31.01.2020

Von: Thomas Burgert

KRITIK AN VERDI-FORDERUNG

OVN: Busstreiks nicht nachvollziehbar

Der Omnibusverband Nord (OVN) hat die Warnstreiks von Verdi als »unverständlich« kritisiert.


OVN-Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt (Foto: OVN)

OVN-Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt (Foto: OVN)


Die Warnstreiks von Verdi im privaten Omnibusgewerbe in der Region Steinburg und Pinneberg seien nicht geeignet, den laufenden Einigungsprozess zu beschleunigen, sondern beschädigen das Verhandlungsklima, erklärte der Omnibusverband Nord (OVN). Den Aufruf der Gewerkschaft zum ganztägigen Warnstreik habe man »nicht nachvollziehen« können, zumal man der Arbeitnehmerseite ein Angebot unterbreitet habe, das mit 180 Euro für zwei Jahre »noch nie so hoch war und den Fahrerinnen und Fahrern auch wegen der niedrigen Inflationsrate deutlich mehr Geld bringen würde«, so OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt.

Konkret geht es laut OVN um einen Stundenlohn von 16,40 Euro, mit dem der Tarifvertrag wie bisher bundesweit nach Baden-Württemberg an zweiter Stelle liegen würde, erklärte Schmidt weiter. »Für uns sind die Streiks aber auch deshalb unverständlich, weil das Fahrpersonal erst vor drei Monaten eine Lohnerhöhung von 50 Euro, das heißt zwei Prozent mehr Lohn, erhalten hat und nun eine Forderung aufstellt, die in ihrer Höhe mit 17 Prozent völlig absurd ist.«

Schmidt sagte weiter: »Wir bedauern sehr, dass durch die überflüssigen Streiks nun ein Klima geschaffen wird, das eine Einigung in der gemeinsam festgelegten neuen Verhandlungsrunde am 11. Februar zumindest erschwert. Zudem wissen alle Beteiligten, dass die von den Kreisen an die den Schüler- und Linienverkehr durchführenden Unternehmen gezahlten Beträge gedeckelt sind und etwaige Preisfortschreibungen allenfalls auf dem Niveau der Inflationsrate erfolgen. Die Unternehmen sind bekanntlich nicht in der Lage, zur Refinanzierung solcher Forderungen die Fahrpreise mal eben zu erhöhen.«

Zum Omnibus Verband Nord gehören derzeit rund 90 private Omnibusunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 1800 Bussen.


Kategorie: Verbände