24.03.2020

Von: Thomas Burgert

NACHBESSERUNGEN BEI HILFE NÖTIG

BDO: Busverband warnt vor Insolvenzwelle

Die von der Bundesregierung im Zuge der Corona-Krise aufgelegten Rettungsmaßnahmen würden die meisten Busbetriebe in Deutschland schutzlos zurücklassen, kritisiert der BDO.


BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard (Foto: BDO)

BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard (Foto: BDO)


Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) hat am Dienstag, 24. März, einen Katalog mit Maßnahmen für das Fortbestehen der mittelständischen Bustouristik vorgelegt. Die aktuelle finanzielle Lage der Unternehmen in diesem Marktsegment sei in Folge der Corona-Pandemie bereits »hochdramatisch«, warnt der BDO eindringlich.

»Die Lage im Bustourismus ist dramatisch. Es gibt derzeit keinerlei Einnahmen – und das in einer Zeit des Jahres, in der die laufenden Kosten und die im Vorlauf getätigten Ausgaben wieder erwirtschaftet werden müssen. Nun kommen noch die Rückzahlungsverpflichtungen an die Kunden hinzu«, sagte BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard und warnte: »Noch in den nächsten Tagen werden die ersten Unternehmen untergehen. Viele, viele weitere müssten kurz danach folgen, wenn jetzt nicht schnell der versprochene Rettungsschirm nachgebessert wird.«

Laut BDO stehe »eine Insolvenzwelle kurz bevor«. Die bislang von der Bundesregierung in Aussicht gestellten beziehungsweise aufgelegten Hilfsinstrumente würden bei den allermeisten Unternehmen im Busgewerbe ausdrücklich nicht greifen, kritisiert der BDO. Garantierte Summen in Milliardenhöhe seien maßgeschneidert auf die Unterstützung von Kleinstbetrieben sowie für die Stützung von Großkonzernen ausgelegt. Dazwischen klaffe jedoch eine Lücke, in der »ein Großteil der mittelgroßen Unternehmen zu verschwinden droht«.

Der BDO hat daher in Abstimmung mit seinen Landesverbänden einen Katalog mit weitergehenden Vorschlägen erarbeitet, die sich an der tatsächlichen Lage in den Betrieben orientieren und deren Fortbestand in unverschuldeter Notlage sichern soll. Dazu gehört unter anderem die Gewährung von Soforthilfen, um Unternehmen vor den kurzzeitigen Auswirkungen einer Krise zu schützen. Zudem seien weitere Hilfen wichtig, der BDO nennt hier die zinslose Stundung von Steuern, Steuervorauszahlungen und Sozialversicherungsbeiträgen sowie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. Letzteres plant das Bundesjustizministerium bereits (siehe separater Bericht). Weiterhin müsse bei der Kfz-Steuer die Abmeldung von Fahrzeugen erleichtert werden.

»Es muss Hilfe geben für die große Zahl der Unternehmen, die weder Kleinstbetrieb noch Großkonzern sind. Damit sind unzählige Arbeitsplätze und leistungsstarke mittelständische Strukturen gefährdet. Das Aus für hunderte – wenn nicht sogar tausende – Unternehmen kann und muss jetzt verhindert werden«, forderte Christiane Leonard abschließend.


Kategorie: Verbände, Bustouristik