11.07.2019

Von: Thomas Burgert

Auf die Zentren fixiert

Wenige Wochen nach der Zulassung der E-Tretroller für den öffentlichen Verkehr zeigen erste Zahlen aus Berlin, dass sehr schnell eine große Anzahl dieser Fahrzeuge zur Verfügung gestellt wurde. Und es zeigt sich auch, dass die ach so hippen Teile sich im Stadtzentrum konzentrieren.



Diese Fokussierung auf das Zentrum und hier besonders die bei Touristen beliebten Viertel überrascht nicht wirklich. Die Versprechungen der Anbieter, wonach die Leihroller einen Beitrag leisten sollen, im Pendlerverkehr den Anteil des Pkw-Verkehrs spürbar zu reduzieren, dürfte in etwa den Grad an Erfüllung haben, den sonst Wahlversprechen von Parteien haben.

Die Zahlen bestätigen aber auch einen Trend, den man bei Carsharing, Ridesharing oder Ridepooling ebenfalls beobachten kann: Es nützt den Zentren, in denen das Mobilitätsangebot in Form des klassischen Nahverkehrs bereits bestens ist, wenig. Dort aber, wo man die neuen Dienste wirklich bräuchte, in den Außenbezirken oder gar im ländlichen Raum, werden sie nicht angeboten. Und solange die Politik hier nicht regulierend eingreift, wird sich daran auch nichts ändern.

Thomas Burgert


Kategorie: Editorial