DANK FÖRDERUNG KAUM MEHRKOSTEN, ABER BONUS BEI VERGABE

BAYERN: Grasmann kauft Elektro-Midibusse

Das mittelständische Verkehrsunternehmen Grasmann-Reisen GmbH Bustouristik erhält vom Freistaat Bayern 278.000 Euro Zuschuss für die Anschaffung zweier Midibusse mit Elektroantrieb.


Das mittelständische Busunternehmen Grasmann aus Hafenlohr beschafft zwei Elektrobusse. Dafür gibt es Unterstützung vom Freistaat Bayern. (Foto: Grasmann)

Das mittelständische Busunternehmen Grasmann aus Hafenlohr beschafft zwei Elektrobusse. Dafür gibt es Unterstützung vom Freistaat Bayern. (Foto: Grasmann)


Der Freistaat Bayern übernimmt bei beiden barrierefreien Linienbussen einen Festbetrag von je 52.000 Euro. Außerdem bekommt der mittelständische Verkehrsunternehmer für seinen Beitrag zu einer klimafreundlichen Mobilität noch eine Zusatzförderung obendrauf: 87.000 Euro pro Bus als Anteil an den antriebsbedingten Mehrkosten für den Elektroantrieb übernimmt der Freistaat. Die neuen Busse sollen im ersten Quartal 2020 ausgeliefert werden und kommen im öffentlichen Nahverkehr im Stadtverkehr Marktheidenfeld zum Einsatz.

Der Freistaat Bayern habe mit der Förderung von Elektrobussen nach eigenen Angaben auch einen wichtigen Baustein in der Wirtschaftsförderung geschaffen. Da mittelständische private Verkehrsunternehmen meist nur wenige Elektrobusse anschaffen und daher oftmals nicht von der Elektrobusförderung auf Bundesebene profitieren könnten, habe der Freistaat zur Unterstützung des Mittelstands die ergänzende Förderung von Elektrobussen eingerichtet.

Wie Geschäftsführer Matthias Vornwald-Grasmann auf Nachfrage des Roten Renners erklärte, handelt es sich bei den beiden Elektrobussen um zwei Midibusse des Typs Iveco Daily, die die Firma Rosero zu Niederflurfahrzeugen mit Elektromotor umgerüstet hat. Hintergrund für die Anschaffung von Elektrobussen seien auch Wettbewerbsüberlegungen gewesen, sagt Vornwald-Grasmann. Mit der Ankündigung, künftig auch Elektrobusse einzusetzen, habe man bei der Politik punkten können und sich vom Wettbewerb mit ausschließlich Dieselbussen abheben können.

Man habe seinen Stadtverkehr Marktheidenfeld behalten wollen und deswegen Elektrofahrzeuge mit ins Angebot aufgenommen. Die umweltfreundlichen Fahrzeuge seien beim Angebot positiv berücksichtigt worden, indem der Angebotspreis als 20.000 Euro niedriger betrachtet worden sei. Laut Vornwald-Grasmann käme man durch die Förderung auf ungefähr dasselbe raus, wie mit Dieselfahrzeugen. Von den Kosten eines Elektro-Daily von etwa 250.000 Euro seien 87.000 Euro Elektroförderung (80 Prozent der Mehrkosten) sowie 52.000 Euro Förderung für barrierefreie Fahrzeuge abzuziehen. Man rechne für beide Fahrzeuge mit niedrigeren Energiekosten von 11.000 Euro. Ein Midibus, der 20 Fahrgästen Platz biete, habe eine Reichweite von 190 Kilometern. Da man rund 250 Kilometer täglich fahre, brauche man zwei Fahrzeuge. Diese würden abwechselnd eingesetzt. Bei einem solchen Einsatz sollten die Fahrzeuge auch dann noch betriebstauglich sein, wenn die Batteriekapazitäten auf 80 bis 70 Prozent zurückgehen – man plane nämlich, die Akkus nicht auszutauschen.

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart sagte bei der Übergabe des Förderbescheids Ende vergangener Woche: »Wir unterstützen engagierte kommunale wie private Verkehrsunternehmen und insbesondere den Mittelstand dabei, ihre Flotte auf umweltfreundliche Antriebe umzustellen und so fit für die Zukunft zu machen. Keine Abgase, weniger Geräusche – davon profitieren nicht nur die Fahrgäste und Anwohner, sondern auch die Umwelt«.


Kategorie: Betrieb, Top-News