02.12.2019

Von: Thomas Burgert

Neue Posten – überschaubarer Erfolg

Wenn das Jahr sich seinem Ende zuneigt, haben nicht nur die Bäume ihre Blätter, sondern viele Bundesligavereine auch ihre Trainer verloren und durch neue ersetzt. So hat in Berlin die Hertha mit Jürgen Klinsmann einen neuen Übungsleiter, der mit seiner Maßnahme, einen »Performance Manager« zu installieren, erst einmal für leisen Spott gesorgt hat – in der Politik hingegen ist das Etablieren ähnlicher Positionen längst Alltag.



Bei der Klausurtagung der saarländischen Regierung beispielsweise, wurde nicht nur eine Stärkung des ÖPNV, sondern auch die Stelle eines »Klimamanagers« – da lässt der Performance Manager schon begrifflich grüßen – beschlossen. Geläufiger ist hingegen bisher der Begriff des »Beauftragten«, wo die Palette vom Integrations- über den Umwelt- bis zum Sonderbeauftragten reicht. Da das Thema Verkehr mittlerweile weit oben auf der politischen Agenda angelangt ist, darf man daher vielleicht bald mit Mobilitäts-Beauftragten, Sonderbeauftragten Mobilität oder Mobilitäts-Performance-Managern rechnen, die jemand aus dem Hut zaubert.

Bei der Schaffung solcher Posten stelle ich mir gern die Frage, ob damit in erster Linie entschlossenes Handeln demonstriert – vielleicht eher vorgegaukelt – oder aber für jemand eine neue Stelle geschaffen werden soll, was ja für die betreffende Person selbst sowie für die, die diese Position künftig vergeben kann, einen handfesten Vorteil bedeutet. Der substantielle Erfolg dieser Strategie hingegen scheint mir meist, na sagen wir, überschaubar zu sein.

Thomas Burgert


Kategorie: Editorial