilm)


Die einstimmige Entscheidung zur Vertragsverlängerung erfolgte bereits am 15. Juni. Neugebauer sprach von »anspruchsvollen Zeiten«, welche vor den GÖVB liegen. Wie das Göttinger Tageblatt aktuell berichtet, habe die Corona-Krise im Zeitraum Mitte März bis Ende Juni den GÖVB Einnahmenverluste von 1,4 Millionen Euro beschert. Bis Ende April, innerhalb von sechs Wochen, seien es 780.000 Euro gewesen und dann bis Ende Juni nochmals rund 620.000 Euro.

Auf eine weitere Prognose verzichtete Neugebauer, der auch Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen/Bremen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist. Als solcher habe er sich frühzeitig an die niedersächsische Landesregierung wegen Hilfen für den ÖPNV gewandt. Diese Mittel in Höhe von 390 Millionen Euro – 200 Millionen vom Bund und 190 Millionen von Land Niedersachsen – sollen fließen, wofür sich Neugebauer dankbar zeigte. Neugebauer erwarte, dass »wir den Großteil der Verluste erstattet bekommen«. Auf der Höhe der Lockdowns habe man geschätzt 80 Prozent weniger Fahrgäste gehabt, nun läge die Auslastung bei 50 bis 60 Prozent. Gemessen an der Nachfrage hätte man eigentlich das Angebot stärker einschränken müssen, habe allerdings das nötige Platzangebot vorhalten wollen. Man setze immer noch möglichst viele Gelenkbusse ein.

Was zu wünschen übrig lasse, sei die teils schlechte Zahlmoral während der Corona-Krise. Trotz mehr als 20 Vorverkaufsstellen und eines wieder weitgehend funktionierenden Fahrkartenverkaufs beim Fahrer – bis Ende Juli sollen bereits 80 der 92 Busse mit Trennscheiben ausgestattet sein – würden Kontrolleure weitaus mehr Schwarzfahrer ertappen. Viele würden meinen, in Corona-Zeiten bräuchten sie keinen Fahrschein. Dabei ginge es »nicht um das Doppelte oder Dreifache«, sondern »wir reden hier über das Vielfache«, sagte Neugebauer der Zeitung. Immerhin lägen die Absatzzahlen der Luftlinien-App wieder auf Vor-Corona-Niveau.


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