10.02.2020

Von: Thomas Burgert

MOBILITÄT IN DER FLÄCHE AUSBAUEN

LHO: Verkehrspolitik muss auf den Bus setzen

Vor einer einseitigen Fokussierung der Verkehrspolitik auf die Schiene und die Ballungsräume warnt der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer.


Karl Reinhard Wissmüller, Vorsitzender des LHO (Foto: LHO)

Karl Reinhard Wissmüller, Vorsitzender des LHO (Foto: LHO)


Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) warnt vor einer zu starken Fokussierung der Verkehrspolitik auf die Schiene. »Wer bei der Verkehrswende mit mehr öffentlichem Personenverkehr auch das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land nicht aus dem Blick verliert, muss neben der Schiene auch auf den Bus setzen«, sagte der LHO-Vorsitzende Karl Reinhard Wissmüller am 10. Februar in Gießen.

Auch Hessens Verkehrspolitik dürfe sich nicht nur auf die Pendlerströme im Rhein-Main-Gebiet und dessen Umland konzentrieren. »Nur mit Bussen lässt sich eine nachhaltigere und auch künftig bezahlbare Mobilität in ländlichen Regionen wie zum Beispiel dem Vogelsbergkreis, dem Werra-Meißner-Kreis oder dem Odenwaldkreis sichern«, erklärte Wissmüller dessen Unternehmen im Odenwald (Michelstadt) im Busverkehr tätig ist.

»Beim Einsparen von Treibhausgasen ist der Bus auch in Hessen absolut führend – noch vor dem Schienenverkehr«, betonte Wissmüller, der hinzufügte: »Hessens Busunternehmer engagieren sich für die schrittweise Umstellung auf moderne Antriebstechniken, nachhaltigere Mobilität und eine intelligentere Vernetzung dichter vertakteter Mobilitätsangebote. Doch nicht nur der Schienenverkehr braucht Investitionen in eine modernere Infrastruktur.«

Auch für den »unverzichtbaren Busverkehr« auf dem Land müsse in neue Strukturen investiert werden – zum Beispiel in den Bau oder Ausbau von zentralen Omnibusbahnhöfen und Haltestelleneinrichtungen sowie von zentralen Werkstätten und Betriebshöfen mit Energiekapazitäten für das Laden von Elektrobatterien oder das Betanken von Bussen mit Wasserstoffantrieb, fordert der LHO.

Der LHO fordert, bei der Verkehrswende in Hessen nicht nur die großen Städte mit ihren öffentlichen Verkehrsbetrieben, sondern auch kleine, private Busunternehmen mit ihrer Kompetenz für die besonderen Herausforderungen auf dem Land im Blick zu behalten: »Sonst bleiben die schnell realisierbaren Potenziale des Busverkehrs für die Umwelt ungenutzt. Zudem droht die gewünschte Stärkung des öffentlichen Verkehrs trotz hoher Milliarden-Investitionen in die Schienen an weiten Teilen des ländlichen Raums vorbeizugehen, die auch künftig nicht an den Bahnverkehr angeschlossen werden können«, sagte Wissmüller.


Kategorie: Verbände, Top-News