»KEINE KREDITE, UM LOHNFORDERUNGEN ZU ERFÜLLEN«

OVN: Weiter keine Einigung mit Verdi

Die vierte Verhandlungsrunde zwischen dem Omnibusverband Nord (OVN) und Verdi am Dienstag, 10. März, ist ohne Ergebnis geblieben.


OVN-Vorsitzender Klaus Schmidt führt die Verhandlungen für die Arbeitgeber. (Foto: OVN)

OVN-Vorsitzender Klaus Schmidt führt die Verhandlungen für die Arbeitgeber. (Foto: OVN)


Der OVN zeigte sich enttäuscht, dass man in den elfstündigen Verhandlungen kein Ergebnis erzielt habe. Laut OVN-Vorsitzendem und Verhandlungsführer für die Arbeitgeberseite, Klaus Schmidt, habe sich der OVN »mit mehreren immer wieder verbesserten Angeboten wirklich bis durch die Decke des Machbaren und Verantwortbaren gestreckt, um endlich eine Einigung hinzubekommen.« Bloß beharre Verdi auf Forderungen, welche die Busunternehmen »nicht ansatzweise refinanzieren« könnten. »Es wird aber niemand ernsthaft erwarten können, dass die Unternehmen Kredite aufnehmen müssen, um Lohnforderungen zu bezahlen«, brachte Schmidt die Nicht-Finanzierbarkeit der Forderungen drastisch zum Ausdruck.

Man wolle einen Abschluss und bemühe sich bereits um einen weiteren Verhandlungstermin. »Zu behaupten, die Arbeitgeber würden Lohnerhöhungen verhindern wollen, ist vor dem Hintergrund dieser hohen Angebote wirklich absurd«, sagte Schmidt, der auf das neue Angebot von 250 Euro mehr in vier Stufen bei einer Laufzeit von 36 Monaten verwies. Bisher bot der OVN bei 30 Monaten Laufzeit 200 Euro in vier Stufen zu je 50 Euro.

Dieses Angebot würde zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2850 Euro (ca. 16,82 Euro pro Std.) im Linienverkehr führen, womit das Fahrpersonal mehr als die Hamburger Kollegen und bundesweit auch weiterhin den zweithöchsten Lohn nach Baden-Württemberg verdienen würde.

Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete sagte: »Die Arbeitgeber des OVN haben zwar ein verändertes aber substantiell kein verbessertes Angebot abgegeben; das reicht nicht aus, um in Richtung Abschluss zu kommen.« Die Tarifkommission habe die Arbeitgeber aufgefordert, bis Montag mitzuteilen, ob sie sich in der Lage sähen, ein verbessertes Angebot vorzulegen und damit in eine weitere Verhandlungsrunde zu gehen. »Sollten wir das nicht gemeinsam gelöst bekommen, wäre eine Urabstimmung über einen unbefristeten Erzwingungsstreik die logische Konsequenz und das hätten dann die Arbeitgeber zu verantworten«, sagte Pliete. Das OVN-Angebot sehe vor: ab 1. Januar 2020 plus 50 Euro, ab 1. November 2020 plus 50 Euro (alternativ zu den ersten beiden Schritten ab 1. Juni 2020 plus 100 Euro), ab 1. Juni 2021 plus 75 Euro und ab 1. Juni 2022 plus 75 Euro (Laufzeit 36 Monate).


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