13.02.2020

Von: Thomas Burgert

Plattformen bestimmen die Regeln

Ein Phänomen, das mit der Digitalisierung verbunden ist, sind die großen Online-Plattformen, deren bloße Existenz gewaltige Auswirkungen auf die Wirtschaft hat, man denke nur an Amazon, Uber oder die Hotel-Buchungsplattform Booking.com. Auch der Verkehrsbereich ist selbstverständlich davon betroffen und auch hier werden die Folgen tiefgreifend sein.



Denn Mobilität wandelt sich, nicht nur erleben wir gerade eine technische Umwälzung in der Antriebstechnik, auch die Nutzung von Mobilitätsangeboten wird anders, es gibt Sharing-Modelle mit mal mehr und mal weniger Erfolg und ganz neue Angebote wie die E-Roller. Man mag nun von der ein oder anderen neuen Idee nicht viel halten, aber eines ist auch klar, wegzaubern lassen sie sich nicht mehr. Sie sind da, sie werden genutzt und sie werden auch mit dem klassischen ÖPNV kombiniert – und hier kommen die Plattformen ins Spiel.

Auf großen Mobilitätsplattformen werden die vielseitigen Angebote künftig kombiniert und von den Nutzern gesucht werden. Die Plattformbetreiber werden zu entscheidenden Akteuren, sie werden Regeln bestimmen, sie entscheiden, wer dabei ist und sie werden den Preis entscheidend mitbestimmen. Im Fernbusbereich ist dies mit Flixbus bereits der Fall und die damit verbundenen Folgen sind für die Busunternehmen nicht immer angenehm. Auch in anderen Verkehrsmärkten wird es Verwerfungen geben, Gewinner und Verlierer.

Die MVG will für Münchner so eine Plattform entwickeln – und zwar bevor es jemand anders tut. Eine gute Entscheidung und genau die richtige Strategie.

Thomas Burgert


Kategorie: Editorial