18.05.2020

Von: Thomas Burgert

LÄNDERSPEZIFISCHE REGELUNGEN

AA: Reisewarnung soll überprüft werden

Geht es nach Heiko Maas, sollen bald länderspezifische Regelungen an die Stelle der weltweiten Reisewarnung treten und Markus Söder will Urlaub in Deutschland fördern.


Außenminister Heiko Maas (links) zeigt sich in Sachen Auslandsreisen optimistisch, während CSU-Chef Markus Söder (rechts) sein Plädoyer für einen Urlaub in Deutschland wiederholte. (Fotos: SPD Saar/ Susie Knoll; CSU)

Außenminister Heiko Maas (links) zeigt sich in Sachen Auslandsreisen optimistisch, während CSU-Chef Markus Söder (rechts) sein Plädoyer für einen Urlaub in Deutschland wiederholte. (Fotos: SPD Saar/ Susie Knoll; CSU)


Deutschland werde die derzeit gültige weltweite Reisewarnung überprüfen, dies mit dem Ziel, ab dem 15. Juni wieder länderspezifische Reisehinweise für Europa zu geben, kündigte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag, 18. Mai, an. Gleichzeitig sagte Maas, es sei noch zu früh zu sagen, in welchen Ländern am ehesten ein Sommerurlaub möglich sein werde. Zuvor hatte sich Maas in einer Videokonferenz mit den Außenministern von Bulgarien, Griechenland, Italien, Kroatien, Malta, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien und Zypern ausgetauscht.

Gegenüber dem Deutschen Reiseverband (DRV) kündigte Bundesaußenminister Maas für diese Woche Gespräche mit Ministerkollegen aus der EU und weiteren Ländern zu Reisemöglichkeiten an. Er habe dabei angedeutet, dass »für einzelne Länder je nach Entwicklung der Pandemie möglicherweise sogar schon vor diesem Termin die Reisewarnung überprüft werden könnte«, erklärte der DRV. Das habe er in einem Gespräch bekräftigt, das als Videokonferenz am Vormittag des 18. Mai stattgefunden hat.

»Die Rückkehr zu einer spezifischen Betrachtung der Verhältnisse in den jeweiligen Ländern ist ein sehr guter Ansatz und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um für Urlauber und die Reisewirtschaft eine Perspektive einer Wiederaufnahme des Reiseverkehrs zu geben«, betonte DRV-Präsident Norbert Fiebig nach dem Gespräch. Demnach sagte Maas, er könne sich »bilaterale Vereinbarungen mit beliebten Urlaubsländern auch außerhalb der Europäischen Union vorstellen«, so dass auch hier im Sommer das Reisen in diese Länder möglich werden könnte.

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Maas allerdings auch, es dürfe sich aber nun »niemand der Illusion hingeben, dass es eine schnelle Rückkehr zu Reisen geben werde, wie es vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie üblich gewesen sei«. DRV-Präsident Fiebig wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Verbände bereits Konzepte vorgelegt haben, wie risikoarmes Reisen von der Buchung im Reisebüro über das Einsteigen ins Flugzeug, dem Bustransfer bis hin zum Aufenthalt im Hotel erfolgen kann.

Deutlich skeptischer als Maas zeigte sich hingegen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Mit Blick auf Urlaub im Ausland sei er »sehr zurückhaltend«, sagte Söder laut dem Bayerischen Rundfunk und er glaube nicht, dass »wir heute schon Pläne vorgeben können, dass wir in einem Monat schon wieder in Italien und in Spanien oder in Frankreich« sind. Auch diese Länder selbst seien noch eher zurückhaltend. Söder sprach sich stattdessen dafür aus, in diesem Sommer den Urlaub möglichst in Deutschland zu verbringen. Söder kann sich auch eine finanzielle Förderung des Deutschlandtourismus vorstellen, etwa durch Urlaubsgutscheine.


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