VERDI SCHIEBT OVN SCHULD ZU UND STREIKT WEITER

OVN/Verdi: Verhandlungstermin geplatzt

Der Omnibusverband Nord (OVN) hat seine Drohung wahrgemacht und den für Freitag, 28. Februar, angesetzten Verhandlungstermin mit Verdi platzen lassen.



Die Gewerkschaft hatte bereits ab Dienstag vergangener Woche vier Tage lang gestreikt (25. bis 28. Februar). Der OVN kritisierte, dass ein viertägiger Streik unmittelbar vor der nächsten Verhandlungsrunde »unanständig und stillos« sei und hatte an die Gewerkschaft appelliert, wenigstens am Verhandlungstag, dem Freitag, auf Streiks zu verzichten, da der OVN anderenfalls nicht für Verhandlungen zur Verfügung stünde (der Rote Renner hatte berichtet).

Wie man einer Presseinformation von Verdi Nord vom Freitag entnehmen kann, schiebt die Gewerkschaft dem OVN die alleinige Schuld am geplatzten Verhandlungstermin in Kiel zu. Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete sagte, der OVN nehme »bewusst die Beeinträchtigung der Fahrgäste als Kollateralschaden in Kauf, um Lohnerhöhungen zu verhindern«. Die Anmietung der Räumlichkeiten von 10.30 bis 23 Uhr sollen laut Verdi als Beweis des »festen Willens (…) ein Ergebnis im Verhandlungswege zu erzielen« dienen. Auch verweist die Gewerkschaft darauf, dass der Verhandlungstermin bereits seit dem 11. Februar festgestanden hätte. Was die Gewerkschaft jedoch nicht erwähnt ist, dass sie am 19. Februar zu einem viertägigen Streik aufgerufen hat. Verdi forderte die Rückkehr der Arbeitgeber an den Verhandlungstisch und kündigte einen nun fünftägigen Streik ab Mittwoch bis einschließlich Sonntag, 4. bis 8. März an.

Verdi bezeichnet seine Forderungen von zwei Euro mehr Stundenlohn bei einer Laufzeit von nur einem Jahr als berechtigt und spricht davon, dass »das derzeitige Entgelt in Vollzeit selbst nach 45 Jahren der Erwerbstätigkeit nur für ein Leben in Altersarmut« reiche. Der OVN hatte zuletzt 200 Euro mehr angeboten, in vier Stufen zu jeweils 50 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten, und darauf verwiesen, dass damit ein monatlicher Grundlohn von mehr als 2800 Euro im Linienverkehr erreicht würde. Eine Antwort des OVN zur erneuten Streikankündigung gab es bis Sonntagabend noch nicht.


Kategorie: Betrieb