15.01.2020

Von: Thomas Burgert

KOOPERATIONEN IN DER BUSTOURISTK

GBK/WBO: Gute Erfahrungen mit Kooperationen

Angesichts der Rahmenbedingungen in der Bustouristik können Kooperationen ein Weg zum Erfolg sein, wie ein Vortrag beim Tag des Bustourismus zeigte.


Horst Bottenschein hat mit Kooperationen gute Erfahrungen gemacht. (Foto: Thomas Burgert)

Horst Bottenschein hat mit Kooperationen gute Erfahrungen gemacht. (Foto: Thomas Burgert)


Eine erfolgreiche Kooperation braucht eine gemeinsame Strategie, nannte Busunternehmer Horst Bottenschein eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen einer Zusammenarbeit zwischen Busunternehmen in der Bustouristik. »Mit Kooperationen auf neuen Wegen« lautete der Vortrag, den der Geschäftsführer von Bottenschein-Reisen beim Tag des Bustourismus am 14. Januar in Stuttgart vor rund 170 Zuhörern hielt.

Der diesjährige Tag des Bustourimus, den die Gütegemeinschaft Buskomfort (GBK) und der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) gemeinsam im Rahmen der Reisemesse CMT ausrichten, stand unter dem Motto »Innovation statt Resignation: Zukunftsweisende Geschäftsmodelle für die Bustouristik«. Der Ehinger Busunternehmer Horst Bottenschein berichtete hier von mehreren Kooperationen seines Unternehmens mit anderen Busbetrieben, in der Touristik und auch im ÖPNV. Selbst habe man damit gute Erfahrungen gemacht, sagte er und bezeichnete solche Kooperationen in der Busbranche als »unausweichlich«, um am Markt erfolgreich zu sein.

Am Beginn einer solchen Kooperation müsse das Abwägen der Vor- und Nachteile stehen, betonte Horst Bottenschein. Als Vorteile nannte er unter anderem einen besseren Marktzugang, eine bessere Position beim Einkauf, Kostenvorteile sowie einen besseren Zugriff auf Ressourcen. Dem stünden jedoch Nachteile in Form von Abhängigkeiten, Koordinationskosten sowie längerer Entscheidungsprozesse gegenüber. Die Vorteile müssen nach gründlicher Abwägung überwiegen, sagte Horst Bottenschein, wenn die Kooperation erfolgreich sein soll. Für alle Kooperationspartner müsse es dabei eine Win-Win-Situation geben.

Ziele der Kooperationen bei Bottenschein-Reisen seien eine Steigerung der Auftragsquote sowie eine Ausweitung des Produktangebots. Näher führte Horst Bottenschein seine Kooperation mit dem Unternehmen Müller Reisen aus Rottweil aus. Dabei wurde deutlich, dass neben rationalen Faktoren auch emotionale Aspekte für den Erfolg wichtig sind. So muss die Mentalität der Kunden beider Unternehmen zusammenpassen, da es ansonsten im Bus nicht stimme und zwischen den Unternehmen muss es eben auch menschlich passen.

Die beiden Kooperationspartner haben gemeinsame Standards geschaffen, relevante Aufgaben wie Katalog-Erstellung, Buchhaltung oder die Bearbeitung des Kunden-Feedbacks, werden zentral erledigt, auch eine Personalschulung wird gemeinsam durchgeführt. Um die Fahrten zwischen den Unternehmen zu verteilen, hat man ein Punktesystem geschaffen, das nach dem Motto »wer viel bucht, fährt viel« funktioniert.

Zum Schluss betonte Horst Bottenschein, dass es für eine Kooperation Fairness und Verständnis für die Interessen aller Beteiligten brauche. Ohne dieses gegenseitige Verständnis sowie eine grundsätzliche Offenheit gegenüber der Kooperation auf unterschiedlichen Ebenen, funktioniere eine Kooperation nicht.


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