12.02.2020

Von: Thomas Burgert

VERDI-STREIKS BIS ZUR NÄCHSTEN RUNDE

OVN: Kritik an fehlender Einigungsbereitschaft

Verdi-Nord hat auch das letzte Verhandlungsangebot der Arbeitgeberseite zurückgewiesen und bis zum nächsten Verhandlungstermin weitere Streikaktionen angekündigt.


Klaus Schmidt, OVN-Vorsitzender und Verhandlungsführer, nannte es »unanständig und stillos, trotz bestehender Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber die Verhandlungen abzubrechen«. (Foto: OVN)

Klaus Schmidt, OVN-Vorsitzender und Verhandlungsführer, nannte es »unanständig und stillos, trotz bestehender Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber die Verhandlungen abzubrechen«. (Foto: OVN)


Wie Verdi-Nord mitteilte, sind die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Organisationsbereich des Omnibusverbands Nord (OVN) erneut ohne konkretes Ergebnis vertagt worden. Die Arbeitgeber hätten zwar einen neuen Vorschlag unterbreitet, der reiche aber »lange nicht aus, um den Forderungen annähernd gerecht zu werden«. Weder die Zeitpunkte der Steigerungen noch die Höhe der Zahlungen seien »einigungsfähig«, sagte Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete.

Nach neunstündigen Verhandlungen habe die Gewerkschaft Verdi die Verhandlungen mit dem Ziel abgebrochen, sich bei den eigenen Mitgliedern ein neues Verhandlungsmandat zu holen, das die fast 30 Köpfe zählende Tarifkommission der Gewerkschaft offenbar nicht mehr besessen habe, erklärte der OVN. »Wir sind ziemlich enttäuscht über die offen zu Tage getretene fehlende Einigungsbereitschaft von Verdi«, sagte der OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt.

Bei den Verhandlungen habe sich beim OVN der Eindruck bestätigt, dass es »der Gewerkschaft nicht um eine zügige und faire Einigung geht, sondern vielmehr darum, die Fronten durch weitere Streiks – die offenbar schon feststehen – obwohl die Mitglieder noch gar nicht befragt worden sind, weiter zu verhärten«, erklärte Schmidt weiter. Inzwischen habe man ein drittes, immer wieder verbessertes Angebot vorgelegt, ohne dass von Verdi ein »spürbarer Einigungswille zu erkennen gewesen« sei. Man halte es im Übrigen »für unanständig und stillos, trotz bestehender Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber die Verhandlungen abzubrechen, um von den Mitgliedern ein neues Mandat zu bekommen, aber gleichzeitig Streiks bis zum nächsten, bereits gemeinsam vereinbarten Verhandlungstermin anzukündigen«, zeigte sich Klaus Schmidt enttäuscht.

Verdi-Nord hat angekündigt, den »Verhandlungsdruck zu erhöhen« und sprach von Warnstreiks bis zum nächsten Verhandlungstermin. So gab es am Mittwoch, 12. Februar, einen Warnstreik in Mecklenburg-Vorpommern, von dem die Verkehre des Verkehrsbetriebs Greifswald (VBG) betroffen waren. Der Warnstreik begann mit Dienstbeginn und sollte mit dem Ende des Betriebstages enden.

Das vorliegende Angebot des OVN sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 200 Euro in vier Stufen von jeweils 50 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten vor. Dieses Angebot führt laut Arbeitgeberseite zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2800 Euro im Linienverkehr.

Verdi-Nord fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um zwei Euro pro Stunde ab dem 1. Januar 2020, eine Ergänzung der Lohngruppen um eine weitere Lohngruppe sowie die Erstattung des GUV/Fakulta-Beitrags. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten bekommen. Die Verhandlungen sollen am 28. Februar weitergeführt werden.


Kategorie: Betrieb