10.07.2019

Von: Peter Gebauer

ERKLÄRUNG VON VBB-GESCHÄFTSFÜHRERIN SUSANNE HENCKEL

VBB: Kritik am 365-Euro-Ticket für Berlin

Nach dem Vorstoß des Regierenden Berliner Bürgermeisters Michael Müller für ein 365-Euro-ÖPNV-Jahresticket in der Hauptstadt hat sich VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel zu Wort gemeldet.


VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel sieht den Vorstoß zum Berliner 365-Euro-ÖPNV-Jahresticket kritisch. (Foto: VBB / Die Hoffotografen)

VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel sieht den Vorstoß zum Berliner 365-Euro-ÖPNV-Jahresticket kritisch. (Foto: VBB / Die Hoffotografen)


Sie befürchtet erhebliche Probleme für die Verkehrsunternehmen im Berliner Umland. »Wesentliche Aspekte eines erfolgreichen Nahverkehrssystems sind vor allem Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Sauberkeit. Ob Menschen lieber Bus und Bahn statt des Autos nutzen, entscheidet sich hauptsächlich über die Qualität und nicht allein über den Fahrpreis«, teilt Henckel in einer Erklärung zu Müllers Vorstoß mit. »Dennoch sind Tarif-Maßnahmen wichtige und notwendige Beiträge zur Verkehrswende, zum Klimaschutz und für einen attraktiven ÖPNV. Rahmenbedingungen zur Einführung eines VBB-365-Euro-Tickets werden mit den Ländern Berlin und Brandenburg und den 38 Verkehrsunternehmen im VBB abgestimmt und beschlossen. Eine Lösung nur für Berlin kann nicht isoliert betrachtet werden, denn sie hat auch Auswirkungen auf die Fahrgäste in Brandenburg«, so Henckel.

Weiter erklärt die VBB-Geschäftsführerin: »Ein VBB-365-Euro-Ticket für Berlin bedeutet erhebliche jährliche Mindereinnahmen bei der BVG, bei S-Bahn, DB Regio, Odeg, NEB, Havelbus und den weiteren Verkehrsunternehmen, die in Berlin unterwegs sind. Dazu bedarf es eines finanziellen Ausgleichs in Höhe mehrerer Millionen Euro durch die öffentliche Hand. Die AG Tarife des Landes Berlin untersucht derzeit als sogenannte dritte Finanzierungssäule weitere Finanzierungsmöglichkeiten für den ÖPNV. Wir müssen zudem bedenken, dass neben kostensenkenden Tarif-Maßnahmen begleitend auch das Angebot deutlich ausgeweitet werden muss, denn bereits jetzt stoßen wir im Bus- und Bahnverkehr der Metropolregion vielerorts an unsere Kapazitätsgrenzen. Flankierende Investitionen in mehr Verkehrsleistung und den Ausbau der Infrastruktur sind deshalb ebenso dringend nötig.«

BVG und VBB würden hingegen eine Tariferhöhung anstreben, und zwar um bis zu vier Prozent, berichtet die Berliner Zeitung. Die Personalkosten der BVG steigen mit dem letzten Tarifabschluss mit Verdi um rund 102 Millionen Euro.


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