TARIFKOMMISSION BEWERTETE OVN-POSITION

VERDI: Nullrunden-Angebot inakzeptabel

Nachdem der Omnibusverband Nord (OVN) der Gewerkschaft Verdi am Montag mitteilte, dass die Arbeitgeber aktuell überhaupt keinen Spielraum für Lohnerhöhungen sehen, hat die Verdi-Tarifkommission am Dienstag eine Nullrunde als »inakzeptabel« und »krasse Geringschätzung« bewertet.



Wie die Lübecker Nachrichten (LN) von der Tagung der Verdi-Tarifkommission in Bad Segeberg am Dienstag, 30. Juni, berichten, wies die Gewerkschaft eine Nullrunde entschieden ab. Wie gestern berichtet, hat der OVN sein vor Ausbruch der Corona-Krise unterbreitetes Angebot von 250 Euro mehr in vier Stufen bei einer Laufzeit von drei Jahren zurückgezogen, weil die privaten Busunternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg aktuell ums Überleben kämpfen. Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete sagte: »Wie krass kann Geringschätzung denn noch aussehen? Die Unternehmen kassieren Staatshilfe für Einnahmeausfälle und lassen gleichzeitig die Beschäftigten im Regen stehen«, zitieren die LN.

Verdi forderte die Arbeitgeber auf, noch im Juli an den Verhandlungstisch zurückzukehren und um »angemessene Lösungen zu verhandeln«. Die Tarifkommission habe eine »Ideensammlung« für die Verhandlungen erstellt, welche auch die Belange der Arbeitgeber berücksichtigen würden, ohne jedoch zu präzisieren, worum es sich dabei handle, schreiben die LN. Die Busfahrer würden trotz erhöhtem Infektionsrisiko ihren Dienst verrichten und seien zudem Anfeindungen durch Maskenverweigerer ausgesetzt. Das würden die Arbeitgeber ausblenden. Die Gewerkschaft scheint indes an ihrer Forderung von zwei Euro mehr pro Stunde bei nur zwölf Monaten Laufzeit festzuhalten, was vom OVN bereits vor Corona abgelehnt wurde, weil dies einer Erhöhung von 14 Prozent entspräche.


Kategorie: Verbände