27.02.2020

Von: Thomas Burgert

VIERTE VERHANDLUNGSRUNDE

OVN: Appell an die Gewerkschaft

Die Verhandlungen zwischen dem Omnibusverband Nord und Verdi gehen in die nächste Runde, nachdem die Gewerkschaft diese Woche ihre Streiks fortgesetzt hat.


Klaus Schmidt, OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender (Foto: OVN)

Klaus Schmidt, OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender (Foto: OVN)


Am Freitag, 28. Februar, findet die nächste Verhandlungsrunde für das private Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein statt. Der zwischen dem Omnibusverband Nord (OVN) und der Gewerkschaft Verdi vereinbarte Termin ist die mittlerweile vierte Verhandlungsrunde und diese kollidiert mit der von Verdi angekündigten Fortsetzung der Streiks. Die bereits seit drei Tagen andauernden Streiks der Gewerkschaft hätten den Tarifparteien »eine erforderliche Einigung erwartungsgemäß nicht nähergebracht«, kritisierte OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt das Vorgehen von Verdi.

Die Streiks seien »nachweislich nicht geeignet, mehr Geld in die landesweite ÖPNV-Finanzierung zu spülen, das jetzt verteilt werden könnte«, fügte Schmidt hinzu. Wer einen Verhandlungstermin gemeinsam vereinbare, sich im Nachgang für zwischenzeitliche Streiks entscheide und diese bewusst auf den Tag der vorgesehenen Verhandlungen ausdehne, müsse »sich ernsthaft fragen lassen, ob überhaupt hinreichend Bereitschaft zum Verhandeln vorhanden ist«, sagte Schmidt weiter. Man benötige diese Einigungsbereitschaft seitens des Tarifpartners aber, »weil sonst ein Abschluss schlechterdings nicht möglich ist«, sagte Schmidt und appellierte noch einmal »nachdrücklich an die Gewerkschaft, den notwendigen Einigungsprozess am Freitag nicht dem Streik zu opfern, sondern den Weg für Verhandlungen frei zu machen«. Der OVN hatte angekündigt, den Termin platzen lassen zu wollen, sollte Verdi diesen mit Streikmaßnahmen begleiten.

Das vorliegende Angebot des OVN sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 200 Euro in vier Stufen von jeweils 50 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten vor. Dieses Angebot führte zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2800 Euro im Linienverkehr, womit das Fahrpersonal nach OVN-Angaben bundesweit auch weiterhin den zweithöchsten Lohn nach Baden-Württemberg verdienen würde.

Verdi hatte erst diese Woche noch einmal betont, dass die Warnstreiks bis einschließlich Freitag andauern sollen. Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um zwei Euro pro Stunde ab dem 1. Januar 2020, eine Ergänzung der Lohngruppen um eine weitere Lohngruppe sowie die Erstattung des GUV/Fakulta-Beitrags. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten bekommen. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite hat die Gewerkschaft zurückgewiesen.


Kategorie: Verbände