03.03.2020

Von: Thomas Burgert

TARIFSTREIT SCHLESWIG-HOLSTEIN

OVN: Neue Verhandlungstermine vorgeschlagen

Der OVN hatte den für Freitag vergangener Woche geplanten Verhandlungstermin platzen lassen, weil Verdi nicht bereit war, den Streik wenigstens am Verhandlungstag auszusetzen. Nun bietet man der Gewerkschaft neue Termine an.


Klaus Schmidt, OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender (Foto: OVN)

Klaus Schmidt, OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender (Foto: OVN)


Nachdem in den Lohntarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein die vereinbarte und angekündigte Fortsetzung der Verhandlungen am 28. Februar nicht zustande gekommen ist (der Rote Renner berichtete), unternimmt der Omnibusverband Nord (OVN) nun einen neuen Anlauf, um einen Verhandlungstermin für eine Einigung im Tarifstreit zu finden.

»Wir bedauern nach wie vor sehr, dass es Verdi am vergangenen Freitag nicht möglich war, zugunsten gemeinsamer Verhandlungen auf Streiks am gleichen Tag zu verzichten. Umso mehr hoffen wir nun, dass Verdi die Möglichkeit nutzt, am kommenden Donnerstag, den 5. März 2020, die Verhandlungen fortzusetzen, da eine Einigung naturgemäß nur im Wege von Verhandlungen möglich ist. Dieser Verhandlungstermin steht unter der ebenso selbstverständlichen wie erfüllbaren Bedingung, dass Verdi die für diesen Tag vorgesehenen Streiks aussetzt, um der notwendigen Einigung eine wirkliche Chance zu geben«, sagte OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt.

Sollte Verdi nicht in der Lage sein, den Streikaufruf zumindest insoweit rückgängig zu machen, dass am Verhandlungstag nicht gestreikt wird, schlage man schon jetzt vorsorglich mit Dienstag, den 10. März 2020, einen weiteren Verhandlungstermin vor, der bislang nicht mit von Verdi angekündigten Streiks belastet sei, sagte Schmidt weiter.

Verdi hatte nach den geplatzten Verhandlungen am 28. Februar zu einem fünftägigen Warnstreik ab Dienstbeginn am Mittwoch, den 4. März, bis Dienstende am Sonntag, den 8. März, aufgerufen. Das derzeitige Angebot der Arbeitgeber für die Zeit ab Januar 2020 lehnt die Gewerkschaft als »völlig unzureichend« ab. Zu der Verhandlungsrunde am 28. Februar sei man mit dem »festen Willen angetreten, ein Ergebnis im Verhandlungswege zu erzielen« und fordere nun »den Arbeitgeberverband auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren«.

Das vorliegende Angebot des OVN sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 200 Euro in vier Stufen von jeweils 50 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten vor. Dieses Angebot führte zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2800 Euro im Linienverkehr, womit das Fahrpersonal bundesweit auch weiterhin den zweithöchsten Lohn nach Baden-Württemberg verdienen würde. Schon für dieses Angebot fehle »den betroffenen Busunternehmen die Refinanzierbarkeit«, erklärte der OVN.


Kategorie: Verbände