25.03.2020

Von: Peter Gebauer

Friendly Fire

Die Folgen des Coronavirus und der Maßnahmen gegen seine weitere Verbreitung sind für viele Unternehmen wirtschaftlich verheerend, wenn sie nicht sogar das wirtschaftliche Aus bedeuten. Für das eigene Auto könnte das Coronavirus indes eine Renaissance bedeuten. Das zumindest ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Plus.



Danach fahren aktuell aus Angst vor einer möglichen Infektion mit dem Virus viele Menschen lieber mit dem eigenen Auto als mit dem ÖPNV. Das und die vielen Home-Office-Arbeiter haben zu entsprechend rückläufigen Fahrgastzahlen geführt. Inzwischen wird fast flächendeckend nach Notfahrplan gefahren.

Das Coronavirus bedroht damit nicht nur die Existenz vieler Verkehrsunternehmen, sondern auch die Zukunft des ÖPNV insgesamt. Gerade auf dem Land, wo die Angebote in den letzten Jahren massiv verbessert wurden, viele private Betreiber aber jetzt in allergrößter Not sind, könnten sich die einst kühnen ÖPNV-Träume der Politik nach der Corona-Krise in Luft aufgelöst haben.

Umso wichtiger sind die angekündigten unbürokratischen Soforthilfen für die Unternehmen. Das Geld muss jetzt schnell ausgezahlt werden, sonst ist es vielerorts keine Frage der Wahl mehr, ob man den Bus oder das Auto nimmt. Und es nützt auch nichts, wenn die Unternehmen im Friendly Fire blind verschossener Bazookas sterben.

Peter Gebauer


Kategorie: Editorial