07.07.2019

Von: Peter Gebauer

TARIFVERHANDLUNGEN FÜR KOMMUNALE IM SAARLAND GESTARTET

VERDI: 18 Prozent mehr Lohn für Busfahrer

Am Freitag haben die Tarifverhandlungen für das kommunale Verkehrsgewerbe im Saarland begonnen. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Busfahrer der kommunalen Verkehrsbetriebe 18 Prozent mehr Lohn.


18 Prozent mehr für die Busfahrer. Die Tarifverhandlungen für das kommunale Verkehrsgewerbe im Saarland begannen am Freitag mit einer krachenden Forderung. (Foto: Saarbahn)

18 Prozent mehr für die Busfahrer. Die Tarifverhandlungen für das kommunale Verkehrsgewerbe im Saarland begannen am Freitag mit einer krachenden Forderung. (Foto: Saarbahn)


Busfahrer sollen beim Einstieg in ein Unternehmen 2800 Euro Grundlohn verdienen. Das berichtete die Saarbrücker Zeitung (SZ) noch vor Beginn der Verhandlungen unter Berufung auf ein Schreiben der Gewerkschaft an den Kommunalen Arbeitgeberverband Saar (KAV). »Das ist der Hammer«, zitiert die Zeitung dazu die Reaktion von Barbara Beckmann-Roh, Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands. Doch die Forderungen der Gewerkschaft für die Auszubildenden sei sogar noch höher, berichtet das Blatt weiter. Sie sollen demnach im ersten Lehrjahr 1200 Euro verdienen. Das wären 28,4 Prozent mehr als jetzt. Ein erstes Statement nach der ersten Verhandlungsrunde lag am Sonntag weder von Arbeitgeberseite noch von Verdi vor. Für Beckmann-Roh sind diese Forderungen dem Bericht der SZ zufolge allerdings weit von dem entfernt, was die Betriebe tragen können. »Eigentlich alle Unternehmen fahren defizitär« sagte sie der Zeitung. Sie wisse nicht, wo das Geld herkommen soll, um diese Forderungen zu bezahlen. Die kommunalen Betriebe, deren Interessen Beckmann-Roh in den Verhandlungen vertritt, sind die Saarbrücker Saarbahn, der KVS Saarlouis, die NVG Neunkirchen und die VVB Völklingen.

Verdi-Verhandlungsführer Christian Umlauf sagte der Zeitung, er halte die geforderte Lohnhöhe für gesetzt, über die Laufzeit lasse sich aber reden. Der Gewerkschafter betonte im Gespräch mit der Zeitung explizit, dass die geforderten 2800 Euro Grundlohn möglichst schnell erreicht werden müssten. Nur so sei dem Fahrermangel entgegenzuwirken. Aktuell fehlten in den kommunalen Verkehrsbetrieben des Saarlands rund 100 Busfahrer. Verdi erkenne zwar die Probleme der Verkehrsbetriebe, diese Lohnforderung – insgesamt knapp zehn Millionen Euro Mehrkosten – zu finanzieren, weist aber auf eine weitere Forderung hin, die dahingeht, dass das Land oder auch der Bund 30 Millionen Euro mehr im Jahr für den ÖPNV ausgeben: Zehn Millionen Euro mehr für Fahrer, zehn Millionen Euro für eine Tarifreform, die ÖPNV-Fahren billiger machen soll, und zehn Millionen, um Busse mit alternativen Antrieben zu beschaffen und das Streckenangebot auszuweiten. Im September sollen die Beratungen darüber beginnen, wie dieses 30-Millionen-Ziel erreicht werden kann. Dazu will Verdi alle ÖPNV-Akteure einladen: Umwelt- und Verkehrsverbände, das Verkehrsministerium, Arbeitgeberverbände und Bürgermeister.


Kategorie: Recht & Politik, Top-News