FÜNF GESELLSCHAFTEN DER REXER-GRUPPE BETROFFEN

REXER: Insolvenz angemeldet

Das Amtsgericht Tübingen hat infolge eines Eigenantrags der Rexer-Gruppe aus Calw am Dienstag, 9. Juli, das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet.



Das meldet die Rechtsanwaltsgesellschaft Pluta aus Stuttgart, deren Rechtsanwalt Ilkin Bananyarli zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde. Wie Pluta mitteilt, betreibe die Unternehmensgruppe mit fünf Gesellschaften einen Großteil des ÖPNV in den baden-württembergischen Landkreisen Calw, Esslingen und Heilbronn. Der Betrieb der Unternehmensgruppe, welche über 140 Busse und 360 Mitarbeiter verfüge, werde »seit der Antragstellung nahtlos weitergeführt«, die Gehälter der Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld gesichert. Das Unternehmen wird durch den Geschäftsführer Arno Ayasse geleitet.

Fünf Gesellschaften der Gruppe sind von der Antragstellung betroffen: die Albert Rexer GmbH & Co. KG sowie die VBN Verkehrsbetriebe Nagoldtal GmbH. Zudem die BVN Busverkehr Nordschwarzwald GmbH als operatives Busunternehmen sowie ihre Schwesterunternehmen für Busreiseverkehr, Rexer Reisen GmbH, und für technische Dienstleistungen, die Rexer Service GmbH.

Wie Sanierungsexperte Bananyarli erklärt, habe die Unternehmensgruppe bereits im Vorfeld des Insolvenzantrages ein Sanierungskonzept ausgearbeitet, jedoch habe »trotz substanzieller Unterstützung durch den Landkreis Calw mit bereits abgestimmten Sanierungsbeiträgen die notwendige Zustimmung weiterer Beteiligter nicht uneingeschränkt erreicht werden« können. Nun müsse die Sanierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens umgesetzt werden. Der vorläufige Insolvenzverwalter mache sich bereits mit einem Team vor Ort ein Bild über die Lage des Unternehmens.

Die Albert Rexer GmbH betreibt ab 1. August 2018 im Auftrag des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) ein Drittel der Leistungen. Mitte Februar 2019 geriet Rexer in die Schlagzeilen, nachdem die früheren Betreiber eines Teils des Stadtverkehrs Esslingen, die Busunternehmer Fischle und Schlienz, ihrem Nachfolger Albert Rexer GmbH die Missachtung des verbindlichen WBO-Tarifvertrags in mehreren Punkten vorgeworfen hatten (der Rote Renner berichtete). Das Unternehmen Rexer dementierte damals mit den Worten: »Aus unserer Sicht sind die Vorwürfe haltlos. Ein Fehlverhalten von unserer Seite ist nicht gegeben.« Die Stadt beauftragte eine Wirtschaftsprüfungskanzlei mit der Untersuchung dieser Vorwürfe, wozu bereits für Ende Juni ein Ergebnis vorliegen sollte. Auch der Landkreis Heilbronn hatte großes Interesse an den Vorwürfen und der Untersuchung gezeigt.

Rexer ist auch außerhalb Baden-Württembergs aktiv. Im rheinland-pfälzischen Rhein-Hunsrück-Kreis hat die Bietergemeinschaft aus den Verkehrsbetrieben Nagoldtal (VBN) und der Deinbus Verkehrsgesellschaft aus Offenbach den Zuschlag für das VRM-Linienbündel Hunsrückhöhenstraße Süd erhalten. Der Auftrag mit 1,5 Millionen Nutzwagenkilometern jährlich auf 20 Buslinien startet am 1. August 2019 und läuft zehn Jahre. Die Bietergemeinschaft fährt auch in Hessen, wo sie den Zuschlag für das LB 6 (Teil 2; Langenselbold/Gelnhausen) im Main-Kinzig-Kreis bekam. Dort hatte sich das im Vergabeverfahren erstplatzierte MET-Unternehmen Viabus nach langem Vergabestreit zurückgezogen, wodurch der Zuschlag an die zweitplatzierte Bietergemeinschaft aus VBN und Deinbus ging.


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