ENTWARNUNG ZU REXER/DEINBUS-LINIENBÜNDEL

RHEIN-HUNSRÜCK: Neues Fahrplankonzept

Im Rhein-Hunsrück-Kreis startet am 1. August 2019 ein neues Fahrplankonzept. Auch die insolvente Rexer-Tochter VBN ist beteiligt, doch der Kreis gibt Entwarnung.



Mit dem neuen Konzept sollen erstmals Doppeldeckerbusse in Rheinland-Pfalz im täglichen Linieneinsatz eingesetzt werden – sechs Stück an der Zahl. Ulrich Barwinski, Sprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM), begründete den Doppeldecker-Einsatz damit, dass diese im Schülerverkehr genügend Sitzplätze (80) für die ansonsten oft stehend beförderten Schüler böten, zitiert die Rhein-Hunsrück-Zeitung aus einem DPA-Bericht. Die höheren Anschaffungskosten gegenüber Gelenkbussen von rund 150.000 Euro würden durch den niedrigeren Kraftstoffverbrauch und die geringere Wartungsintensität ausgeglichen. Es müssten jedoch Höhendurchfahrtsbeschränkungen beachtet werden.

Wie die Kreisverwaltung in Simmern mitgeteilt habe, könne der für 1. August angesetzte Betriebsstart im Linienbündel Hunsrückhöhenstraße Süd trotz vorläufiger Insolvenz der Rexer-Gruppe erfolgen. Zuvor hätten am 18. Juli »intensive Verhandlungen« zwischen VRM, Kreisverwaltung und Vertretern der Bietergemeinschaft aus der Deinbus Verkehrsgesellschaft und den Verkehrsbetrieben Nagoldtal (Tochter der insolventen Rexer-Unternehmensgruppe) stattgefunden. Deinbus habe der Kreisverwaltung versichert, dass »eine reibungslose Umsetzung der neuen ÖPNV-Verkehre durch die aktuelle Situation nicht gefährdet« sei. Jährlich fallen auf 20 Buslinien 1,5 Millionen Nutzwagenkilometer an, der Auftragswert für den Zehn-Jahres-Zeitraum beläuft sich auf 45 Millionen Euro netto.

Für das neue Fahrplankonzept wurden die Linien neu gestaltet, sodass es 79 neue/geänderte Buslinien geben wird, welche von den Unternehmen VBN Verkehrsbetriebe Nagoldtal GmbH/DeinBus Verkehrs-GmbH (Linienbündel Hunsrückhöhenstraße Süd), KVG Zickenheiner (Hunsrückhöhenstraße Nord; 2,08 Millionen Nutzwagenkilometer) und Stemmler-Bus (Hunsrück Mitte; 2,04 Millionen Nutzwagenkilometer) betrieben werden. Kernelemente des neuen Verkehrskonzeptes sind die Umstiegs-Knotenpunkte, zum Beispiel am alten Bahnhof in Simmern, am Schulzentrum Kirchberg und am Bahnhof Emmelshausen. Ziel des neuen Konzepts ist es unter anderem, allen Orten mit mehr als 200 Einwohnern wochentags von 6 bis 20 Uhr mindestens alle zwei Stunden eine Fahrtmöglichkeit anbieten zu können. Da für diesen ÖPNV-Ausbau nicht genügend heimische Busfahrer hätten gefunden werden können, seien teilweise spanische Busfahrer angeworben worden.


Kategorie: Betrieb