10.08.2019

Von: Thomas Burgert

AUSFÄLLE WEGEN LOKFÜHRERMANGEL

N’SACHSEN: Personalreserve oder Auftragsentzug

In Niedersachsen ist die Zahl der Zugausfälle aktuell hoch, die Grünen wollen nun auch über ein Sonderkündigungsrecht nachdenken.


Detlev Schulz-Hendel, Verkehrsexperte der Grünen im Landtag von Niedersachsen (Foto: Grüne-Landtag/ Brauers)

Detlev Schulz-Hendel, Verkehrsexperte der Grünen im Landtag von Niedersachsen (Foto: Grüne-Landtag / Brauers)


Die Grünen in Niedersachsen wollen »unzuverlässigen Bahnunternehmen« die Aufträge entziehen, berichtet die Nordwest-Zeitung. Hintergrund der Forderung ist, dass in Niedersachen wegen Lokführermangel viele Zugverbindungen ausfallen. Die Grünen verlangen daher, dass die Bahnen zum Aufbau einer ausreichenden Personalreserve für die Urlaubszeit und Krankheitsausfälle verpflichtet werden müssen.

»Falls zeitnah keine spürbare Verbesserung eintritt, sollte auch über ein Sonderkündigungsrecht nachgedacht werden«, sagte der Grünen-Verkehrsexperte im Landtag, Detlev Schulz-Hendel. Bei neuen Verkehrsverträgen schreibt die Nahverkehrsgesellschaft eine Personalreserve bereits konkret vor. Eine Anfrage der Grünen im niedersächsischen Landtag hatte ergeben, dass von Januar bis Mai dieses Jahres bereits ungeplant 7850 Züge ganz oder teilweise ausgefallen sind.

Dies bedeutete eine Ausfallquote von 1,3 Prozent der im Fahrplan stehenden Züge. In 42,4 Prozent der Fälle fehlte der Lokführer, bei 22,2 Prozent der Fälle gab es einen Defekt am Zug. Für diese Ausfälle werde die Landesnahverkehrsgesellschaft eine Vertragsstrafe von 2,5 Millionen Euro verlangen, bis zum Jahresende werde sich »diese Summe noch erheblich erhöhen« berichtet die Nordwest-Zeitung. Das Geld fließe in Verbesserungen des regionalen Bahnverkehrs.


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